Good Bye Iran, jetzt kommt Diran!

Schade, die letzten iranischen Tagesetappen sind angebrochen. Noch stehen wir am Kaspischen Meer und genießen ausgiebig die milde Spätherbstnacht.

Wir sitzen rund ums Feuer – Ali hat mal ganz nebenbei einen Kofferraum voll Brennholz organisiert. Alles ganz toll, oder was? Na, das Bier, dass ich aufgrund eines weiteren Mainz05-Sieges ausgeben musste, hat Zitronen, Apfel- oder Pfirsichgeschmack. Sonst ist aber alles okay, außer der Tatsache, dass Johan einen großen Teil des Feuers verpasst, da sich die Damenwelt für ihn oder besser seine Holländerschuhe interessiert.


Trotz aller Offenheit – für uns ungewöhnlich, dass Man(n) und Frau mit Kleider ins Wasser gehen.


Wir dagegen gehen nicht baden, auch wenn es mal zu Sache geht. Irgendwie haben wir einen entscheidenden Abzweig vor lauter Telefonieren verpasst und müssen uns nun durch diese Furt schlagen, weil wir nicht mehr zurück wollen. Das muss aber unter uns bleiben.


Nun sieht man uns in einer klassischen Arbeitsstellung. Ach, nur eine Momentaufnahme, eine Kurve später hängen die Köpfe wieder anders. Manchmal sind Hossein, Ali und ich bis 3 Uhr unterwegs, um noch alles klar für die nächsten Tage zu machen. Dann dürfen die auch mal im Auto durchhängen, auch wenn Hosseins Telefon niemals länger als 15 Minuten still ist.


Ankunft in Tabriz, unserer letzten iranischen Stadt. Die Mehrheit der Bevölkerung ist türkisch, nicht jeder spricht persisch und unser Team hat manchmal Verständigungs- schwierigkeiten.


Was wir da im Schaufenster erblicken?


Spielzeug für Männer. Ein Blaulicht und ein illuminierter Polizeistab, mit dem ich in den nächsten Jahren in der Nacht den Chef-Einweiser von Weltreisemobilisten markieren werde.


Der Basar von Tabriz ist einer der größten des Landes. Es ist ein Labyrinth aus unzähligen Gängen, Hallen, gefüllt prall mit Waren und Leben.


Die schönen Motive – hochwertige Teppiche, die es hier in reicher Auswahl gibt.


Fünf Türken und ein Deutscher im Garten der blauen Moschee von Tabriz – alle ganz entspannt .


Der Abschiedsabend. Hossein läuft noch einmal zu Hochform auf. Was haben wir diesen verrückten und so engagierten Typen lieb gewonnen. „Hossein, wir bewundern dich, dass du trotz des Verlustes deiner wunderbaren Frau Nahal uns durch das Land gebracht hast. Mit deinen Kontakten hast du beiden Gruppen den Weg geebnet und uns wunderbare Stellplätze ermöglicht.“ Pass auf dich auf, der Iran und auch wir Reisemobiliten brauchen solche Leute wie dich.


Hossein hat das Nahal-Projekt (Bewusster Umgang mit der Umwelt ist eine der Zentralaufgaben, alles Gedankengut, für das Nahal sich zu Lebzeiten eingesetzt hat) ins Leben gerufen. Wir wollen dieses unterstützen und versteigern die legendäre Tanzkuh aus Kerman. Im Rahmen der amerikanischen Versteigerung kommen 400 Dollar zustande.


Gisela bekommt schließlich den Zuschlag, die Tanzkuh wird bei ihr bleiben.


So, es ist nun wirklich die Zeit gekommen, von unseren Iraner Ali und Hossein Abschied zu nehmen. Ihr habt für uns Sensationelles geleistet, niemals auf die Uhr geschaut. Ihr habt alles gegeben, ganz viel Leidenschaft gezeigt und gelebt und ganz entscheidend dazu beigetragen, dass wir euer Land mit seinen wundervollen Menschen für immer in unseren Herzen tragen werden. Das meine ich ganz ernst. Danke, Tausend Dank.


Nun geht es nach Armenien, wo wir in eine andere Welt reisen werden. Diran ist schon auf dem Weg von Erewan zur Südgrenze des wilden gebirgigen Landes. Freut auf ein Armenien, das wirklich diesen Schlenker durch den Kaukasus wert ist.

Euer Kostya


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