Muskelspiele zwischen den Atommächten

Liebe Mitreisende!

Noch einmal möchte ich euch einen ganzen Tag allein erzählen. Allerdings viel entspannter als es für die Machthaber der beiden Atommächte Pakistan und Indien erscheinen mag.

Wir stehen zwei Nächte an der Grenze, weil niemand uns in Lahore haben möchte. Was bedeuten soll, dass niemand es riskieren möchte, dass Ausländern etwas zustößt. Das arme Pakistan hat eine Psychose, teils vom Westen generiert, dass alles irgendwo gefährlich für Ausländer ist und wehe dem, es passiert etwas. Daher will jeder Verantwortliche möglichst schnell den Ausländerbesuch überstehen und die Verantwortung an den nächsten weiterreichen. In Wirklichkeit ist es an den meisten Stellen Pakistans so gefährlich wie sonst überall in der Welt. Nur für Kleinkinder ist das Leben in Pakistans Verkehrs sicherer, weil dort nicht im Gegensatz zu uns im Westen die Kleinkind-Fahrradanhänger eingesetzt werden…

Wir wohnen heute dem Spektakel der täglichen Grenzzeremonie zwischen Pakistan und Indien bei. Die meisten der wenigen Touristen haben dieses Spektakel auf indischer Seite erlebt. Wir erleben es nun auf der pakistanischen Seite.

Die hohen Dienstgrade beobachten alles von oben aus.

Wir als Fußvolk sind auf den Tribünen.

Wir sind noch immer in Pakistan, einer islamischen Republik. Geschlechtertrennung auf den Tribünen ist Normalität in dem Land. Wenn ihr, liebe Leser lange sucht, werdet ihr die eine oder andere Reisende unserer Gruppe finden.

Captain Kost als Einpeitscher für Pakistan. Es ist eine emotionale, aber nicht feindliche Stimmung. Emotionaler Nationalstolz ohne Hass auf den anderen – so würde ich das nennen.

Wer davon gehört zu uns? Hans und der Rest der islamischen Republik.

Großwüchsige Soldaten marschieren zum Höhepunkt der täglichen Zeremonie aufeinander zu, stehen Nase an Nase und werden mit Ende der Zeremonie die Landesflaggen über der Grenzanlage einholen. Für den Grenzverkehr ist schon um 15.00 Feierabend, die Zeremonie ist um 17.30 beendet.

Viele pakistanische Schulklassen reisen von fernen Städten an, um das Erlebnis live zu teilen. Wir haben es auch erlebt, auf pakistanischer Seite und mit unseren Wohnmobilen im Zollhof stehend. Das wiederum ist nur wenigen Menschen vorbehalten. Wir sind dankbar dafür und freuen uns auf den nächsten Tag in Lahore genauso wie auf die große Ehre, am Folgetag mit unseren eigenen Reisemobilen zwischen den Tribünen über die Grenze fahren zu dürfen.

Euch eine gute Nacht

Kostya

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