Nirgendwo in Nordkarelien, irgendwo kurz vor dem Polarkreis!

Liebe Reisefreunde,

Nach der stürmischen Fahrt im Weißen Meer bleiben wir diesmal lieber an der Küste, wo wir auch mal „stürmische“ Straßen erleben und einen schönen Blick auf Tschupa-Busen genießen. Auf dem Wappen von Tschupa ist ein Weißwal abgebildet, eine Art der Gründelwale, die im Weißen Meer vorkommen und hier ihre Babys züchten.

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Wir haben zwar keine gesehen, aber die Einheimmischen sagen, dass welche ab und zu im Meeresbusen zu sehen sind.

Da stehen wir allein in der Natur. Der Tschupa-Busen ist 25 km lang und relativ eng, wir stehen an dem westlichsten Punkt und merken, dass wir immer noch am Meer sind, nur an den Gezeiten, die zweimal in 24 Stunden geschehen.

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Während der Flut gucken wir ins klare Wasser in der Hoffnung Meeresfauna zu beobachten. Während der Ebbe sehen wir arktische Löwenmähne, eine gelbe Haarqualle, deren Schirm bis zu 2 Meter groß werden kann. Werner fährt sogar Rad durch den wattähnlichen Meeresgrund

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Antonio angelt was für das Abendessen. Sein Fang ist so klein, dass Antonio den erstmal auf eine italienische Weise fritieren wollte, dann aber tun ihm die Viecherl so leid, dass er die freilässt und selber ohne Abendessen bleiben muss. Bravo, Antonio! Du hast einen mutigen Beitrag in die Erhaltung der Natur geleistet.

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Ich schaue die Wolken an und bitte beim Himmelssekretariat um ein gutes Wetter, das im hohen Norden oft nicht selbstverständlich ist.

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Und unser Postminister Vitalij, der nebenamtlich Paparazzi, Dolmetscher und uns in dieser Reise einfach eine sehr große Hilfe ist, lässt sich vermutlich für seinen Fotoarchiv ablichten.

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Am nächsten Tag fahren wir mit einem russichen Abenteuerbus zur Steinbruch Chetolambina. Seit dem 17. Jh. war Karelien als Glitterprovinz Russlands bekannt. Und Glitter hat man schon seit dem 9. Jh. in der Umgebung gewonnen. Leider haben wir diesmal mit dem Wetter nicht so viel Glück, die Steine glitzern aber und Maria sucht die besten für sich aus.

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Als wir zurück am Stellplatz sind, wird das Wetter besser und wir entscheiden spontan eine Kutterfahrt zu unternehmen. Unser Busfahrer Alexej, der auch Direktor eigener Firma ist, wollte uns noch unbedingt Tschupa von der Meeresseite zeigen. Verena und Dagmar könnten sich vorher nicht einmal vorstellen, dass Frisuren für anschließende Lagerfeuerparty dabei inklusive sind.

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Inzwischen hab ich die Geheimmarinade á-la-mer-blanche zusammengemixt. Es klingt fein und französisch, ist fein, aber nordrussisch. Das Rezept kennt jetzt nur ein enger Kreis der Eingeweihten, d.h nur die Reisenden, die bei unserer Reise mitgemacht haben. Atlantischen Lachs haben wir vorher für einige Zeit in die Marinade eingelegt und unser Grillmeister Anatolij hat das liebevoll auf heißen Kohlen und Steinen in Folie und ohne zubereitet.

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So gemütlich in der nördlichen Natur an der Küste sitzen wir am Tisch und genießen Fisch. Ihr denkt wohl, hat der junge Mann etwa nicht ein bissel zu viel Wodka? Ich, der junge Mann, sage: „Aber nein! Erstens ist es nicht viel, weil auf dem Bild nur der Oberteil des Eisbergs zu sehen ist, sonst spreche ich bloß Trinksprüche!

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Dann setzen wir uns noch halbrund ums Feuer und Karin zeigt uns, wie voll sie ist. Wir strahlen solche sichere Friedlichkeit aus, dass selbst ein fremder Hund zu uns kommt und sich an unsere Füße legt und läßt mit sich alles Mögliche machen.

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Wir zapfen Bier, das uns Herbert gespendet hat, und entdecken Johanns Kunsttalente, dessen Mütze ihn so ähnlich mit dem bekannten Clown Oleg Popov macht.

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Der Abend war so schön und in der Nacht steht die Sonne immer noch über dem Horizont.

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Inzwischen hat unsere Margit eingesehen, dass „den Schatz“ nicht weit weg von Zuhause suchen muss. In den frühen Morgensonnenstrahlen hat sie was Glitzerndes kurz vor ihr Wohnmobiltür entdeckt, das so schön und klein ausgesehn hat.

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Na, ganz klein ist es doch nicht, oder?

Am diesem Tag müssen wir weiter, wir werden den Polarkreis überqueren, um den unbekannten Teil von Nordeuropa live zu erleben!

Artem und Team

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