Coole Zeiten im Iran

Liebe Freunde des Ostens,


dass der Iran ein cooles Land ist, predige ich ja schon seit Jahren – aber so cool hätte selbst ich es nicht erwartet!



Mit dem Passieren der türkisch-iranischen Grenze bei Bazargan hatten wir gehofft, auch die Kälte der letzten Tage hinter uns zu lassen, doch der Winter macht scheinbar auch vor Grenzen nicht halt.






Na und? Wie heißt es doch so schön: Es gibt kein unpassendes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung! Gesagt, getan und schon sind wir mitten drin im sogenannten „Takht-e Soleyman“, einer der zahlreichen UNESCO-Weltkulturerbestätten auf unserer Reise, die daheim wohl kaum bekannt sein dürften.



Und während ihr daheim bei lauem Frühlingswetter verzweifelt versucht in Adventsstimmung zu kommen, haben wir hier einen richtigen Dezember und die -10°C auf knapp 2200 Metern Höhe fühlen sich mehr als vorweihnachtlich an – bloß der Glühwein fehlt…




Wer jedoch in den Iran fährt, weiß lange vorher, dass es keinen Alkohol gibt – dafür aber jede Menge fantastische Landschaften, freundliche Menschen und Kultur bis zum Abwinken. Wie etwa Chogha Zanbil, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe unweit der Stadt Shush im Südwesten des Iran.




Teheran, Isfahan oder Shiraz kennt jeder – dank unseren Wohnmobilen fahren wir aber dorthin, wo keine Pauschalreise hinführt und übernachten auch noch auf einstmals elamischem Boden.




Und ist man erstmal in der Provinz Khuzestan, so ist ein Besuch von Schuschtar ebenfalls mehr als empfehlenswert. Obwohl bereits Alexander der Große hier gewesen ist, hat die beeindruckende Leistung der Erbauer dieser Stadt bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt! Gemeinsam mit unserem Freund Sirous staunen wir über jahrtausendealte Gebäude, Wassersysteme und technische Findigkeit.






Das bildet nicht nur, sondern macht offensichtlich auch noch Spaß! Und ja, UNESCO-Weltkulturerbe ist es natürlich auch noch…






Und auch wenn mir keiner glauben wollte: Es ist nicht überall im Iran im Dezember kalt! Dass wir im wahrsten Sinne des Wortes coole Leute sind, haben wir in den vergangenen Wochen zur Genüge bewiesen und umso mehr genießen wir nun mit Erreichen des Persischen Golfes die angenehmen Temperaturen.






Die schönsten Ecken unserer Welt haben leider schon immer manch ungebetenen Besucher angezogen und so machen wir uns auch im örtlichen Museum von Delvar ein Bild vom Freiheitskampf der einheimischen Bevölkerung gegen die Invasion der Briten Anfang des 20. Jahrhunderts. Insbesondere der Anführer der Bewegung – Rais Ali Delvari – genießt bis heute im gesamten Iran Heldenstatus. Diesen würden wir unserem Museumsführer ebenfalls sofort anerkennen – ein wirklich starker Auftritt und ein super Beispiel dafür, dass man selbst tragische historische Themen interessant und sogar humorvoll transportieren kann!






Unterwegs am Persischen Golf besichtigen wir auch eher ungewöhnliche Orte, wie etwa eine Baustelle, welche uns jedoch einen super Ausblick über die Region eröffnet. Ob dies auch sicher ist? Naja, in jedem Fall aber interessant!







Mit Sirous und seinem schier unendlich großen Netzwerk an Kontakten im Iran unterwegs zu sein, macht richtig Spaß und so können wir nicht nur das sagenumwobene Bandar Siraf – die vermeintliche Heimatstadt des legendären Seeräubers Sindbad – besuchen, sondern auch hier direkt übernachten. Auch dies sicherlich eine coole Sache.






Was jedoch in jedem Fall zu einem richtigen Aufenthalt am Persischen Golf gehört, das ist ein frisch gegrillter Fisch! Also nichts wie rein zum Fischverkäufer, einen ordentlichen Fisch gekauft und diesen am besten vor Ort direkt fachgerecht zerlegen lassen. Das gemeinsame Verspeisen in der Gruppe ist bei der Fischgröße auch dringend zu empfehlen!




Erst als wir im Hafen von Bandar Abbas ankommen, wird uns klar, dass unsere Zeit im Iran dem Ende entgegen geht und wir nicht nur ein in jeglicher Hinsicht cooles Land hinter uns lassen, sondern auch eines, das gerade an der Schwelle zu einer neuen Ära steht. Mögen die internationalen Verhandlungen bald zu einem positiven Ende kommen und die längst überfällige Aufhebung der Sanktionen in Kraft treten!




Nach „ein wenig Papierkram“ und einer durchaus ruhigen Nacht an Bord der Fähre neben dem „Thermo King“… .




…genießen wir ein wenig Seemannsfeeling zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hier zusammen mit seinem eigenen Wohnmobil zu sein, ist in der Tat ein wirklich cooles Gefühl!



Irgendwie noch unwirklich und in einen mysteriösen Dunst gehüllt, doch da ist er tatsächlich vor unseren Augen: der Hafen von Sharjah, unsere erste Station auf der Arabischen Halbinsel! Soweit haben wir es also geschafft – mal sehen was uns dieses Mal vor Ort erwartet… .

Eines gilt jedoch wie immer: langweilig wird es garantiert nicht!

Euer Arthur

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