Vom Roten Meer nach Italien

Liebe Freunde des mobilen Abenteuers,

seit Ostern sind ein paar Tage vergangen, wir sind jedoch trotz anders lautenden Gerüchten nicht für immer in Israel geblieben, sondern haben den Heimweg mittels Verschiffung nach Italien zwischenzeitlich geschafft.










Bei Ansichten wie diesen hier an der Küste von Tel Aviv sowie der angrenzenden Altstadt von Jaffa gerät man in der Tat ins Grübeln, ob denn der Heimweg wirklich sein muss. Nach knapp 4 Monaten on the road überwiegt dann aber doch der Wunsch, Heimat und Familie wieder zu sehen und allen Zweiflern zu beweisen, dass man auch Israel durchaus mit dem Wohnmobil bereisen kann.







Während das alte Jaffa mit mittelalterlichen Gassen und einem tollen Blick auf die Bucht von Tel Aviv punkten kann, präsentiert sich die vermeintliche Hauptstadt Israels (offiziell ist es immer noch Jerusalem!) ganz von ihrer modernen Seite: zahlreiche Theater, Restaurants, Cafés und Künstlergalerien schmücken nicht nur die Küste, sondern ziehen sich quer durch diese pulsierende Metropole. Wir genießen das städtische Flair und beenden den Tag – wie es sich gehört – mit einem Sundowner: Leha-yim!







Wer es noch etwas exotischer und heißer mag, dem sei an dieser Stelle ein Besuch in Eilat ans Herz gelegt. Sandstrand, blaues Meer, Palmen und (leider) die dazugehörigen touristischen Phänomene, wie etwa der Preis von knapp 5,- EUR für ein Bier machen die israelische Küste am Roten Meer zu einem klassischen Badeort. Lediglich der Blick in die Nachbarländer Jordanien und Ägypten, welche buchstäblich nur einen Steinwurf weit weg sind, und die oberhalb Küste gelegenen Abwehrraketen des israelischen „Iron Dome“-Systems lassen die nach wie vor existierenden Spannungen in der Region erahnen.








Wir fühlen uns jedoch alles andere als bedroht und besichtigen die örtliche Unterwasserwelt, wobei manch einer sehnsüchtig auf das gegenüberliegende Aqaba zu schauen scheint……Die jordanische Küste war sicherlich weniger touristisch, dafür aber auch bei weitem nicht so erschlossen, wie unser israelisches Ferienparadies.











Ob Korallen, Haie oder Rochen – selten hat der Begriff „unter dem Meeresspiegel“ eine derart konkrete Bedeutung wie hier im Roten Meer.



















Nach so viel faulem Strandleben wird es wieder Zeit aufzubrechen und die nicht weniger faszinierende Wüste Negev – immerhin 60% der Fläche Israels – zu erforschen. Parkplätze sind hier nicht das Problem und endlich wird auch mal wieder richtig gewandert! Der nördlich von Eilat gelegene Timna Park bietet hierfür ideale Bedingungen und so erkunden wir zu Fuß bizarre Felsformationen, Canyons und bereits aus vorchristlichen Zeiten stammende Kupferminen.








Unser Rückweg zur Küste führt uns an einem weiteren Highlight vorbei und ein weiteres Mal lernen wir, dass Israel sich neben all den historischen und religiösen Sehenswürdigkeiten auch landschaftlich nicht zu verstecken braucht. Der unter dem Namen Machtesch Ramon bekannte Krater misst in seiner größten Ausdehnung knapp 40 km und bietet von der Ortschaft Mitzpe Ramon aus betrachtet ein einzigartiges Erlebnis. Hier abends ein Glas Wein trinken oder das örtliche Museum mit Panorama-Deck besuchen zählt sicherlich zu einem unvergesslichen Erlebnis.








Wer jetzt schon dachte, dass einen nichts mehr überraschen kann, der wird mit dem Besuch einer Alpaca-Farm mitten in der israelischen Wüste eines Besseren belehrt. Der unerschütterliche Glaube der Israelis, sich die Zukunft selber gestalten zu können, zeigt sich nicht nur an so einem Projekt, sondern von der Staatsgründung über zahlreiche Siedlungen in der Wüste bis hin zu der Idee, die gesamte Wüste Negev bewohnbar zu machen. Gemessen am relativ jungen Alter des Staates, sind sie schon ziemlich weit gekommen.



Auch wir sind zwischenzeitlich weit gekommen und im Hafen von Ashdod angelangt. Von hier aus geht es mit Grimaldi zurück nach Italien (Salerno) und in den europäischen Frühling. Unser Ziel, dem Winter zu entfliehen und eine reisemobiltechnisch bisher wenig erschlossene Ecke dieser Welt zu bereisen, haben wir mit vereinten Kräften geschafft. Mein Dank gilt daher allen Helfern und Kollegen in all den Ländern, meinen Freunden Kostya (derzeit schon wieder auf der Südasien-Tour) und Artem (derzeit ebenfalls schon wieder auf der Seidenstraße unterwegs) und nicht zuletzt einer tollen und abenteuerlustigen Truppe, die es – egal auf welchen Wegen – knallhart durchgezogen hat! Allen Interessierten sei gesagt, dass es diese Tour auch 2015/2016 wieder geben wird und es hierzu im Herbst u.a. auf den Caravan Salons in Düsseldorf und Bern sowie beim Seabridge-Treffen in Bad Königshofen weitere Informationen gibt.

Euer Arthur

012 Ostern in Israel
Wer hätte das gedacht: Hat man den Jordan erstmal überschritten,…

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