Auf zum Baikalsee

Liebe Freunde des Ostens,

lange musstet ihr diesmal auf ein Lebenszeichen von uns warten, doch es hat sich gelohnt – wir leben noch!

Auch wenn dem Team und mir weite Teile des Ostens nicht mehr ganz so fremd sind, so gibt es nach wie vor alle Hände voll zu tun und Mensch und Maschine werden auch in diesem Jahr mit zunehmender Anzahl an gefahrenen Kilometern anfälliger für Probleme jedweder Art. Doch was sind das für Kilometer!

Wir genießen die Weiten Sibiriens und hatten bisher auch mit dem Wetter richtig Glück gehabt. Auf dem Weg nach Osten und unserem Traumziel Baikalsee begleitet uns nach wie vor die Transsibirische Eisenbahn, welche mancherorts dermaßen in die Landschaft integriert ist, dass man nicht mal mehr eine Schranke vor dem Bahnübergang braucht – Augen auf, sonst kann es auch mal knapp werden!

Naja, immerhin stand ja klar und deutlich auf dem Schild „Hüte dich vor dem Zug!“ Von sowas lassen wir uns aber natürlich nicht abschrecken und fahren weiter Richtung Sonnenaufgang auf der streckenweise immer noch (oder schon wieder?) im Bau befindlichen M53. Bis Irkutsk ist es nicht mehr weit und von dort aus kann man den Baikalsee ja fast schon anfassen…….

Doch was ist das? Hatten Rita und Wolfgang etwa keinen Platz mehr für ein kleines Sofa im Wohnmobil? Was aussieht wie eine Sperrmüllabholung ist in Wirklichkeit eine Sicherheitsmaßnahme an unserem Stellplatz in Irkutsk, damit niemand in ein offenes Gulliloch reinfällt – Form folgt Funktion, hat meine Kunstlehrerin immer gesagt!

Dass die Russen ein direktes und pragmatisches Volk sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr und so weist auch dieses Schild den überraschten Toilettenbesucher darauf hin, dass man doch bitte Respekt vor sich selbst sowie seinen Mitmenschen haben sollte und deswegen doch bitte die Spülung benutzen möge – Recht haben sie!

Hier eine Reihe weiterer pragmatischer Hinweise für den geneigten Russlandbesucher : 1. Fußgänger sollten besser nur nachts nach 22 Uhr unterwegs sein, 2. Ob eine Region zeckengefährdet ist, erkennt man daran, wie vergriffen die Mittel gegen diese Biester sind (Kakerlaken scheint es hier zumindest nicht zu geben), 3. Müll einfach so in der Landschaft entsorgen ist streng verboten, 4. Im Gegensatz zu Benzin steigt der Wodkaverbrauch außerorts deutlich an – noch Fragen?

Kurz vor Irkutsk lassen wir es uns im Grünen nochmal so richtig gut gehen, was Dima sehr zu freuen scheint. Und Recht hat er, denn wir haben es geschafft und unser lang ersehntes Ziel ist erreicht……..

Ja, Dima – von Samarkand bis nach Olchon ist es ein ganzes Stück! Doch mit einer starken Truppe und so guten Kollegen wie dir so gut wie gar kein Problem. Ich soll dich ganz herzlich von uns allen grüßen und wir sehen uns hoffentlich bald in Usbekistan!

Der Baikalsee und insbesondere die Insel Olchon sind in der Tat all die Mühen und Strapazen der Anreise wert – nicht umsonst heißt es „Ohne Fleiß, kein Preis“, Petru! Ich bin selber schon zum dritten Mal hier und kann immer noch nicht beschreiben, was genau die besondere Atmosphäre an diesem Ort ausmacht. Ist es das Licht? Die Ruhe? Das Wasser? Oder alles zusammen?

Wie auch immer, wir genießen die Zeit auf der Insel – und zwar jeder auf seine eigene Art und Weise: Tsyren wieder voll im technischen Einsatz, Werner in trauter Zweisamkeit und Artem mit einer Russischstunde deluxe, inklusive Borschtsch-Kochkurs.

Mit frischer Energie geht es dann rein in den „neuen“ Bus unserer örtlichen Helfer und auf zu den zahlreichen schönen Ecken der Insel, von denen der Schamenenfelsen sicherlich nach wie vor die bekannteste sein dürfte. Ein letzter Technik-Check unserer netten Begleiterin und schon kann nichts mehr schief gehen – hoffentlich……….

Die Insel ist übrigens auch bekannt für eine ganz besondere Spezialität, welche in frischer Natur sehr putzig aussieht. Christine schaut daher etwas kritisch, Petra und Johan wollen es gar nicht wissen und tatsächlich ist das Ergebnis nicht für jedermann eine Delikatesse……….

Wie so oft ist dies natürlich nicht ganz ernst gemeint, liebe Leser, und es handelte sich um einen ganz normalen Hammel, welchen wir auf burjatische Art und Weise gekocht haben. Was jedoch stimmt und ganz ernst gemeint ist: ein Besuch am Baikalsee ist und bleibt eine einmalige Erfahrung, welche jeder im Leben mindestens einmal machen sollte!

Ich melde mich bald wieder aus der Mongolei, welche wir übrigens zwischenzeitlich erfolgreich erreicht haben. Bis dahin alles Gute und bleibt uns treu!

Euer Arthur

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