Die große Seidenstrasse

Liebe Freunde des Ostens,

Nach einem relativ kurzen Grenztag, reisen wir nach Usbekistan ein und freuen uns auf Dima. Dima hat uns bereits durch ganz Russland und Mongolei mit seinem unglaublichen Wissen über Land, Kultur, Geschichte und seinem Charme begleitet.






Nun erwartet er uns, zusammen mit seinem Schwager, Ararat mit Vorfreude an der Grenze. Die Beiden haben eine schöne Überraschung für uns vorbereitet – ein typisch usbekisches Nationalessen mit Plow und Vodka… Da sagen wir nicht Nein und stossen nach einem kurzen Willkommensmeeting in geselliger Runde auf unser mittlerweile sechstes Land an, welches wir mit unseren Wohnmobilen bereisen.




Doch was wissen wir eigentlich über Usbekistan? Es ist ein Binnenstaat in Zentralasien, der an Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan grenzt. Die Hauptstadt ist Taschkent und somit unser nächstes Ziel. Alles andere erfahren wir unterwegs. Der Weg dahin führt uns durch das Ferganatal, welches wir bereits schon in Kirgistan befahren haben.














Taschkent- das Wort „tasch“ ist uns ja schon aus Kirgistan bekannt – Tasch Rabat, was soviel wie Stein bedeutet. Die moderne Übersetzung von Taschkent ist Stadt aus Stein. Allerdings hat Taschkent ein ziemlich modernes Gesicht. Bei einem schweren Erdbeben 1966 wurden erhebliche Teile der Stadt zerstört, was dazu geführt hat, daß sogar Gebäude, die nur leicht beschädigt waren, abgerissen und neu aufgebaut wurden. Die Stadt wurde zum Symbol sowjetischer Modernität, mit vielen Parks, monumentalen Bauwerken und einem der ältesten und größtem Basar in Usbekistan – der Chorsu Basar.
Eingetaucht ins lebhafte Treiben, nehmen wir eine Explosion an Gerüchen, Klängen und Farben wahr.



Kühe… sind sehr oft gesehene Verkehrsteilnehmer.. Oft muß die Geschwindigkeit an ihr Tempo angepasst werden…











Immer noch unterwegs auf der großen Seidenstraße, gelangen wir nach Samarkand.. Dank unserer Wohnmobile geht das bei uns etwas schneller, als vor Zeiten bei den Karawanen. Wegen der günstigen Lage entwickelte sich die Stadt damals zum zentralen Umschlagplatz, zur Drehscheibe, wo sich Waren und Kulturen kreuzten. Die atemberaubende Architektur macht die Stadt zu der Schönsten der Welt, sagt „mann“ zumindest so…
Sowohl am Tag als auch bei Nacht erstrahlt Samarkand in den herrlichsten Farben. Zentrum von Samarkand ist der Registanplatz – einer der prächtigsten Plätze Mittelasiens – ein Märchen aus 1000 und einer Nacht. Doch Worte reichen dafür nicht aus, um die Stadt angemessen zu beschreiben. Vielleicht die Bilder..?











Inmitten von Wüstensand der Wüste Kizilkum – rote Wüste, liegt die Oase Buchara. Die Stadt hat etwa 260000 Einwohner und 300 Sonnentage im Jahr. Auf Sanskrit bedeutet Buchara „Kloster“ und einst war sie eines der finanziellen Zentren auf der großen Seidenstrasse.

Der Reichtum an Kultur, Sagen und Legenden ist überwältigend. Nahezu jedes große Bauwerk trägt eine eigene Geschichte. Neugierig auf Buchara fahren wir weiter. Und schon erwartet uns die nächste kleine Geschichte. Sie handelt von Hodscha Nasreddin – ein Volksweiser im gesamten türkischsprachigem und persischsprachigem Raum. Vergleichbar mit dem deutschen Till Eulenspiegel.

Einmal ging Nasreddin zu seinem Nachbarn und fragte: “Kannst du mir einen Topf leihen?” Darauf antwortete der Nachbar: “Selbstverständlich!” Am nächsten Tag gab Nasreddin seinem Nachbarn den Topf zurück und bedankte sich bei ihm dafür. Er hatte aber zusätzlich in den Topf noch einen kleinen Topf gestellt. An einem anderen Tag sagte der Nachbar: “Nasreddin, du hast einen kleinen Topf in meinem Topf vergessen.” Mit ernstem Ton sprach Nasreddin: “Der Topf war schwanger und hat bei mir ein Baby bekommen.” Der Nachbar nahm es dankend an. Als sich Nasreddin später wieder einmal einen Topf bei dem Nachbarn leihen wollte, gab dieser ihm den größten, den er im Hause hatte. Mehrere Tage vergingen, aber Nasreddin brachte den Topf nicht zurück. Schließlich fragte der Nachbar: “Wo ist mein Topf?” Nasreddin sprach ihm sein Beileid aus: “Er ist leider gestorben.” – “So ein Unsinn”, erwiderte der Nachbar, “Wie kann ein Topf denn sterben?” – “Wenn Töpfe Jungen bekommen können, dann können sie auch sterben”, antwortete Nasreddin.





In Buchara gibt es einen Puppenmacher, dem wir einen Besuch abstatten. Und wer hätte das gedacht.. Wir entdecken ein paar Ähnlichkeiten zwischen uns und den Puppen.







Von Buchara geht es nach Ayaz Cala. Dort gibt es einen alten zoroastrischen Tempel, den wir im Sonnenuntergang besichtigen wollen. Uns erwartet eine Nacht in der Wüste unter dem unglaublichen Sternenhimmel.












Wir befinden uns in Chiwa, in der letzten usbekischen Stadt, an der Grenze zu Turkmenistan. Mit ihren vier Toren bildet die Stadt eine Art Festung – die innere Stadt. Die Oasenstadt Chiwa ist klein, gemütlich und übersichtlich und wir können alles zu Fuß erkunden.

Das, was Kirgistan an Natur hat, hat Usbekistan an Kultur… Was für ein schönes Land…Und wir haben einiges gelernt über das Leben und die Kultur in Usbekistan. Doch leider ist die Zeit auch gekommen, uns nicht nur von Usbekistan, sondern auch von Dima und Ararat zu verabschieden. Danke für die schöne Zeit und bis bald…

Wünschen Artem, Dima, Ararat und Kristina

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