Tiefpunkt in China

Die Reise zum tiefsten Punkt Chinas oder wie wird man zu einem richtigen Mann.

Liebe Wüsten-Fans,

Nach traumhaften osttibetischen Hochland-Landschaften unternehmen wir jetzt die Reise zum tiefsten Punkt Chinas, der hauptsächlich durch karge aber nicht weniger schönen Wüstenlandschaften geprägt ist.











Ab jetzt wird es richtig heiß! So heiß, dass die süßen leckeren Wüstenmelonen, direkt vor Ort schnell getrocknet und verarbeitet werden. Hier nach ca. 4000 km stoßen wir in der Wüste auf den letzten Stück der hier aus Lehm gefertigten Großen Mauer. Fast unglaublich wie stark die äußeren Feinde sein sollten, um die Chinesen zu zwingen, so einen grandiosen Bauwerk in der Geschichte der Menschheit zu errichten. Pierinne und Hans waren auch so berührt, dass sie auch kaum ihre Gefühle zusammenhalten konnten.








Der Weg durch die gnadenlos heiße Wüste führt uns weiter in die Oasenstadt Dunhuang, die auf der Seidenstraße als Tor nach China war und als Heimatort der unikalen buddhistischen Magao-Grotten geworden ist. Die wunderschönen tausendjährigen Wandmalereien in den Grotten, die als Anbetungsort für die Seidenkarawanen gedient haben, setzen uns wortlos ins Stauen, genauso wie die höchsten Sanddünen Asiens.










Unsere Wohnmobilkarawane zieht weiter zum Weintraubenparadies Chinas nach Turfan an den historischen Lehmdörfern und Flammenden Bergen vorbei durch die Turfansenke der östlichen Ausläufer des Tienshan-Gebirges, wo die Tagestemperatur auch Ende August kaum unter 40 Grad ist. Die Bevölkerung ist hier muslimisch geprägt, denn wir uns schon im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang befinden. Dank der niedrigen Luftfeuchtigkeit, werden hier ganz leckere Rosinen in den Trockenhäusern hergestellt und wenig leckere Mumien in den uralten Gräbern aus der Tang-Dynastie gut erhalten.



So tief wie in der Turfansenke sind wir noch nirgendwo auf unsere Reise gefallen. Der Aydingköl-See liegt auf 159 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt Chinas und viertniedrigste See nach dem Toten Meer, dem See Genezareth und dem Assalsee. Unser uigurischer Guide Kassim hat uns in Hami angeschlossen, denn ab Uigurien brauchen selbst chinesische Profi-Guides einen Guide, meistens aus sprachlichen Gründen.








In Turfan führt uns Kassim durch Turfans alte Kanatsystem, Ruinenstadt von Jiaohe, die im Jahre 108 v.Chr. die Hauptstadt des Reiches Cheshi war, und schöne Lehmmoschee mit Emin-Minarett, dessen Muster mich ganz stark an die Muster in Buchara und Chiwa in Usbekistan erinnert und hypnotisch in die 1001 Nacht versetzt. Um aus dem hypnotischen Zustand zurück in die Realität zu kehren, haben wir gemütlich eine Weinprobe mit lokalen Weinsorten gemacht. Wer Turfan-Weine schon mal probiert hat, versteht gleich deren ernüchternde Wirkung. Naja, Geheimtipps gibt es jedoch überall, in Turfan ist das die Marke Loulan.


Endgültige Ernüchterung kam ein paar Minuten später, als unser kleiner Franz einen Hohlraum im historischen Boden Turfans gefunden hat. Das hat unseren Runqiang gleich grau gemacht. Eine Mumie mit Beigaben haben wir zwar nicht entdeckt, einen Baum aber doch gesetzt. So haben wir Runqiang zu einem richtigen Mann gefeiert, denn bekanntlich soll ein richtiger Mann unbedingt 3 Dinge im Leben machen: ein Haus bauen (hat er schon), mindestens ein Kind zur Welt bringen (hat er schon zweimal sogar) und einen Baum setzen (hat er gerade gemacht)!











Schön ist Turfan, aber heiß, gerne stünden wir irgendwo am Wasser, mitten in der Wüste scheint es aber unmöglich zu sein. Für uns gibt es aber nichts Unmögliches und wir verbringen einen tollen Abend am Bostensee, einer Wasseroase! Hier erfahren wir ein bisschen mehr über Uigurien vom waschechten Uiguren und genießen kühle abendliche Spaziergänge dem Ufer entlang. Das Wasser vom See ist rettend für die Region und hat diese nette Ecke Chinas zum Tomatenparadies gemacht. Bald wird es ganz anders. Uns steht eine Durchquerung durch die zweitgrößte Sandwüste der Erde, die Wüste ohne Wiederkehr – Taklamakan.

Eure Kassim, Runqiang und Artem

015 Taklamakan, Tamarisken, Sandbad und erlösende Oase Kashgar
Hier haben wir sie erreicht – die große, gnadenlose, rätselhafte…

013 Auf dem Dach der Welt – unterwegs im Osttibet…
Mit Shanhaiguan am Gelben Meer haben wir unseren östlichsten…

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