Wieder auf russischem Boden

Ja, da haben wir es also tatsächlich wieder nach Riga geschafft!



Die lettische Hauptstadt bietet nach wie vor alle Facetten einer interessanten Großstadt: mittelalterliches Flair in der Altstadt, eine kritische Auseinandersetzung mit der jüngeren Vergangenheit (etwa in Form des der Sowjetzeit gewidmeten Okkupationsmuseums), eine lebendige Wirtschaft, welche seit der Hansezeit bis heute blüht sowie natürlich eine stetig steigende Anzahl von zumeist westeuropäischen Wohnmobilisten, die sich hier traditionell Anfang bis Mitte Mai treffen und anschließend den Osten unsicher machen.




Dank unserer engagierten Stadtführerin bekommen wir einen guten Überblick über die schönen Ecken Rigas, von denen es jede Menge gibt und z.B. das Jugendstilviertel, das sicherlich einen Besuch wert ist. Wir verlassen jedoch auch die letzte baltische Hauptstadt und begeben uns Richtung Russland. Auf dem Weg nach Osten durchqueren wir kurz ein kleines Stückchen Estland, wo wir uns vor dem Grenzübergang in die Russische Föderation sammeln. Bis hierher hätten wir es also schon mal geschafft………Leider musste eine Wohnmobilbesatzung kurzfristig absagen, weshalb dieses Gruppenbild euch, liebe Monika und lieber Werner, gewidmet ist! Werdet schnell wieder gesund und wir sehen uns dann hoffentlich nächstes Jahr an gleicher Stelle wieder!






Nun folgt die bereits erwähnte Ausreise aus der EU, welche sich seit letztem Jahr etwas kompliziert gestaltet. Auch hier haben altruistische Menschen zum Wohle der Allgemeinheit und im Sinne einer Vereinfachung des Grenzübergangs den offiziellen Grenzstellen eine Agentur vorgeschaltet, die – gegen eine kleine Gebühr (ca. 5 EUR pro Fahrzeug) – alle personen- und fahrzeugbezogenen Daten erfasst, so dass man noch VOR der eigentlichen Grenze am roten Kassenhäuschen vorbei auf einen separaten Parkplatz fahren und dort auf die Anzeige der eigenen Nummer auf einem Display warten muss. Erst dann ist die Ausreise aus der EU möglich – ein Trend, der derzeit leider weltweit zu beobachten ist und wenn ich jetzt noch fragen würde, warum dann die offiziellen estnischen Grenzbeamten erneut die bereits geprüften und gescannten Papiere bei der wirklichen Ausreise überprüfen……..DAS tue ich aber nicht (mehr).

Hat man jedoch die Ausreise aus der EU erst mal geschafft, was dieses Jahr glücklicher Weise etwas schneller lief (liebe 2012er, ihr erinnert euch noch an die nächtliche Fahrt nach Pskow?), so ist die Einreise bei den Russen mittlerweile fast ein Kinderspiel: Einreisestempel in den Reisepass mit russischem Visum bekommen, Fahrzeugpapiere und Führerschein kurz vorgezeigt, Immigrationskarte und Zollpapier ausgefüllt und schon geht´s rein ins eurasische Riesenreich! Dort empfängt uns nach guter alter Sitte Sergej mit ausreichend Rubel-Bargeld für die ersten Tage sowie dem aktuellen Kartenmaterial, um die folgenden Wochen ohne Probleme durch Russland zu navigieren. Auch die Navis arbeiten mittlerweile richtig gut, so dass wir gut aufgestellt sind.





Noch ein paar Kilometer und wir erreichen unseren ersten Stellplatz in Pskow, wo der erfolgreiche Grenzübertritt und der eigentliche Start unserer langen Reise gebührend zelebriert werden! Natürlich darf hier das berühmte „Wässerchen“ nicht fehlen und so erheben wir unsere Gläser auf Russland, auf eine bisher problemlose Reise sowie eine starke und solidarische Gruppe! Möge dies auch weiterhin so bleiben……

Scheinbar hat es Sergej richtig gut mit uns gemeint und so dauert es eine ganze Weile, bis das letzte „Wässerchen“ getrunken, das letzte Gespräch mit den spontan dazugekommen jungen Leuten aus Pskow beendet und uns der letzte Tropfen Blut von den Stechmücken – ohne die Russland nicht wirklich authentisch wäre – ausgesaugt ist. Zum Glück rettet uns eine kurzfristig entstandene deutsch-russisch-österreichisch-schweizerisch-niederländische Brotzeit vor einem brutalen und hungrigen Ausgang des Abends – vielen Dank daher an alle hieran Beteiligten!

Am nächsten Tag begeben wir uns ins altehrwürdige Pskow und tauchen endgültig in russische Gefilde ein. Wie es dort sowie später in der Megametropole Moskau weiter geht, dass erfahrt ihr, liebe Leser, natürlich wieder hier! Bleibt uns daher treu und vergesst nicht: Im Osten gibt es nach wie vor viel Neues!

Euer Arthur

003 Russland ist ein schönes Land
Wer nach dem feucht-fröhlichen Ausklang des letzten Abends gedacht…

001 Es geht wieder los
Nun geht es also wieder los! Nach einem kurzen Winterschlaf…

Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten