Tief im Westen

Liebe Mitreisenden!

Noch einmal nehme ich euch mit auf die virtuelle und trotzdem stets tatsächlich gefahrene Strecke. Seit Herbst 2012 sind wir nun unterwegs – seit 11 Wochen in Australien. Man könnte sich fast dran gewöhnen. Und haben wir nicht mit dem Erkunden des Roten Zentrums die größte Herausforderung überstanden? Nun, wir wollen über die den Kontinent durchtrennende Straße, den nun voll asphaltierten Stewart-Highway, in die Kimberleys im Westen Australiens fahren. Das sollte aber nur gelingen, wenn das Wetter mitspielt. Wir sind zur Regenzeit im Westen unterwegs – mal sehen, ob wir nasse Füße bekommen.

Die Termiten sind Regen- und Überschwemmungsfest. Sie haben sich mit ihren massenhaften Erdwolkenkratzerkolonien fast das gesamte Outback unter den Nagel gerissen.

Alice Springs, die Hauptstadt des Zentrums. Mit knapp 13.000 Einwohnern wurde man in China nicht mal von einem mittleren Dorf sprechen. Aber nach so viel Einsamkeit fühlt sich Alice Springs schon recht großstädtisch an.





Keine Scheu vor den Aborigenes. Nette Begegnungen mit den Ureinwohnern Australiens, die sich freuen, angesprochen zu werden.


Die traurigen, aber häufig zu sehenden Momente. Alkoholisierte Ureinwohner stehen neben der arbeitenden Gesellschaft. Noch immer ist es nicht gelungen, die Aborigenes in die Lebenswelt des weißen Australiers zu integrieren.

Der Stolz der Nation. In Wirklichkeit hängt der innergesellschaftliche Haussegen aber noch recht schief.

Der Maler des Abendhimmels zaubert wieder trotz Regenzeit.

Pisten, die bei Regen glatt wie Schmierseife werden und kaum befahrbar sind. Wir haben sie daher meist gemieden – hatten in Asien Abenteuer genug.

Warme Quellen mitten im Urwald – wir haben das Bad genossen. Es ist unser letzter Stopp entlang des 3000 Kilometer langen Stuart-Highway.


Grüne ungezähmte Natur im australischen Sommer – wir haben bisher Glück und keine starken Regenfälle in den Kimberleys.

Vom Fenster aus zum Greifen nahe. Die Boabs – Bäume wie riesige Flaschen.




Kleine Auswahl aus wohl 600 Boab-Fotos. In Zeiten von Negativ- und Diafilmen wäre das mir nicht passiert…


Was für eine unterhaltsame Aussicht beim Frühstück. Die Beutelspringer, volkswissenschaftlich auch Känguru genannt, testen akrobatisch ihre Stellung in der Gruppe aus.




Australien ist der Kontinent der ungewöhnlichen Landschaften. Die Felsformation Bungle Bungle in den Kimberleys gehören dazu, ist aber per Straße im australischen nassen Sommer meist nicht zu erreichen – so haben wir sie aus der Vogelperspektive bewundert.

Fast wären wir unbeschadet durchgekommen – aber dann zeigt uns ein kräftiger Gewittersturm, wieviel Regen der Nordwesten im Sommer schlucken muss. Schnell wird das flache Land, schnell werden die Straßen hier überflutet.

In Westaustralien leben sehr wenig Menschen. Viele Siedlungen sind den gewaltigen Erzminen geschuldet. Gerade wegen seiner Bodenschätze boomt Australien und lockt mit hohen Löhnen.


Es gibt Situationen im Leben, in denen man besser nachgibt. Tun wir in diesem Fall zweifelsfrei.

Nachgeben tun auch die Bäume. Der harte Westküstenwind prägt das Land von Port Hedland bis Perth.

Cyclone-Warnung entlang der Nordwestküste. Alles, was nicht fest verzurrt ist, fliegt in einem Zyklon weg. Wir aber haben wieder mal Glück und bleiben vom Tropensturm verschont.

Alles für die Camper. Selbst im abgelegenen westlichen Outback gibt es Entsorgungsstationen für Reisemobilisten. Davon haben wir nicht mal eine einzige auf unseren Reisen durch Asien.





Farbenspiele Australiens. Türkis und Eisenrot dominieren das Bild in den Canyons des Westens.

Nirgendwo sonst auf der Welt habe ich derartige Sanddünenfarben getroffen.

Das Rot von Stein und Sand taucht seine gesamte Umgebung in mystisches Licht. Jede Dämmerung in der Natur ist ein Farbspektakel. Die stechenden Mücken und Fliegen verschweige ich wieder einmal…


Der 80-Meilenstrand unterhalb Brooms. Im australischen Sommer sollte man Dank gefährlicher Quallen das Schwimmen unterlassen.


Muscheln, meterhoch aufgetürmt. Was für ein Strand.


Stromatolithen – eine Lebensform aus den frûhen Zeiten der Evolution. Unsere Menscheitsgeschichte ist dagegen ein Wimpernschlag.






Noch so ein Farbgegensatz entlang der Küstennationalparks. Der schneeweiße Sand geht auf die in Jahrmillionen zerriebenen Korallen zurück.




Die Pinacles – eine Wüste aus Sand und Stein. Die Australier haben sogar einem Drive-Through-Parcours geschaffen, so dass man nicht mal aussteigen muss, um die Wüste zu fotografieren. Wir sind trotzdem ausgestiegen…




Küste trifft auf Festland. Sind das nicht tolle Farben? Ich kann mich daran sattsehen.



Pelikane und Delfine in der Sharkbay. Es gibt hier praktisch eine Beobachtungsgarantie für die intelligenten Meeressäuger. Damit ist übrigens nicht der Pelikan gemeint.


Fast überall in Australien totgefahren, kann man hier im Nationalpark der Sharkbay noch Emus treffen.



Wir haben Perth erreicht – unsere letzte Destination bevor wir den Kontinent verlassen. Es ist die abgelegenste Millionenstadt der Erde. Die nächsten Tage werden wir hier die Verschiffung von Reisemobil und Anhänger vorbereiten.

Na, das macht Mut für das Alter. Haarschneiden in Perth wird nach dem Austritt aus dem Arbeitsleben wieder billiger. Werden wir also demnächst nach Australien auswandern?

Der Schülerlotse ist nicht zu übersehen. So jemand gut markierten habe ich nirgendwo in ganz Asien getroffen. Australier lieben es sicher.

Und wenn ich mir vorstelle, so ein Schild in Indien aufzustellen. Nach 5 Monaten Australien wird das Erlebte in Asien noch schillernder.

Fremantle, die Hafenstadt direkt neben Perth. Von hier aus…


…haben viele unserer Reiseteilnehmer verschifft. Auch Uli, Birgitte und wir geben hier unsere Fahrzeuge ab. Unser Bimobil muss vorbereitet werden für die nächste große Asienreise, die bereits Anfang Oktober wieder startet. Der Aufbau hat sich fantastisch bewährt genauso wie die Klimaanlage, die wir in Australien viel mehr als in Asien eingesetzt haben. Der Sprinter selbst hat uns gerade in Sachen Elektronik manchmal geärgert – ein australisches Softwareupdate auf deutschem Steuergerät – das müssen die Programmierfüchse in der Heimat mit neuen guten Updates korrigieren. Da lob ich mir die Zeit der Dampfmaschinen – obwohl wir damit diese Reise kaum hätten machen können.

Nach unseren 5 Monaten Australien sind wir uns einig: Ein fantastischer Kontinent, ein großes Abenteuer. Manchmal etwas kompliziert und überreguliert – aber das wird einem notorischen Asienliebhaber wohl immer so in der westlichen Welt gehen.

Fast alle Reiseteilnehmer haben in der Zwischenzeit den Kontinent verlassen, sind nach Neuseeland oder Amerika oder eben nach Hause. Wir überlassen unser Haus auf Rädern vorläufig dem großen RoRo-Schiff und fliegen ins benachbarte Neuseeland. Einen Monat werden wir mit einem Mietmobil dort unterwegs sein, aber das ist schon die nächste Geschichte, die ich auch schon auf unseren Treffen in Klüsserath und Bad Dürrheim erzählt habe.

Allen euch Fernreisegefährten eine gut Zeit

Euer Kostya

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