Einfach aufrgend! Reiseleiterrechercheimpressionen

Liebe Reiseteilnehmer, liebe Reisefreunde!

Ein weiteres Mal schreibe ich von der Vorbereitungsfront aus dem Osten. Gegenwärtig pendeln Arthur und ich hin und her zwischen Westen und Osten. Wir nehmen Flugzeuge, Bahnen, Autos, Vespas und Reisepässe wie ein Kettenraucher seine Kippen. Mit dem Unterschied, dass wir hoffen, im 80. Lebensjahr noch beide Beine zu haben… Tschuldigung, musste mal sein, dieser lockere Belehrerspruch. Davon wird es noch viele geben, wenn ich, in Reisetrance verfallen, wieder vom Leder ziehe. Zurück zur Vorbereitungsfront.

Die befellten Wesen sind keine Reiseleiter sondern Trampeltiere, die dem eisigen Steppenwind trotzen. Seitdem der Aralsee verschwunden ist, sind die Winter merklich kälter geworden. Wenn wir in diesem Jahr im Spätsommer und Herbst als Gruppen durch die Region Karakalpakien reisen, ist es zumindest tagsüber angenehm warm. Es sei denn, es gibt einen Sandsturm, der in jede Zahnlücke eines Reisenden und jeden Schlitz eines Reisemobils …na, so schlimm wird es schon nicht kommen…

Arthur grüßt von der Ölpumpe aus dem Osten den Westen, den schläfrigen…
Kasachstan und Usbekistan besitzen riesige Steppen und Wüsten. Unwirtliches Land. Darunter liegen Schätze, die mehr und mehr die moderne Welt interessieren. Gas, Öl, Seltene Erden, Metalle – vieles von den Chinesen den Europäern vor der Nase weggeschnappt.

Da stehen sie ewig in der Schlange an der polnisch-ukrainischen Grenze. Viel Stau im Vorfeld der EM. Polen macht sich dadurch genauso wenig Freunde wie durch das undurchsichtige Mautsystem, das flickenteppichartig und kaum verständlich für bestimmte Abschnitte bestimmter Strecken eingeführt wird – just im Jahr der EM. Polenreisende mit Reisemobilen, die schwerer als 3,5 Tonnen sind – aufgepasst! Erkundigt euch, nehmt euch eine Woche extra frei und studiert die neuen Mautbestimmungen. Und noch einen Tag für die schöne polnisch-ukrainische Grenze!

Danach geht es heim! Polens und Deutschlands A4 führt uns in einem Tag bis ans heimatliche Ziel. Familie für ein paar Tage, dann sitzen Arthur und ich schon wieder zusammen und bereiten die großen Treffen in Klüsserath vor. Da kommen sie alle zusammen, die Guten und die ganz Guten, die großen Abenteurer und die Veteranen der Seidenstraße, die 2007er, die damals russische Polizisten noch mit der Hand gezähmt haben.

Ja, es sind die harten Jungs und Mädels der Ära 07 dabei. Unvergessen und immer wieder neu aufgelegt – der Paderborner – als verblüffend maßstabs- und realitätsgetreu dargestelltes Modell.
Kleiner Hinweis für neue Abenteuerosten-Leser: Der Reifen vorne ist platt. Und diesen Zustand nennt man genauso wie eine Brotsorte und eine (seltsame..) Menschenart: P a d e r b o r n e r!

Da stehen die ersten wild Entschlossenen in Klüsserath zusammen. Einmal um die Welt soll es gehen.

Tolles Vorgefühl – da kommt was Großes auf uns zu.

Jetzt aber… Lukas lacht und Kostya fährt auf Weltreise… Ich bin dann mal weg…

Das erste Zusammentreffen der Weltreisekandidaten. Männer und Frauen – die sich 10 Monate Asien mit Kostya antun werden. Der administrative Aufwand schlägt alles bisher Gewesene. Gut, dass wir einige Jahre durch die harte Schule der Seidenstraße gegangen sind. Schon da sind Arthur und ich sichtlich gealter… äähh.. gereift.

Keine 24 Stunden nach dem Treffen in Klüsserath bietet sich mir so eine Aussicht. Über den Dächern von Moskau bereite ich mich auf die morgigen Meetings mit Notaren, Kartenhändlern und Organisatoren vor. Das meiste betrifft übrigens die Asientour 2012, die administrativ uns wieder sehr viel abverlangt.

Der Neue Arbat – die Flaniermeile der Reichen. Ab und zu jagt ein Oligarch und/oder Politiker mit Blaulicht und Sirene über den Mittelstreifen dieser Straße. Das Blaulicht dafür kostet 200 Mille – für viele hier ein Griff in die Portokasse. Ich muss noch lange in der Welt arbeiten, um so ein Blaulicht kaufen zu können. Ich will aber nicht jammern, es ist auch so schon interessant genug im Leben, oder?

Zwei Tage später geht es direkt von Moskau nach Berlin. Treffen mit Chinesen, Ostexperten und Reisearchitekten – die ganze Sache ist sehr komplex. Damit wir keine Zeit verlieren, rasen Heinrich und ich, ganz in indonesischer Manier, per Vespa durch die Straßen der Bundeshauptstadt. Die Tasche voller Routenpläne, Permits und nicht mal einem Blaulicht für Berlin – da seht ihr mal, wie aufregend einfach ein Reiseleiterleben ist.

Bald bin ich wieder zuhause für ein paar Tage. Die Kleinste weint, hat Papa nicht gleich erkannt. Na, das kann ja heiter werden, wenn ich nach der großen Tour heimkomme…

Bis zur nächsten Recherchetour und dem Start der Seidenstraßenreise 2012

Euer

Kostya

004 (ATW) Es geht loooos!
Gnadenlos tickt die Uhr – der Start der Monumentalreise rückt näher und näher. Etwas neidisch blicke ich auf euch… < mehr

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