Liebe treue Leser!

Es ist der letzte Bericht zur großen Asienreise, den ich in diesem Jahr verfasse. Ich mache das mit Wehmut, ähnlich dem letzten Roadbook, das ich zum Abschluss in Tiflis geschrieben habe. Ein halbes Jahr einer wahrhaftig abenteuerlichen Reise liegt hinter uns. Eine Reise, die keineswegs ein Spaziergang war und die mich und meine Teams genauso wie alle Reiseteilnehmer echt gefordert hat. Aber was hat sie uns alles gegeben? … Ach, es ist ja noch nicht Schluss, wir müssen erst noch durch Georgien und dann ein bisschen die Türkei und dann heim. Also, legt bitte die Gurte an, es wird zum Ausklang noch einmal einen heißen Ritt geben.

Georgiens Berge sind wunderschön und können uns nach Tausenden Kilometern Hochgebirge in Asien nicht mehr schrecken. Gar nicht mehr.


Der mutige Georgier hat sich meinen wilden Riesengecko gegriffen und ihn ohne Probleme gebändigt. Ja, Georgier sind keine schüchternen Menschen.


Sie sind so, wie es im Kaukasus Tradition ist, sehr gastfreundlich und natürlich an unserer Reise interessiert. Der Flyer ist und bleibt ein Renner, egal in welchem Land wir unterwegs sind.


Wie bitte? Keine 20 Fahrstunden von hier entfernt verbrennen sie die USA-Flagge und hier in Georgien wird George Bush verehrt. Amerika genießt in Georgien ein hohes Ansehen – egal ob Ölcowboy oder Obama Präsident ist.


Tiflis ist westlich orientiert und wunderschön in einem Flusstal gelegen.


Korruptionsfrei und transparent will sie sein, die Politik in Georgien. Alle Polizei- und Regierungsgebäude sind sichtbar durchsichtig gläsern gestaltet. Ein ehrenwertes Ansinnen, das zumindest an den Grenzen schon Umsetzung gefunden hat. So freundlich, korrekt, bürokratie- und wartezeitfrei war es nie zuvor auf unserer Reise an einer Grenze zuge- gangen. Obwohl das keine Kunst ist…..hust hust.


Auf ins Nachtleben der Stadt. Nachdem ich fast schon erwachsen geworden bin, stürzen wir uns nun nach der Sandmannsendung ins spätabendliche Tiflis. Die Stadt ist fantastisch illuminiert, man hat da bestimmt eine russische Gasleit…Nein, hat man nicht. Es geht doch alles ganz legal zu hier.


Legal ist es auch, Bier zu trinken. Ein Blondes Kühles bei unserer ersten Abendstation macht alle glücklich.


LeckerLecker ist ….das Eis natürlich, welches die nette Georgierin gekonnt mit einem offensiv herzlichen Lächeln garniert.


Ach, wie romantisch. Wie schön, die Lichterspiele der Nacht in Tiflis. Und wenn man einige Schritte weiter geht, dann …Platsch. Nein, dann ….


..schiebt sich die neue Stahlbrücke zwischen das bekannte Tiflisbild. Nun, Mut zur Innovation haben sie, oder


Gleicher Planet, verschiedene Welten. Während Peter nicht gerade erfreut über den Kölner Tabellenstand ist, bekomme ich durch die aktuelle BL-Tabelle das Restkopfweh der zurückliegenden Nacht vertrieben


Raus aus Tiflis auf dem Weg nach Vardzia zu den Grotten. Der Vierbeiner hat die Ruhe weg, muss aber aufpassen, dass er keinen Zug bekommt.


Die Kirchen Georgiens liegen malerisch schön.


Die Aussicht von dort ist fantastisch, wir blicken auf die Mitte des religiösen Zentrums Georgiens


Halt. So nimmt also die gläubige Obrigkeit das klassische Geschlechtsprofil wahr. Frauen haben was mit Bekleidung und Mode zu tun. Aber die Männer, die schlimmen! Nicht mit Boxershorts den dicken Maxe markieren, dann das I-Phone samt BundesligaApp ausmachen, dann die Kippe aus dem Mund und dann bitte die Schusswaffen ablegen. Letzteres hat bei uns natürlich am meisten Zeit in Anspruch genommen…


Jetzt sind wir clean und genießen den Flair der uralten Kirche, ohne dabei zu stören.


Das Vardziatal habe ich euch letztes Jahr schon ausführlich gezeigt. Diesmal gibt es nur die eine Aufnahme, weil das Licht einfach so toll in der Felswand steht.


Und noch ein Bild von Varzdia. Es ist etwas frisch geworden über Nacht. Johan begegnet der Kälte mit angemessener Kopfbedeckung.


Hatte ich euch nicht gesagt, liebe Leser, ihr solltet euch angurten? Für die anstehende Passpassage sehr zu empfehlen.


Ein bisschen Pamirgefühl hatte ich denen versprochen, die sich auf das Abenteuer Brückenpass nach Batumi einlassen. 5 Reisemobile von uns haben es getan, ich darunter zum ersten Mal, weil ich endlich ein Mobil habe, das auch etwas härter rangenommen werden darf.


Uppsi, ist das tief. Und die Fahrspur eng. Eine Strecke ohne Einschlafgefahr.


Einmal nicht richtig geraten und schon sind wir auf einer Nebenstraße gelandet.


Verflixt. Sackgasse. Und wenden? Ist nicht. Aber Olli…


…hat einen Weg gefunden, der zurück zur Passstraße fährt. Ne, machen wir nicht.


Abkuppeln, Hänger händisch wenden, Bimobil wenden und dann wieder ankuppeln.


Zurück auf dem Kaukasus-Highway. Landschaftlich ein Augenschmaus.


Kurz mal entsorgen. Tja, da würde selbst ein Paderborner Allradfahrzeughalter staunen ob der riesigen Entsorgungs- klappe. Aber ich kann euch beruhigen. Nichts haben wir verklappt, als wir die klaren Gebirgsbäche passieren.


Langsam arbeiten wir uns nach oben.


Schwindelfrei sollte man schon sein.


Das soll die Straße sein? Ja, tatsächlich, sie ist es! Hat es ganz schön in sich.


Teilweise ist der Bach die Spur.


Klick, klick, klick macht es alle 2 Sekunden. Die Ursache ist schnell gefunden. Ein fetter Stein klemmt zwischen den Zwillingsreifen. Werner und Detlef werden den Brocken rauswursteln, dann geht es weiter.


Die Passkrone ist die Krönung. Wagenburg – Würste – Deutsche Schlager – Noch Fragen?


Trucker der georgischen Bergwelt vereint mit Weltreisemobilisten aus dem Westen.


Zwei bärenstarke Typen, wobei schwer zu sagen ist, wer von denen mehr Jahre auf dem Buckel hat.


Hopperla, die Brücke gehört mal wieder aufgearbeitet.


Hänge rutschen regelmäßig in die Streckenführung. Unser Weltreisemobil tankt sich locker durch alle Passagen.


Inmitten dieser wilden Baustelle gibt es schon Mittel für ästhetische Aspekte. Die 5 Meter lange Leitplanke wird weiß gestrichen. Anzumerken sei noch, dass es die einzige Leitplanke auf 150 Kilometer Passstrecke ist…


Wir kommen einfach nicht schnell genug voran. Noch 60 Kilometer Passabstieg und die Dunkelheit kann nicht warten. Da heißt es „Aufgepasst“. Überall laufen hier die Kühe frei umher.


Die entgegenkommenden Fahrzeuge sind oft lichterlos, dafür aber voller Leben.


Was freuen sich die Jungs…


…über uns Reisende und die Flyer. Eine unerwartete Abwechslung.


Es regnet mittlerweile kräftig, die Straße ist eng und 5Meter Leitplanke für den gesamten Pass sind offen gesagt etwas eng bemessen. Der Vorteil der Dunkelheit ist ihre Geheimnistuerei. Niemand sieht, wie tief der Abgrund links von uns ist. Absolut beruhigend für schwindelgefährdete Zeitgenossen. Wir erreichen um 20 Uhr Batumi bei strömendem Regen. Solche Fahrten wie die Passpassage stellen natürlich die Ausnahme dar. Zudem bestehen für solche Routen fast immer Ausweichmöglichkeiten für die niedriger liegenden Fahrzeuge. Seit 2007 haben wir beide Routen im Programm. 2009 berichtete ich von der passfreien Umfahrung (könnt ihr im Bericht 2009 noch einmal miterleben), nun ist auch der Pass visualisiert.


Ankunft in Batumi. Es hat sich viel getan in der Stadt am Schwarzen östlichen Meer. Neue Zentralplätze, neue Anlagen – wir sind beeindruckt.


Der Kieselstrand ist weit und neuerdings auch sauber!


Sie bauen wie die Weltmeister. Nirgendwo ändert sich so viel wie in Batumi, dem Ort, wo 1990 alles seinen Anfang nahm, als wir zum ersten Mal zu Besuch in der Hafenstadt waren. Wir benötigten damals 7 Tage, um die Sowjetisch-Türkische Grenze zu passieren. 7! Ist kein Druckfehler.


Welcome to Adsharia! Das Tourismusdepartment von Batumi empfängt uns mit Geschenken, die Presse will wissen, was wir auf der Reise und in Georgien erlebt haben. Wir haben dann 7 Tage lang die wichtigsten Erlebnisse zusammengefasst und… Nein, wir hätten 7 Tage gebraucht, hatten aber nur 60 Minuten Zeit für die Journalisten. Dann nämlich wartete schon der Abschiedsabend auf uns.


Prost. Mit feinem Champagner stoßen wir zum ersten Mal an auf die Reise, auf Georgien, auf uns, auf das Leben, das uns diese Reise geschenkt hat.


Wo gehobelt werden, fallen Späne. Meine Chuks habe ich in den letzten 25 Wochen in Grund und Boden gelaufen. Das Set haben sie mir als Dankeschön und Erinnerung an diese 25 Wochen präsentiert. Sie, das sind meine Leute. Meine Gruppe, die Fantastisches geleistet hat. Unvergessen bleiben wird mir vieles. Uschis Funken und Fühlen der Dinge, Rosis Kuchen und Detlefs Hängerschleppen, Ernsts unzählige Reparatureinsätze, Werners spektakuläre Heldentaten in den Himalayapässen und noch so vieles, was uns an Einsatz, an Gutem widerfahren ist. Vergebt mir, dass ich nicht alle und alles erwähne. Es wird dann für die Leser ganz laaaang. Aber eine Dankeswelle muss ich doch noch loswerden:
-Olli zu Hause und Li in China als zwei Top-Krisenmanager
-Die Leute von Kerkamm und bimobil für die tolle Unterstützung: Ihr habt ein fantastisches Auto gebaut!


Zviad tostet auf uns. Auf mutige Leute, die etwas tun. Die in die weite Welt als Reisepioniere hinausgehen, statt auf dem Sofa zu sitzen, um dann irgendwann einmal festzustellen: „Ach hätte ich doch!“ Wir haben, und darauf sind wir stolz. Nur ganz wenige Menschen durften China, Turkmenistan und den Iran so erleben wie wir in und mit unseren Reisemobilen. Das wissen alle! Ihr Leser, ihr Gruppenteilnehmer und ihr Teammitglieder. Unzählige Momente, die mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen sind. ..Schluss mit der – wenn auch ganz ernst gemeinten – Sentimentalität. Wir fahren im Bus nah dem Abend zurück und sind einfach happy. We have made it!


Werner hat just am letzten offiziellen Reisetag Geburtstag. Den feiern wir auch gebührend beim Brunch im Botanischen Garten in Batumi.


Viel Glück – Auf dem Weg raus aus Georgien und vielleicht für den Rest des Lebens.


Haah! Noch ein Skandal zum Schluss der Reise. Mussaddas, die seit Mashad im Iran zum Team gehört, hat einen Haufen Drogen während der Fahrt entdeckt. Ganz schön heftig, so viel Stoff offen neben dem Bürgersteig… Seht ihr, solche Bären kann uns keiner nach so einer Reise aufbinden. Und auch ihr zu Hause hört hoffentlich in Zukunft mehrmals hin, wenn wieder irgendein Horrorszenario über einem euch unbekannten Land aufgezogen wird.


Die Türkei ist infrastrukturell supermodern. Topstraßen durchziehen das Land von Ost nach West. Binnen 2 entspannter Fahrtage wechseln die ersten von uns erneut die Kontinente am Bosporus von Asien nach Europa.


Die Silhouette von Istanbul.


Und wir sind frei. Haben Dank Menschen wie Mussaddas, die uns hier in Istanbul verlassen wird, Land und Leute hautnah kennen gelernt. Mussaddas! Danke Dir! Die Zeit mit dir im Team war wunderbar, wir werden uns wiedersehen. Pass auf dich auf, wenn du nach Afghanistan gehst! Tshetori! Salamati! Kostya Papparazzi.


Auch ihr, liebe Leser, passt auf euch auf. Schließlich wird es auch in den Folgejahren verrückte Reisen geben. Egal wie sehr es mich in diesem Jahr gefordert und zerzaust hat – ich weiß, dass ohne diese erlebten Momente mein Leben nicht so tief und schön wäre, wie es das nun ist. Ich glaube, dass ich dabei aus der Seele vieler Reiseteilnehmer spreche.

Bedenkt, liebe Reisefreunde, dass man im Leben oft die Dinge bereut, die man nicht getan hat. Packt eure Chance und fahrt hinaus in die Welt. Allein oder mit uns. Ganz egal, genießt die Welt, sie ist viel besser als ihr Ruf!

Euer Kostya


018 Indian Summer in Armenien
Ja, mit dem Iran ist es nun tatsächlich vorbei. Zumindest innerhalb der nächsten 45 Sekunden, denn die nächsten zwei Aufnahmen stammen noch aus Persien, das uns einfach nicht loslassen will. Dabei sollen auch die nächsten Fahrtage durch… Mehr >