Glatter Auftakt in Helsinki

So, Elfi und Schorschs Wege haben sich von dem meinigen getrennt. Sie sind in Riga zugange und bereiten ihre Gruppe auf das große Asienabenteuer vor, während ich in Helsinki die Tour „Zauber des Nordens“ übernehme. Es ist eine Pioniertour, auch wenn andere Anbieter in dieser Region schon herumgefahren sind. Wir sind aber mit einer uns eigenen Philosophie unterwegs, die so viel wie möglich Freiheit gibt. Konvoifahrten bieten wir nur dort an, wo es auch Sinn macht. Das Meiste ist individuell oder in kleinem Fahrverband erlebt 100 Mal schöner als im zähen Konvoi. Wir sind mit einem Reiseleitungsteam bestehend aus jungen und motivierten professionellen Leitern und verlässlichen Helfern unterwegs und wollen euch Reisende so nah wie möglich an Land und Leute bringen. Inwieweit uns das gelingt, dürft ihr in den nächsten Wochen hier erleben.

Jetzt beginnt unsere Geschichte des Nordens, hoffentlich eine Zauberhafte.

Helsinki. Der letzte echte Campingplatz. Ein bisschen Legehennenartig, aber das wird sich in den Folgetagen ändern.


Unmögliche Arbeitsbedingungen. Beim Grenzübertritt die Sohlen abgelaufen! Ja, so arbeiten die Guides von SeaBridge. Was nun wirklich dazu führte, dass sich innerhalb von 90 Minuten die Gummibesohlung an beiden Schuhen ablöste, bleibt offen


Seid gegrüßt Kolja und Sergej! Einige von Euch kennen die beiden von Asien- und Europatouren. Diesmal helfen sie uns bei organisatorischen Aufgaben aller Art.


Unser erster Stand- und Nachtplatz in Russland. Die Stadtväter erlauben uns, auf dem Marktplatz zu stehen. Fußläufig zu Restaurants und Markt gelegen gar nicht so schlecht für eine Stadt wie Wyborg.


Die bewegte Geschichte mit verschiedenen Herrschern aus Finnland, Schweden und Russland hat Spuren hinterlassen, obgleich sich Wyborg heute sauber und aufgeräumt präsentiert.


Die Schlösser als Symbol der Eheschließung. Wer sich verheiratet, hängt hier ein Schloss ans Geländer und wirft den Schlüssel ins Wasser. Untrennbar sollen die Vermählten dann sein, solange das Schloss hier hängen bleibt. Ob es funktioniert? Ich habe das bisher 16 Jahre ohne Schloss geschafft…


Der KAD, der Petersburger Autobahnring umfährt den chaotischen Stadtverkehr der 4-Millionen-Metropole. Wir müssen in den Süden und fahren den kompletten Ring.


Heißsporne sind sie nach wie vor und warten können sie schon gar nicht. Gemeint sind einige russische Autofahrer, die im Stile von berittenen Mongolen ganz links oder rechts – je nachdem wie man es sieht – etwas Zeit gutmachen wollen.


Wir laufen schadensfrei ein in unseren Hafen bei…


…Sergej Konstantinowitsch, einem Petersburger, der sein Firmengelände langsam zum Campingplatz umbaut.


Schnell haben Sergej und mein Team Schaschlikspieße bestückt und gegrillt. Wir sitzen ausgelassen nach hartem Fahrtag an der langen Gruppentafel, unserer ersten in diesem Jahr. Die Stimmung ist gut, das liegt wohl auch daran, dass keiner weiß, was Petrus in den nächsten Tagen mit uns vor hat.


Peter, Kolja und Sergej stoßen an, es fließt zum ersten Mal Wodka und morgen müssen wir ja nicht fahren, wir lassen uns fahren.


Kolja und Wolfgang sprechen fließend die Sprache des anderen. Das Wässerchen ist schon ein tolles Getränk.


Schaut mal auf die Uhr. Sergej, seine Frau Larissa und Sohnemann arbeiten bis tief in den frühen Morgen an den nervigen Registrationen. Dieser alte nervige Bürokratie-dinosaurier aus Zeiten der Sowjetunion hat tatsächlich bis ins Jahr 2010 überlebt. Wer schlägt dieses unnütze Monster endlich mal tot?


Aber ihr habt gesehen, dass wir immer lächeln, egal was wieder gerade los ist. Unser Winnebago hat einige technische Probleme. Sergej und sein Team sind zur Stelle, wir werden das Kind schon irgendwie schaukeln, so wie auf allen anderen Touren bisher auch.


Hinein in die Stadt St. Petersburg geht es. Die Tulpen segnen das Zeitliche. Für uns ist’s unterhaltsam, da wir im Bus fast zwei Stunden im Stau in St. Petersburg stehen und für jede Ablenkung dankbar sind.


Der Himmel weint. Gemein, es war drei Wochen schön in St. Petersburg und nun gießt es ohne Unterlass. Und dass, obwohl ich der Gruppe drei Tage Sonne vorausgesagt hatte… Was habe ich bloß ausgefressen? Habt Ihr ’ne Idee?


Aber drinnen ist es ja trocken. Wir freuen uns über die bunten Matrjoschkas und weitere russische Künste.


Russische Frauen sind schön, ich spreche aus Erfahrung.


Und deutsche Frauen? Naja, diese hier ist nicht soooo schön, aber das muss sie auch gar nicht. Und im übrigen sind unsere deutschen Mädels auch nicht zu verachten, oder?


Bunt, schön und teuer. „Kitsch“ sagt ihr? Ich habe mal von einem Kunstprofessor gehört: „Kitsch ist die ungebremste Liebe zur Schönheit.“


Karola und Harald sind da ganz des Professors Meinung.


Selbst die russischen Damen-Gummistiefel sind eine Ecke modischer als bei uns.


Unsere zwei Petersburger Blumen. Irina zeigt uns drei Tage lang die schöne Zarenstadt und Artjom hilft uns als deutsch-russischer Tourguide von nun an bis zum Ende der Reise, damit alles gelingt.


Ein paar regenfreie Momente gibt es natürlich doch. Und die Stadt präsentiert sich von ihrer schönen Seite. Über 65 Kanäle durchziehen das Venedig des Nordens. Wir sind per Schiff unterwegs.


Wunderschöne Ansicht und dahinter die Bluterkirche…


Modern und locker präsentieren sich die russischen Großstadtfamilien im Jahre 2010. Die Realeinkommen sind spürbar gewachsen, Russland geht es viel besser als der Westen es wahrnimmt.


Tag der Soldaten. Sie haben frei und genießen die ausgelassene Stimmung.


Ob sie so genießen können? Am Tag der Hochzeit gießt es wieder in Strömen.


Aber sie lassen sich das Sommerfeeling nicht nehmen. Bei 7 Grad und Nieselregen im Rock. Kompliment!


Good Bye Sergej Konstantinowitsch. Danke für deine große Hilfe.

Drei Tage St. Petersburg gehen zu Ende. Drei Tage, in denen ich als Reiseleiten bei vielen Highlights nicht dabei sein durfte, weil ich mit organisatorischen Dingen voll beschäftigt bin. Jetzt wisst ihr auch, warum ich so sauer auf den Bürokratiedinosaurier bin. Schrecklich, diese ersten Tage für die Reiseleitung.

Aber unsere Gruppe hat trotz Regen die fantastische Zarenstadt genossen, die Eremitage, die Kanäle, den Peterhof, das russische Museum, den Newskiprospekt und so weiter. In St. Petersburg könnte man locker drei Wochen bleiben.


Good Bye Großstadtdschungel. Wir fahren nun auf der P 129 stets gen Norden. Ein neues Kapitel, dass ihr demnächst hier erleben dürft.


Euer Kostya


002 Zu Besuch auf Walaam
Mitten rein ins Abenteuer Nordost. Wir reisen nun entlang der westlichen Seite des Ladogasees. Bis vor einiger Zeit war diese Strecke noch Sperrgebiet, jetzt können wir sie bereisen. Die Versorgungslage ist bisher kein Problem. Tankstellen mit gutem Dieseltreibstoff gibt es immer… Mehr >


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