Endlich ein halber Hunderter!

Endlich ein halber Hunderter!

Liebe Mitreisenden, lieber Holger!

Auch im heutigen Bericht lass ich dich noch in der Begrüßungszeile, lieber Holger. Wir fahren nämlich bis nach Werchojansk. Der Ort, wo du beinahe 32 Jahre geblieben wärest…

Wir sind guter Dinge, die Mägen voll mit rohem mittlerweile aufgetauten Fisch. Nun sind wir fit für den hohen Norden, wir wollen bald den Kältepol Werchojansk erreichen. Dafür müssen wir weitere 250 Kilometer auf gefrorenen Flüssen reiten. Wie es uns dabei ergangen ist? Gar nicht so schlecht, wie ihr nun sehen könnt.

Morgenstimmung auf der Jana. Vom ewigen Wind geformte Schneewehen überziehen das Flussbett. Sobald Wind herrscht, schlägt der Chillfaktor mit voller Wucht zu. Schon 35 Grad unter Null reichen, um nach wenigen Minuten ein Beißen an den Wangen zu verspüren.


Hopperla, da ist er wieder, Utes Verehrer. Erinnert ihr euch noch an den deutsch-jakutischen Händedruck? Auf der Eispiste wird nicht einfach so aneinander vorbeigefahren. Man hält an und informiert sich über die Gegebenheiten der Strecke. Oder man erfreut sich einfach an der schönen Gestaltung der Außenseite der Fahrerkabine….


Einmal Monster, immer Monster.


Unser Wohnmobil ist einfach unschlagbar auf den heftigen Winterwegen, den sogenannten Simniks.


Entlang der Pässe sind die Lerchenwälder mit dickem Raureif bedeckt. Kaum verschwindet die Sonne, geht es sehr schnell unter die 40 Grad-Marke.


So dick ist der eisige Bezug…


…und so dünn der Baum, der darunter steckt.


Am ersten großen Etappenziel. Der Talkessel von Werchijanks. Hier wurden früher oft Rekordminsutemperaturen nahe der 70-Grad-Grenze gemessen. Heutzutage ist es nicht mehr so kalt in Werchjansk. Auch gegenwärtig haben wir nur 35 Grad.


Der Flughafen von Werchojansk ist seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb. Abgeflogen wird im 70 Kilometer entfernten Batagai.


Hier funktioniert auch endlich wieder das Handynetz. Eugen nutzt die Gelegenheit, um im weit entfernte Zuhause anzurufen. Dank unseres Trips ist er weitere 4 Wochen von Zuhause fort.


Der Beweis: Dieter, Ute und Martin sind am Kältepol Werchjansk angekommen.


Während Ute und Dieter sich zeitgemäß gekleidet haben…


… macht Martin einen auf Supermann!


Kostya geht dem Mammut auf den Geist. Entlang der Flüsse Jakutiens werden viele Mammutzähne gefunden.


Die Wasserstelle einer jakutischen Familie. Die fehlende Wasseranbindung nötigt die Bewohner, die Wasserversorgung anderweitig sicherzustellen. Dazu sägt man im Herbst, wenn das Eis noch dünn ist, Stücke heraus und legt sich einen Vorrat an. Bei Bedarf wird dann das gefrorene Nass per Pferdeschlitten abgeholt.


Eugen holt frisches Trinkwasser aus der Jana.


Begegnung mit den Dorozhnikis, den Straßenarbeitern. Sie informieren uns über den aktuellen Zustand der Strecke gen Norden. Aber sie hätten gut daran getan, die Wege etwas glatter zu gestalten…


…da das Innere unseres Wohnmobils immer wieder gut durchmischt wird. Das kennen Holger und ich bereits von unserer Tour 2006. Egal wie gut man etwas verstaut oder anbindet – hier wird alles losgerüttelt.


Die Beschilderung ist eine Frechheit, oder?


Mit solchen Streckenabschnitten haben wir es ständig zu tun. Der nicht beladene Ural-LKW springt trotz niedrigen Luftdrucks wie ein Frosch.


Der Mittelpunkt unseres Extremreisemobilistendaseins. Von der Essecke aus genießt man in 3 Metern Höhe einen guten Ausblick aus den doppelt verglasten Scheiben.


Am Morgen wird der mit 47 Grad unter Null gehaltene Kälterekord gebrochen. Wir haben einen halben Hunderter – keine schlechte Leistung für den Monat März.


Alltag auf den Eiswegen. Hier sind nur hochbeinige LKW unterwegs.


Damit wir auch möglichst pannen- und unfallfrei und gesund durch die Simniks kommen, haben wir am Schamanen Opfer erbracht. Es ist eigentlich egal, was man da lässt, es sollte nur einem selbst auch etwas Wert sein. Und da viele Fahrer gerne viel rauchen, ist eine Zigarette ein gutes Opfer. Wir opfern je 5 Rubel in der Hoffnung, die Götter damit besänftigt zu haben.


In den Folgetagen werden wir über die Siedlung Ust Kuiga bis nach Deputakski kommen – zwei exsowjetische Kunststädte, die uns den Atem verschlagen werden. Doch davon mehr im nächsten Bericht.

do swidanie

Kostya


06 Die kalte Schulter des Nordens
Werchojansk und Batagai haben wir bereits erobert, nun folgt der nördlichste Punkt unserer Expedition. Wir werden nun Ust Kuiga und Deputatski erreichen, um von dort aus das große Abenteuer, die Durchquerung der Tundra bis zum…Mehr >



04 Zauber auf gefrorenem Eis!
Der folgende Bericht ist insbesondere Dir gewidmet, lieber Holger, erreichen wir doch heute die Wetterstation. Aber auch ihr übrigen, Nicht-Eisweg-Erfahrenen, werdet eure Freude an unseren Erlebnissen auf dem Eis haben. Holger war… Mehr >



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