Reiseleiter entert Schiff am Weißen Meer-

Liebe Leser!
Auch ich habe eine kleine Pause eingelegt, wir haben parallel einiges in Sachen Asienreise zu tun gehabt. Spannende Ein- und Ausreisefragen mussten geklärt werden. Was da alles passiert, könnt ihr auf unserer Internetseite bei Arthurs Berichten verfolgen. Nun aber weiter mit den Erlebnissen aus dem Hohen Norden.

Wir haben Belomorsk verlassen, alle drei Klosterinseln gesehen.

Malerisch liegt es da, dieses elegische dörfliche Nordrussland, ganz wie im Buch von Klaus Bednarz „Kreuz des Nordens“ beschrieben.

Das Wetter ist binnen weniger Minuten umgeschlagen. Die Straßen nach der Hitze sind plötzlich glatt und …Hopperla… ein Fahrzeug ins Rutschen gekommen. Wir sichern und der Jeep zieht .. und nach 5 Minuten ist alles wieder gut.

Das ist ein cooles Reisemobil, welches sich meist selbst aus unangenehmen Situationen befreien kann. Der Haken an dem Ding: Verbrauch in schwierigem Gelände: 1:1. Ein KM = 1 Liter. Aua!

Die Sonne ist wieder da und wir auf der Piste. Immer wieder begegnet man sich unterwegs, da jeder Reisemobilist seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Fahr- geschwindigkeit hat.

Ich zum Beispiel esse schnell und nehme mir dafür die Zeit zum Fotografieren, wenn ich nicht gerade organisatorisch in der Pflicht bin. Aber ein Teil des Reiseleitungsteams ist ohnehin am Ende. Das Hinterherjagen des Reiseleiters gibt es bei uns nicht.

Lasst euch verzaubern von der nördlichen Flora. Moose, Wälder, weiche Böden. Und wenn die Mücken zu aufdringlich werden, dann einfach zurück ins Reisemobil und durch die Windschutzscheibe genießen.

Nahe unseres Standplatzes am Weißen Meer. Über diese Brücke müssen wir noch hinweg…

…und inspizieren sie kritisch. Nein, nicht mit unseren Autos. Lediglich zu Fuß…

…denn unsere Autos stehen bereits an ihrem heutigen Bestimmungsort.

Jetzt gilt es nur noch, das Boot der Einheimischen zu entern. Todesmutig, seiner Verantwortung stets bewusst, schwingt sich der Reiseleiter und sein Matrose auf das Schiff…

Die Siegespose ist erst komplett, wenn…

Aaahhh… das Logo von Mainz 05 unübersehbar und lange vor den Bayern präsentiert werden kann!

Jetzt ist der Platz uns. Keiner wird sich trauen, gegen die Allmacht der 05er vorzugehen. Den wenigen Noch-Nicht-05-Anhängern sei tröstend gesagt: Russland ist auch ohne dieses Vernunftbekenntnis ein sicheres Reiseland.

Wir stehen in einer malerischen Bucht des Weißen Meeres. Plätze, wie wir sie lieben. Plätze, die unseren Fahrzeugen die Existenzberechtigung geben.

Zu Fuß erkunden wir die Umgebung. Glimmer ist überall zu finden.

Weißmeerimpressionen. Der frische Wind im Gesicht, die verschlafenen, von Wind und Wetter gezeichneten Dörfer. Hier musst du stehen und fühlen. Das ist der Zauber des Nordens.

Holzhäuser von außen und innen. Sehr bescheiden leben die Menschen hier. Ab Oktober kommt der Schnee, wir sind nahe des Polarkreises. Oft kommen Bären aus den Wäldern, manchmal sieht man Belugawaale durch die Bucht schwimmen, erzählt uns Irina, welche die Handwerkskunst ihres Mannes präsentiert.

Belugawaale? Ja, die wollen wir auch sehen. Da im sie hauptsächlich im Herbst in die Bucht kommen, ist unsere Chance relativ klein, die schneeweißen Meeressäuger in der freien Wildbahn zu erblicken. Es gibt aber nicht weit von Tschupa eine Forschungs- station, wo einige Tiere zu Dressurzwecken gehalten werden.

Also chartern wir zwei Busse und arbeiten uns damit zur Forschungsstation „Polar- kreis“ vor.

Die Infrastruktur praktisch nicht vorhanden. Eigentlich gut – das hält die Massen ab und macht das Abenteuer für uns aus.

Die Landschaft einsam und malerisch.

An der Station angekommen, geht es noch etwas per Boot bis zur Wasser-Voliere.

Spannung. Wo sind sie? Kommen sie überhaupt?

Sie kommen.

Unmittelbar vor uns ziehen sie ihre Kreise.

Beim Füttern kommen wir den Tieren ganz nahe. Wir, das sind einige von uns, die auf wackligen Schwimmstegen die Belugas füttern. Aber gesehen haben wir sie alle.

Tim, Eugen und ich Kostya sind mit nassen Taucheranzügen ins Becken gestiegen.

Und kommen so den weißen Riesen noch etwas näher.

Anstrengend und kalt sind die Anzüge, aber es war die Strapazen wert.

Mitternacht am Weißen Meer. Wir sind auf Meerestierexpedition…

…und lassen uns vom Weißen-Nacht-Zauber begeistern. So schööön schlafen wir in unseren Reisemobilen am Weißen Meer. Zauberhaft.

Der nahe Mineraliensteinbruch zur Geisterstund. Ruhig und traumhaft gelegen im Norden des endlosen Kareliens.

Der nächste Tag. Wir haben unsere Reisemobile auf eine der höchsten Stellen im Steinbruch buchsiert. Toller Stellplatz, nicht wahr?

Direkt vor den Haustüren unserer Mobile glitzert und glimmert es. Farbenreiche Mineralien, Glimmer, Feldspat und Quarz … es macht Spaß, als Geologe unterwegs zu sein. Es sind die Bestandteile, aus denen Granit entsteht.

Der Steinbruch ist ein Eldorado für Fotografen.

Artem, der 2. Tourdirektor Russland Nord präsentiert sich stolz vor der Anhöhe.

Vitali, unsere Begleiter und Übersetzer und Aleksei, echter Weißmeereinheimischer vor toller Kulisse.

Eine Hommage an die unberührte Natur des Hohen Nordens.

Glimmer fasziniert uns immer wieder.

Bevor wir weiter gen Norden fahren, bitte noch einmal genießen. Nachdenken, sich selbst finden und verstehen, dass das Leben jetzt stattfindet. Dankbar sein für diese Momente. Wir sind es.

Holterdiepolter zurück über die Gleise. Die Strecke Murmansk – Petersburg ist 1400 Kilometer lang. Man kann es per Bahn oder Reisemobil in 2-3 Tagen schaffen. Wir machen 7 Stationen innerhalb dieses Abschnittes und nehmen uns dafür die 7-fache Zeit. Das Leben ist zu kurz, um an diesen Stellen vorbeizufahren. Und wir haben unsere Wohnmobile, um die Welt hautnah zu erleben.

Back to M18, der großen Verbindungsstrecke zwischen Petersburg und Murmansk.

Wir kommen ins Murmansker Gebiet und haben …

…den Polarkreis erreicht.

Wir werden bald wieder die M18 verlassen und in die Kirowsker Berge vordringen.

Ihr könnt dabei sein. Dieses Jahr auf dem Sofa vor dem Bildschirm und gerne demnächst mit uns oder selbst. Fahrt in den Norden und schaut ihn euch richtig an.

Cheers und bis bald
Euer Kostya

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