Wilde Tiere am Onegasee: Von Schlangen- und Bärenbändigern

Liebe Freunde des Nordens und des östlichen Abenteuers überhaupt!

Natürlich können wir nicht mithalten bezüglich der Heftigkeit der Abenteuer in Asien, aber wir werden es nun versuchen und – ich glaube – gar nicht so erfolglos dabei sein. Hier kommt Teil 1 unserer bewegtesten Tage.

Eine Bullenhitze an Onegasee – es ist Ende Juni und drückend heiße Tage sind da durchaus einmal möglich.

Einkaufen am Supermarkt, bevor wir drei Nächte am Ufer des Onegasees stehen. Ich bin erstaunt, dass sich die Behinderten- parkplätze am weitesten aller Parkplätze entfernt vom Geschäftseingang befinden.

Gemeinsames Schaschlikessen hat bei uns Tradition.Jeder macht einen Salat und schon haben wir ein reichhaltiges Buffet. Dazu die Schaschlik und unserem Abendessen steht nichts mehr im Wege.

Ein Glockenspiel in Petrosawodsk, der Hauptstadt Kareliens. Wir machen uns von hier…

…auf den Weg zur Klosterinsel Kizhi im Onegasee.


Weltberühmt die Holzkirche ohne einen einzigen Nagel.


Insgesamt repräsentiert die Insel das alte russische Landleben. Beim Spaziergang auf Kizhi können wir das auch ein bisschen spüren.


Bald sind wir wieder on the road. Stoppen wo man will und mit den Einheimischen plaudern. Dazu eine kleine Anekdote. Da fragt uns doch die alte Dame: „Ward ihr schon bis ans Ende des Dorfes gefahren und habt euch das angeschaut?“ Ich antworte: „Was gibt es denn da zu sehen?“ Sie: „Ei, nichts!“. Das Gespräch ist wirklich so verlaufen!!!

Gegenüber des Hauses der alten Frau liegt die alte Uspenski-Kirche von Kondopoga, deretwegen wir hierher gefahren sind. Jeder für sich oder in kleinen Verbändern, weil mehr als vier bis fünf Fahrzeuge gar nicht platziert werden können. Arme Konvoi- fahrer, was euch so alles entgeht.

Es ist eine eindrucksvolle Kirche mit dicken uralten Kieferstämmen und innen einem der ganz selten erhaltenen Himmel. Diese Kirche soll nun bald restauriert werden.

Bärige Bayern am Ortseingang von „Bärenstadt“ Medwezhegorsk. Viele Bären gibt es aber nicht, da sie meist schnell geschossen werden. Sagt der Deutsche: „Ach, wie schön sinkt das Vögelchen!“ , dann sagt der Russe: „Ach, wie gut schmeckt das Tier.“ Gleicher Planet, verschiedene Welten. Zumindest in diesem Bereich.

Zu Besuch am Weißmeerkanal und dem Erschießungsort Sandormoch. Ein unter Stalin besonders dunkles Kapitel umfasst den Bau des Weißmeerkanals. Abertausende haben hier ihren Tod gefunden.

Sergej Ivanowitsch ist nicht nur lokaler Führer, er ist in aller erster Linie Direktor des landeskundlichen Museums. Mit einem bewundernswerten Engagement hat er das Museum gegründet und führt uns eindrucksvoll in die guten und schlechten Zeiten der Region.

Der Bau des Weißmeerkanals, der Onegasee mit dem Weißen Meer verbunden hat, ist ein trauriges Kapitel. Ohne Einsatz von Maschinen wurde der über 200 Kilometer lange Kanal in Rekordzeit erbaut.

Zur späten Stund gehen unsere Angler auf Jagd. Erst früh am Morgen werden sie wiederkommen und nur zwei mittel- prächtige Fische in die Pfanne werfen können.

Eine hochgiftige, riesengroße Giftschlange baut sich plötzlich vor uns auf. Ruhig bleiben, heißt es jetzt.

.. und zum Gegenangriff übergehen. Ein gezielter Griff und mit mehreren Männerhänden bezwingen wir das geschuppte Kriechtier. Die Gefahr ist gebannt!

Naja, das war alles ein bisschen übertrieben. Es ist eine Kreuzotter, die zwar durchaus giftig ist, aber eigentlich immer vor Menschen flieht. Blöd, wenn sie dann an jemanden wie mich gerät, der sie unbedingt fangen und den Jungs zeigen muss. Nachahmung übrigens nicht empfohlen. Der Biss der Kreuzotter kann sehr unangenehme Wirkungen haben.

Wir haben die Gefahr gebannt und sind wieder auf der M18 unterwegs. Die Freightliner prägen oft das Bild auf russischen Straßen. Nun fahren wir parallel zum Weißmeerkanal und werden an dessen gleichnamigen Meer für einige Tage stehen. Begleitet uns dabei, ich verspreche, es wird mehr als nur unterhaltsam.

Bis bald

Euer Kostya

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