Heißgelaufen am Wolgaufer

Ist das Thermometer kaputt? Oder sind es wirklich 45 Grad im Schatten? Heiß bläst der Wind von der Seite der Steppe gegen unsere Autos. Wir sind unterwegs auf der M 6, der Magistrale, die uns schon über 1000 Kilometer seit Moskau stets weiter weg von Zuhause führt. Die lange Stadt Wolgograd haben wir hinter uns gelassen und verschwinden nun in der Einsamkeit des südlichen Russlands. Immer entlang der Wolga fahren wir, weitere 200 Kilometer Richtung Kaspisches Meer.


Am unteren Lauf der Wolga bringen wir unsere Wohnmobile in die richtige Urlaubsposition. 2 Tage Ausspannen sind angesagt. Trotz hoher Temperaturen werden wir die Zeit genießen. Schaut her, wie das uns gelungen ist.


Am Abend wird uns eine leckere Ucha – eine Fischsuppe der ganz feinen Art – bereitet.


Kolja schneidet die leckeren Astrakhan-Melonen auf. Hat man einmal diese probiert, könnt ihr die Dinger, die wir bei Aldi, Lidl oder Real kriegen – echt vergessen.


Wodka und Bier ist Chefsache. Zumindest, wenn wir es einmal groß angehen. Russland ist nun mal riesig, dementsprechend sind es auch die Flaschen und Dosen.


Bei nun milden und trockenen 28 Grad feiern und erzählen wir bis tief in die Nacht hinein.


Doch die Nacht ist lange noch nicht zu Ende. Im Campingplatzeigenen Festzelt warten schon unsere russischen Nachbarn auf uns. Leckere Speisen, Wodka, Bier – für jeden ist was dabei.


Ohne Tanz geht in Russland gar nichts. Schnell sind auch wir dabei.


Ilia hat gut getankt und ist nun locker drauf. Er tanzt wie unsere Russen bis in den frühen Morgen.


Die Stimmung ist fantastisch, immer wilder und heftiger wird getanzt. Aber plötzlich ist Schluss mit lustig. Das Gespenst der Wolga ist durch den Lärm wachgeworden…


…und blickt uns ärgerlich an. Bedrohlich groß wirkt es…


…und ist in Wirklichkeit eine eher kleine und bescheidene Nummer. Die Makrofunktion des Fotoapparates macht es möglich, die Gespensterschrecke (so heißt sie wirklich) sehr nah aufzunehmen. Übrigens ist die ganze Umgebung des Platzes reich an Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insektenarten.


Am Folgetag waschen wir Wäsche, putzen das Wohnmobil oder spannen einfach mal aus. Ja, das muss unbedingt sein. Vieles haben wir bereits gesehen und erlebt. Daher gibt es immer wieder Tage auf unserer Tour, an dem sich kein Rad des Reisemobils dreht.


Am Abend setzt es eine Runde frisches Hammelfleisch. Ganz zart, toll zubereitet, frisch aus der Steppe nur für uns gefangen. Alle bis auf das dadurch zu tode gekommene Tier sind zufrieden.


Ich kanns nicht lassen und zeige einige der schärfsten Szenen von der Asientour 2007. Das war einfach so cool, das kann ich nicht für mich behalten. Also habe ich ein bisschen Bilderabend veranstaltet. Der Chef von Seabridge war so großzügig, mir Beamer und Leinwand zur Verfügung zu stellen. Wie gut, dass er noch nicht weiß, dass wir die Leinwand hier vergessen werden. Bitte ihm nicht weitersagen, diese Informationen sind nur für einen ganz engen Kreis – alle Menschen mit Internetanschluss – gedacht.


Und wie gut, dass wir noch nicht wissen, was uns in Astrakhan erwartet. Seid gespannt, es kommt knüppeldick.

Cheers

Kostya


012 Die ganze Gruppe im Krankenhaus von Astrakhan eingeliefert!
Nun ist es also doch passiert. Alle von uns sind im Krankenhaus. Hitze, Mücken, Verkehr – das war einfach zuviel. Nun hoffen wir… < mehr

010 Betroffenheit im Kessel von Stalingrad
Irgendwie haben wir alle die letzte Nacht noch im Blut oder in den Knochen. Herzlich haben wir mit den Kosaken gefeiert, keine… < mehr

Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten