Zwischen Palmen, Dekolletes und Zaren

Willkommen auf der Sonneninsel Krim, eigentlich eine Halbinsel. Und auch soziokulturell ist hier alles anders als auf dem übrigen Territorium der Ukraine. Fast alle fühlen sich russisch, sprechen und leben ihre gefühlte Identität. Chruschtschows Laune ist dafür verantwortlich, dass nun so große Unzufriedenheit und Spannung zwischen Russen und Ukrainern bestehen. Wie dem auch sei, wir sind nicht da, um große Politik zu machen. Wir üben die Politik der kleinen Schritte aus, besuchen als friedliche Touristen die schönsten Stellen des Ostens. Fangen wir an, kommt mit auf die sonnige Krim.


Stolz präsentiert der junge Papa seine Tochter. Es sind Touristen, meist stammen diese aus dem wohlhabenderen Russland.


Das Wahrzeichen der Krim, das Schwalbennest klebt an der Steilküste bei Alupka, unweit der Kur- und Erholungsstadt Jalta.


Mit dem Ausflugsboot geht es vom Schwalbennest zum Hafen nach Jalta, immer entlang der schönen Küste.


Von weitem sehen die Stadtstrände schick aus, beeindrucksvoll vor der Kulisse Großjaltas gelegen.


Manchmal muss man näher hinschauen, um zu merken, dass es für Jalta noch Lichtjahre sind, bis man das schicke Strandgefühl eines Bondi-Beach Sydney’s bekommt. Lediglich die Preise für Unterkunft und Essen können mit Australiens schönstem Stadtstrand locker mithalten können. Der Osten ist wild, ungezügelt, unkultiviert und trotzdem liebenswert. Es ist wenig Platz in Jalta, daher drängen sich die Sonnehungrigen auf den wenigen freien Kiesel am Salzwasser.


Naberezhnaja – Die Uferpromenade – hier kann man was erleben. Sehen und gesehen werden – darum geht es hier unter den Palmen Jaltas.


Was is´n das für´n Headbanger?


Und wo hat der Typ seine Griffel?


Es ist der Kostya, der endlich auch mal ein bisschen am Strip der Krim auffallen möchte. Für 20 Griwen, umgerechnet 4 Euro, darf man sich den Bikerfummel überwerfen und auf heißen Öfen fürs Fotoalbum und die Passanten posieren!!! Auch als Zar und Zarin kann man sich darstellen lassen, doch dazu später mehr.


Nun genießen wir erst einmal die Promenade, welche man mindesten einmal im Leben gesehen haben muss. Ich war schon sechs Mal da, es ist immer wieder schön!


Würde nicht irgendwo zwischen all den mediterranen Gewächsen Lenin stehen, käme kein Mensch auf die Idee, dass wir in der Ukraine sind. Hier im russisch dominierten Teil der Ukraine ist Lenin omnipräsent, auf Plätzen oder in Straßennamen. Die guten alten Zeiten hätten manche gerne wieder, besonders die älteren Generationen.


Und wir? Ja, wir haben uns satt geschaut an den Highlights der Küstenpromenade. Fertig sind wir nun für den Besuch der Stelle, an der das Schicksal Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg beschlossen wurde.


Der bekannteste Palast der Küste: Livadia. Hier hat 1945 die berühmte Jaltakonferenz stattgefunden.


Der runde Tisch, an dem die Erklärung von Jalta unterzeichnet wurde. Anwesende: Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin.


Liviadia wurde von der Zarenfamilie als eine ihrer zahlreichen Residenzen gebaut.


Auch heute gibt es einen Zar, allerdings nur für wenige Minuten und ohne echte Macht. Ihr erinnert euch, auch diese Einkleidungskunst habe ich an Jaltas Strip ausprobiert. Passt doch ganz gut, oder? Von nun ab werde ich die Gruppe – äh… meine Untergebenen – nur noch mit Erlassen führen…


Ob ihr es mir glauben wollt oder nicht, die kleine Olga hat sich immer wieder so in den Fotovordergrund gedrängt, dass ich den singenden Banduristen nur mit ihr aufnehmen könnte, Ich weiß, dass ihr Männer darüber gar nicht traurig seid.


Eine Aufnahme, die extra für euch eifersüchtige Frauen gemacht wurde. Die könnt ihr ohne Sorge eurem Mann ausdrucken. Ihr dürft ihm nur nicht sagen, wo ihr sie her habt. Wir lassen nämlich noch heiße Bilder aus Odessa folgen…


Nach so viel über Geschichte und Gegenwart sind wir reif für Massandra. Massandra steht für eines der berühmtesten Weingüter der Krim. In die Krimberge hineingebaut lagern die weltberühmten Weine.


Massandra ist ein Weltkonzern, seine Keller riesig. Die ganze Welt erhält die Weine von hier.


Das was nicht fehlen darf, ist eine Weinprobe. Wir genießen die besten Weine der jüngsten Vergangenheit des Weingutes. Krimweine sind schwere Weine, fast schon wie Likör.


Tief in die Gläser geschaut? Macht nix, es geht erst Morgen Nachmittag weiter. In der Ukraine gelten nämlich 0,0 Promille! Uns so sehen wir die Weinprobe auch als ein Mutantrinken für die am nächsten Morgen folgende Exkursion.


Es geht rauf auf den Ai Petri mit der längsten freischwebenden Seilbahn Europas. Kein einziger Mast zwischen den Stationen.


Sollte das Ding doch runterfallen, dann ist es wenigstens geteiltes Leid. Nur keine Angst, es gibt weitaus Riskanteres als der Ritt mit diesem Ding. Aber schwindelfrei sollte man trotzdem sein.


Angekommen an der Bergstation, erblicken wir das Hochplateau mit 1200 Meter Höhe. Es ist Tatarenland, auch heute leben auf der Krim die hier oft russisch sprechenden Tataren.


Die „Zähne“ des Ai Petri. Er ist zwar nicht der höchste, aber der schönste Berg der Krim.


Gipfelstürmer! Gerd und Ilia wagen sich bis auf den höchsten Punkt des Ai Petri vor.


Eine atemberaubende Sicht über die Küste und die Wälder der Krim. Der anstrengende Aufstieg hat sich gelohnt.


Innenansichten einer uralten Krimeiche.


Einige dieser urigen Bäume kann man auch heut noch auf dem Plateau des Ai Petri entdecken.


Tataren bieten ihre leckeren Speisen den Touristen – meist sind es Russen – an.


Tataren sind auch Meister des Süßen. Farbenfrohe Spezialitäten laden zum Naschen ein.


Ilia hat kräftig eingekauft. Krimtee, warme Socken und mit Fell gefütterte Schuhe. In 8 Tagen geht es nämlich zurück zur Familie nach Wladimir, 200 Kilometer östlich von Moskau. Aber bis dahin ist es noch weit, gemeinsam werden wir nun nach Sewastopol, dann Odessa und Kiew bis Lemberg reisen. Und dabei begeleitet Ihr uns weiter. Das ist ein Erlass!


Euer Zar Kostya


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