Die ganze Gruppe im Krankenhaus von Astrakhan eingeliefert!

Nun ist es also doch passiert. Alle von uns sind im Krankenhaus. Hitze, Mücken, Verkehr – das war einfach zuviel. Nun hoffen wir auf baldige Genesung. Wie es dazu kommen konnte, seht ihr auf den folgenden Fotos. Seid stark und denkt dran! Nur die Harten kommen in den Garten. Zunächst verläuft alles ganz wie geplant. Wir erreichen die Außenbezirke Astrakhans.


Astrakhan ist die Stadt der Papiermacher, man wollte zu Sowjetzeiten hier aus dem Schilf des Wolgadeltas eine große Papierindustrie aufbauen. Wirtschaftlich völlig unsinnig, aber das hat früher nicht interessiert.


Heute sind die Relikte dieses kühnen Vorhabens zu sehen. Fabrikruinen säumen die Ränder der nördlichen Einfall- straßen Astrakhans.


Über die Wolgabrücke erreichen wir das Zentrum der chaotischen Stadt Astrakhan.


Zuvor haben wir bereits an dieser Tankstelle Treibstoff gefasst, damit wir morgen gut durch die Steppe kommen. Normalerweise tanken wir nicht gemeinsam – das würde ja viel zu lange dauern. Aber hier ist die Tankstelle gleichzeitig Sammelpunkt, daher bietet sich das Tanken an. Es ist unfassbar heiß geworden.


Vor dem Supermarkt Lenta sammeln wir uns. Mittlerweile zeigt das Thermometer 59,65 Grad Celsius im Schatten an. Ein gewaltiger Hitzerekord, unter dem auch wir leiden. Die Erschöpfung ist uns ins Gesicht schrieben. Ich halte die Meetings nur noch im Liegen auf den Dächern meiner Fahrzeuge ab. Wohl auch eine Reaktion auf die Hitze, ähnlich sinnvoll wie die Idee der Papierindustrie in Astrakhan.


Gleich das erste Krankenhaus nimmt uns auf.


Unter Einsatz der letzten Kräfte legen wir Keile vor die Bordsteinkante…


…um auch die niedrig liegenden Autos schadfrei drüber zu kriegen.


Dann ist es geschafft. Alle Autos stehen samt Insassen im Krankenhausgelände.


Da alle Krankenhausbetten belegt sind, richten wir ein OpenAir-Schnelllazarett ein.
Und nun hoffen wir, dass wir uns von den hohen Temperaturen wieder erholen werden, was bei über 60 Grad Nachttemperatur im Schatten nur schwer möglich sein wird!
Wie? Ist so etwas denn möglich?


Nun, ich habe beim Schreiben wohl einen Hitzschlag bekommen. Zwar stimmt es, dass wir nun mit unseren Autos im Krankenhaus stehen und das es auch sehr heiß ist. Aber das mit den Temperaturen ist natürlich ein ausgemachter Blödsinn, ich hoffe, ihr wurdet beim Lesen schnell stutzig! Wir sind zwar ein bisschen geschafft von den hohen Temperaturen, die immerhin bei 40 Grad zur Mittagszeit liegen, aber mussten natürlich nicht deswegen in die Klinik. Diese haben wir nur als Notausweiche benutzt, da unser Lieblingsplatz in Astrakhan gerade eine Baustelle ist.


Als Beweis unseres Wohlbefindens mögen die folgenden Aufnahmen gelten. Und die Sache mit der Papierherstellung in Astrakhan ist übrigens wahr! Nun aber zurück zur Gegenwart. Wir starten einen abendlichen Ausflug per Marschroutka, den allgegenwärtigen Sammeltaxis, die uns zum Wolgaufer bringen sollen.


Es ist eine abenteuerliche und höchst amüsante Fahrt. Wie ihr seht, sind wir guter Dinge.


Österreichisch-Russische Begegnung am Ufer der Wolga.


Auch die junge schöne Frau wartet auf das Wolgaschiff.


Keine 10 Minuten später schwimmen wir auf der riesigen Wolga. Die Abendsonne ist mild und taucht alles in pastellfarbene Töne.


Der Fluss beginnt sich bereits hier in viele Arme aufzuteilen, bevor er 150 Kilometer später sich ins Kaspische Meer ergießt. Der Kapitän führt uns zu den berühmten Lotusblumen, die wir in der Dämmerung noch ganz gut erkennen können.


Der Rückweg führt an den Hafenkränen Astrakhans vorbei. Versunken in einer herrlichen Abendstimmung denken wir daran, dass wir nun soweit von Zuhause sind wie auf der ganzen übrigen Reise nicht. Kasachstan ist zum Greifen nahe, der asiatische Kontinent nicht weit. Wir sind hier irgendwo zwischen Orient und Okzident.


Auch die nächtliche Rückfahrt in den Marschroutkas ist äußerst unterhaltsam. Auf den Straßen pulsiert das Leben. Chaotisch, südländisch, orientalisch.


Noch zur nächtlichen Stunde bauen Jürgen und meine Jungs eine neue Batterie ein, die alte ist umgekippt.


Die Nacht war unerträglich warm, Oleg hat sich auf das Dach des Anhängers zurückgezogen.


Gute Miene zum schlechten Spiel. In der Nacht hat kaum jemand geschlafen. Es war heiß und stickig und die Moskitos haben alle besucht.


Insbesondere Koljas Bauch scheint ihnen geschmeckt zu haben.


Schwamm drüber, es war die erste echt schwierige Nacht. Nun sind wir längst wieder als Tourist unterwegs. Mit dem klimatisierten Bus geht es zum Kreml Astrakhans.


Astrakhan feiert im Oktober 450-jähriges Jubiläum. Daher wird überall auf Hochtouren renoviert. So auch an den Dächern des Kreml.


Es ist so heiß, dass die Wachskerzen in der Kirche die Köpfe hängen lassen. Auch heute haben wir einen flotten 40er im Schatten, aber kein 60, wie ich sie eben oben noch verkauft habe.


Wir sind sichtlich fasziniert von der Arbeitsweise der hiesigen Arbeiter. Mit teils einfachsten Methoden müssen sie hier den Kreml wieder aus Vordermann bringen.


Irina hat uns jede Menge Interessantes zu erzählen. Mit Stolz können wir sagen, dass wir immer die besten lokalen Guides haben, so hier die nette Irina, die uns bereits im 4. Jahr durch Astrakhan führt.


Die Kremlkirche von innen mit prunkvoller Ikonenwand.


Kein Astrakhan ohne Fischmarkt. Den echten Stör und den dazugehörigen Kaviar gibt es hier längst nicht mehr zu kaufen. Ist alles verboten, die Art praktisch ausgerottet. Aber anderen leckeren Fisch, geräuchert oder getrocknet – kann man hier kaufen. „Wie alte Socken“ riecht es hier, hat Irina uns gewarnt. Das stimmt schon, aber wir bereuen den Besuch trotzdem nicht.


Eine schicke Kalmückin am noch schickeren Handy. Die autonome Republik Kalmückien wird unsere nächste Station sein. Wir freuen uns auf die Durchfahrt durch einen Teil des Wolgadeltas, die Steppe und dann die Hauptstadt Elista der Republik.
Doch bevor es in die weite Einsamkeit Kalmückiens geht, müssen wir noch einmal…


…durch den heftigen Verkehr Astrakhans. Wenn wir das schaffen, können wir auch von der Steppe träumen. Freut euch auf einen ganz besonderen Reiseabschnitt unserer Tour.


Euer Kostya,
dem ihr nach dem Krankenhausaufenthalt in Astrakhan wieder glauben dürft!


013 Sterneflüstern in der Steppe – Zu Besuch in der autonomen Republik Kalmückien
Nach so viel pulsierendem Stadtleben zwischen Orient und Okzident sehen wir uns nach Einsamkeit, nach absoluter Ruhe, so wie… < mehr


011 Heißgelaufen am Wolgaufer
Am unteren Lauf der Wolga bringen wir unsere Wohnmobile in die richtige Urlaubsposition. 2 Tage Ausspannen sind … < mehr

Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten