Die Alte Dame Odessa

Ein weiterer unschuldiger Morgen bricht im Zentralstadion von Cherson an, nichts ahnend, dass Odessas Abenteuer auf uns warten.


Nicht mal 200 Kilometer sind es bis nach Odessa, der westlichsten wichtigen Hafenstadt der Ukraine. Wir sind nicht mehr weit vom Tagesziel entfernt, die oft Tage wartenden Getreide-LKW warten 30 Kilometer vor der Stadt auf das Löschen der Fracht. Die Ukraine ist die Kornkammer Osteuropas. Von hier aus geht das Getreide in die Bäuche der Schiffe, um wenige Monate später in den Bäuchen von Portugiesen, Franzosen, Griechen und vielleicht auch uns Deutschen zu landen.


Oi, wie schick. Der Chef mit Krawatte und Hemd. Was liegt an, Boss?


Unsere Prinzessin Anne hat Geburtstag, wir haben uns alle toll in Schale geworfen. Ja, wir haben Stil, sind nicht irgendwelche dahergelaufene Hobbycamper! Wir Seabridgler sind Profis mit Charme und Sexappeal und noch viel mehr.


Auch die süße Odessitin ist ein Hingucker, nicht wahr? Sie ist mir ganz aus Versehen in den Sucher der Kamera gelaufen. Herrje, was für ein schönes Malheur!


Vor dem Operntheater ist alles schön. Wir brachen uns nicht zu verstecken, passen uns nahtlos in einen extraschicken Abend ein. Statt Hawaiihemd und Amishorts mit Schlips und Anzug. Meine Lieben, ich bin stolz auf Euch!


Waoh! Der Treppenaufgang des Operntheaters von Odessa. Diese Aufnahme ist wirklich hie rund nicht in der Ermitage St. Peterburgs gemacht.


Waaoohh! Im Innern des Theaters. Schnell verstehen wir, warum das neu renovierte Gebäude zu den 10 schönsten der Welt und vielleicht des gesamten Universums zählt.


Der Abend gehört uns. Wir finden uns wieder inmitten von rotem Samt, Gold und vielem Zuckerbäckergeschnörkel.


Das muss man mal gesehen haben – zumindest einmal im Leben!


Was freuen wir uns auf die Aufführung der Oper. Heute gibt es Verdis (das hat nichts mit der Gewerkschaft zu tun!) Rigoletto!


Gesungen wird auf Italienisch, als Übersetzungshilfe läuft ein Ukrainischer Untertitel mit.


Verstehen müssen wir nicht viel, das Meiste hat uns Ernst schon im gecharterten Bus auf dem Weg vom Standplatz zur Oper erzählt.


Nun genießen wir das fantastische Ambiente der Oper.


Nach der Aufführung staunen wir nicht schlecht. Man hat extra für uns das Theater in Seabridge-Blau angestrahlt…


Nicht minder eindrucksvoll präsentiert sich das Odessa Theater im Tageslicht. Die Oper ist der kulturelle Stolz der Stadt. Auch wir sind noch ganz hin und weg, den schönen Opernabend gerade hinter uns.


Die Potemkinschen Treppen gaukeln uns vor, an einem Stück nach oben zu führen. Umgekehrt sind von oben keine zu erblicken sondern jeweils nur die flachen Zwischenplateaus. Alles andere, was wir in Odessa sehen und erleben, ist nicht vorgegaukelt, sondern eben typisch Odessa:


Der Zuckerbäckerstil außen und innen an den Wänden der Gebäude macht die Stadt allemal besuchenswert. Selbst, wenn es das Theater nicht gäbe.


Kurt, da hat man dich kopiert. Eigentlich müsstest du Tantiemen kassieren für das vervielfältigen deines Konterfeis. Sprich das mal mit deinen Anwaltsstäben ab.


Odessa ist keineswegs eine reiche Stadt. Aber eine mit Herz, eine mit lustigen, schillernden, bunten, provokanten Menschen, eine mit armen und reichen, traurigen oder beschäftigten oder gelangweilten Bewohnern. Lasst euch mal ein bisschen durch den Kernbereich der Stadt treiben und genießt den ganz besonderen Charme der alten Dame Odessa. Zur Belohnung gibt es beim letzen Bild den schärfstens Schnitt in der Geschichte der Shorts. Viel Spaß!


Oleg, Gisbert, Dirk und ich schieben am Abend nach Odessa noch eine Kugel. Direkt neben unserem Standplatz hat ein Motel mit Bowlingbahn aufgemacht.
Den Bahnrekord können wir zwar nicht brechen, aber wir kommen wie in der ganzen Zeit in Odessa voll auf unsere Kosten. Morgen steht eine lange Fahretappe von fast 500 Kilometer auf der neuen Europastraße nach Kiew an


Doch davon erzähle ich im nächsten Report. Ob es mir dabei gelingt, von noch kürzeren Shorts zu berichten, wage ich zu bezweifeln. Aber auch so dürfte sich ein Weiterreisen mit uns lohnen.

Euer

Kostya


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