Jahrhundertsturm in Sewastopol entwurzelt unzählige Bäume

Liebe Leserinnen und Leser,

Palmen wehen im mediterranen Wind, kleine Kinder rasen mit Elektroautos über die Uferpromenade zwischen all den Menschen, die hier auf der Flaniermeile sehen und gesehen werden wollen. Die Röcke sind kurz, die Absätze hoch, die Ausschnitte gewagt – Ja, Jalta hat uns Männern gut gefallen, oder?

Es ist kein typisch ukrainischer Ort, dieses Jalta. Viel Reichtum wird zur Schau getragen, hauptsächlich von den Russen, die oft sehr viel wohlhabender sind als die Ukrainer. Im Sommer sind hier doppelt soviel Menschen wie im Winter. Das Klima ist wunderbar, die Luft frisch vom Meer oder den bewaldeten Hängen der Berge.

Zwei ganze Tage haben wir Jalta bei über 30 Grad genossen, den Livadia-Palast besucht, den Ort, an dem die berühmte Jalta-Konferenz stattfand. Wir erklommen das Schwalbennest, das Wahrzeichen der Krim, und wir stiegen hinab in die Keller von Massandra, der größten Weinkellerei der Krim. Die Krimweine sind schwer, sehr schwer, Zuckergehalt bis 35 %, ohne Zugabe, versteht sich. Die Weinprobe aber fiel uns leicht. Angeheitert ging es zurück zum Darsanhügel, wo unsere Fahrzeuge 150 Meter über dem Meer geparkt sind.

Abends noch einmal auf den Strip, wie wir die Hafenpromenade nennen, an der doch so einiges an Vegas erinnert.

80 Kilometer westlich von Jalta liegt Sewastopol, die Hafenstadt, die schon so oft in den letzten Jahrhunderten Kriegsschauplatz gewesen ist. Der letzte Krieg war eher ein Krieg auf dem Papier und daher nicht so furtchbar wir vorangegangene Kriege. Russland und die Ukraine zankten sich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts um die Schwarzmeerflotte, die nach dem Umbruch nun zu 80% in den Händen der Russen ist.

Aber auch während unseres Besuchs kommt Sewastopol nicht gerade zur Ruhe. Während unserer Stadtexkursion tobt ein Regensturm über die Stadt. Bäume werden entwurzelt, die O-Bussleitungen gekappt, die See ist so stürmisch, dass alle Schiffsverbindungen eingestellt werden. Nahe unseres Campingplatzes hat ein umgefallener Baumriese ein Auto unter sich begraben, just an der Stelle, wo wir 24 Stunden vorher mit unseren Reisemobilen einen Einkaufsstopp eingelegt haben. Es stürmt immer heftiger, wir denken voller Sorge an unsere Fahrzeuge, die unter den Bäumen am Campingplatz stehen. Ob es eines unserer Fahrzeuge erwicht hat? Ihr erfahrt es im nächsten Bericht.

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Der „Kanatnaja Doroga“, die betagte Seilbahn führt vom Darsan-Hügel zur Uferpromenade Jaltas.

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Typisches Haus in der Hanglage Jaltas. Abseits der Uferpromenade ist vieles renovierungsbedürftig.

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Der „Goldene Strand“ von Jalta. So badete man auch zu Zeiten Breschnews.

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Die Aussicht auf dem Schwalbennest, dem Wahrzeichen der Krim, ist zum Verlieben.

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Drückende Hitze im Livadia-Palast, dem Ort der berühmten Konferenz von Jalta. Wir sind alle sehr müde.

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Im Weinkeller des Weinguts Massandra bei Jalta. Hier werden die Sonnenweine der Krim hergestellt und gelagert.

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Nach der trockenen Theorie folgt die feuchtfröhliche Praxis: Weinprobe im Gut Massandra.

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Hoch hinauf auf den Ai Petri führt die Seilbahn im Westen Grossjaltas. Es ist die längste freischwebende Seilbahn Europas.

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UÜberwaältigende Aussicht auf dem Hochplateau des Ai Petri.

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Leckereien der Krimtataren, die auf dem Hochplateau des Ai Petri angeboten werden.

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Jalta und seine Umgebung gilt als einer der besten Luftkurorte der Welt. Die endemischen Bergkieferarten reichern die Luft mit starken gesundheitsförderlichen Aromen an.

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Aaahhh, die Luft ist gut und tut gut…

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…und macht uns soooo viel jünger…

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…außer Oleg, unserem ukrainischen Studenten, dessen Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben sind. Er soll das Wohnmobil des ausgefallenen Tourteilnehmers bis Simferopol fahren.

Bis bald
Kostya

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