-56 Grad und er läuft!

Liebe Leserinnen und Leser,

wir – oder besser gesagt – Aleksej und seine Helfer, jakutische UAS-Kfz-Meister, haben es tatsächlich geschafft, unseren UAS hinzubekommen. Er läuft gegenwärtig besser als jemals zuvor, obwohl der Brand ziemlich viel vernichtet hat.

Zauberer sind sie, die jakutischen Automechaniker, das Improvisieren haben sie gelernt. Der geschmolzene Kühlflüssigkeitsausgleichsbehälter wird z.B. nun durch eine leere 1L-Öldose ersetzt.

Während der fast zweitägigen Reparaturzeit wurden wir in der Familie von Aleksej herzlich aufgenommen, vorzüglich ernährt und erfuhren viel über das alltägliche Leben im Dorf. Die Familie hat Kühe, Schweine und Hühner, die bei der Kälte im Verschlag stehen. Im kurzen Sommer haben alle hier keine Zeit, es muss ganz schnell angebaut und geerntet werden, um durch die 8 Monate Frostzeit zu kommen.

Was Almaz, unser kleiner Kater, während der Reparatur gemacht hat? Er war ganz in seinem Element, hat sich in der Werkstatt so richtig eingesaut und erst heute wieder die Naturfarbe bekommen.
Wir haben gestern unseren Weg fortgesetzt und sind nun in Khandyka, 450 Kilometer östlich von Jakutsk eingetroffen. Die Nacht war mit 56 Grad unter Null die für uns bisher kälteste, aber der Motor ist ruhig durchgelaufen. Beim morgendlichen Anfahren legen wir den Geländegang an, um besser das hart gewordene Differentialöl in Bewegung zu bekommen. Ganz sachte muss man das machen, um nichts abzureißen.

Erstaunlich für uns ist auch hier die Normalität, mit der das Leben in dem doch ziemlich heruntergekommenen Städtchen vonstatten geht. Knapp 8000 Einwohner leben noch hier, es waren vor 10 Jahren noch 12000. Und noch etwas ist bemerkenswert. Es scheint trotz aller Schwierigkeiten und negativen Stimmen bergauf zu gehen. Die Versorgungslage ist in Khandyka im Vergleich zu 2003 merklich besser geworden, die Menschen sind fast alle gut, die Frauen stets topmodisch gekleidet, die Tankstellen haben Treibstoff.

Wir haben es hinbekommen, der UAS läuft, die Jakuten sind Zauberer.



Mit -56 Grad der kälteste Tag unserer Tour.



Vereistes Haus in Khandyka.



Die Natur ist von bizarrer Schönheit. Für einen Moment vergessen wir, wie kalt es ist.



Nun geht es richtig los, wenn denn das Auto endlich mal durchhält. Wir befüllen nun die Ersatzkanister und werden dann 100 Kilometer östlich von Khandyka nach Norden Richtung Werchojansk und Deputatskij abbiegen. Es dürfte nun sehr schwer sein, in den nächsten Tagen Internetzugang zu bekommen, also keine Sorge, bisher lief ja auch …. fast alles …. glatt.

Liebe Grüße

Kostya und Holger

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