Zauber der Baikal-Schamanen

Der Sommer auf unserer bisherigen Reise war ein ziemlich durchwachsener. Immer wieder mal Regen, viele Wolken, mal heiß, mal ganz kalt. Aber die Insel Olchon gilt als der niederschlagsärmste Ort der ganzen Region. Wir sind also guter Dinge, dass das Wetter mitmacht.

Nun, die Realität ist diesmal eine andere. Eine gewaltige Schnee- und Regenfront zieht auf uns zu und hat den gesamten Süden Sibiriens – es ist damit in der Tat ein riesiges Tiefdruckgebiet – im Griff.


Auch wir bleiben nicht verschont. Es hat die ganze Nacht geregnet, es stürmt, überall diesseits und jenseits von Olchon liegt Schnee. Unsere Insel aber bleibt trotz historischem Kälteeinbruch von Schnee verschont.


Mein Team ist nun auf engstem Raum zusammen, immer noch besser, als zu frieren. Alles halb so wild. Ich erinnere mich gern an unsere letzte Osteuropa-AG-Exkursion, wo Studierende der Universität Mainz und ich uns zu siebt in diesem Auto zusammentrafen und einfach eine tolle Zeit auf unseren Wegen durch den Wilden Osten erlebt haben. Geht alles, immer nur schön geschmeidig bleiben.


Schmierstoffe zwecks Geschmeidigkeit gibt es genug, Micha und Mark lassen uns nicht trocken laufen.


Gut geschmiert laufen wieder die Denkmuskeln, wir arbeiten vor für die nächsten Etappen.


Am Abend hat sich der Sturm ausgetobt, wir sammeln uns zum Vortrag von Natascha. Sie kommt aus dem Mündungsgebiet der Lena, das Luftlinie gar nicht so weit von unserem jetzigen Standort ist.


Gespannt lauschen alle ihren Ausführungen. Die Sibiriakin ist wirklich eine ganz Gute, sie weiß viel und interessant zu erzählen.


Da bleiben alle sitzen, auch wenn es grimmig kalt ist.


Die Erdhörnchen beobachten uns aufmerksam: „Warum die sich nur so einpacken? Ist doch gar nicht so kalt.“


Wir entdecken ein weiteres, hoch seltenes Lebewesen. Wahrscheinlich eine neue Art, ähnlich einer Kreuzung aus Zecke und Yeti. Fasziniert klickt immer wieder der Auslöser.


Zu früh gefreut. Es handelt sich um einen handelsüblichen Weltreisemobilisten. Aber wenn die Fotos nun mal schon gemacht sind…


Man kann überall seine Ruhe finden, es ist aber auch irgendwo immer etwas los.

Theatereinstudierung auf Olchon für, ja für was, für wen? Das werdet ihr noch sehen…


Ich weiß, dass wir einen Dachschaden haben. Aber wir sind eine Gruppe, die sich stets gegenseitig hilft. Nach dem großen Regen suchen wir mit vereinten Kräften nach der Leckstelle.


Der nächste Tag, das nächste Erlebnis. Mit dem Boot wollen wir die Inselwelt des kleinen Meeres kennen lernen.


Ups, der Anlegesteg ist zu kurz. Wären nur 20 cm weniger Wasser im See, würde es ja reichen, oder habe ich da einen logischen Knick in der Denkleitung?


Kein Problem, eine Sitzbank des Ausflugbootes überbrückt die Lücke.


Ach verdammt, das Schiff sitzt fest. Der Motor tuckert was die Kolben hergeben, aber der Kapitän kriegt auch nach 10 Minuten Versuch das Boot nicht frei.


Also alle wieder runter, dann kommt das Schiff aus dem Wasser. Sind wir wirklich so schwer?


Ja, das Boot kämpft sich frei und wir wählen einen anderen Anlegesteg.


Geschafft, wir sind an Bord und genießen während der nächsten Stunden eine fantastische Fahrt durch die unberührte Inselwelt. Fast ein bisschen wie auf Galapagos. Lasst euch mit uns durch das Naturwunder Baikal treiben. Worte dazu braucht es keine.


Die Tüchlein an der Bergspitze sollen die Götter wohl stimmen. Wir sind im Nordosten der Welt, die auch durch ihre Schamanen und deren Künste bekannt ist.


Am Abend bekommen wir von Valentin, einem Schamanen der Region, Besuch.


Feuerkraft…


…und Erdenklänge…


…und andere Erzählungen aus ganz alten Zeiten bis in die Dunkelheit hinein.


Wir nehmen Abschied von Valentin, der mit seinem doppelten Daumen schon im Zeichen des Schamanismus geboren wurde.


Ob Valentin es geschafft hat, die Inselgötter zu besänftigen? Es ist kräftiger Regen angesagt, überall in der Region. Und auf Olchon? Wir planen nämlich einen ganztägigen Inselausflug mit einem Allradbus.


Findet es raus, der nächste Bericht weiß mehr.

Euer Kostya


020 AbenteuerOsten pur! Expedition ans Nordende von Olchon
Siehe da, Valentin hat die Wolken vertrieben, wir starten unseren Ausflug wie geplant um 10.30 Uhr. Wie geplant? Es war 9.30 geplant… < mehr



018 Du schöner Baikal – Wir lieben dich!
Ganze 90 Minuten hat es gedauert bis wir alle Fahrzeuge am Platz haben. Und was ist das für ein Platz. Ein Traum. Das Glück steht trotz… < mehr>



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