Taklamakan – In der Wüste der Superlative

Viele Routen in China fahren wir dieses Jahr als Pioniere, so auch die Strecke quer durch die Taklamakan. Natürlich verschwindet der Mythos dieser Wüste ohne Wiederkehr ein bisschen, wenn man mit “normalen” Wohnmobilen dieselbe an mehreren Stellen durchqueren kann, aber deswegen wollen wir nicht darauf verzichten.



Außerdem habe ich gute Argumente für diejenigen Reisenden parat, die die Wüste vor dem Bau der Straßenwege durchquert haben. Auch sie wären ohne die technischen Errungenschaften oder das daraus gewonnene Wissen niemals ohne Schwierigkeiten durch die Wüste gekommen, obwohl wir im Gegensatz zu ihnen keine Survivalexperten sein müssen und natürlich vor deren Leistung Respekt haben. Mein lieber Mann, was für eine Wüste. Insgesamt 2000 Kilometer sind wir in der Taklamakan, allein 600 Kilometer quer von Nord nach Süd. Und davon werde ich nun ein bisschen erzählen.


In den Randgebieten der Wüste treffen wir auf Wälder, die sich dem rauen, kontinentalen Wüstenklima angepasst haben. Es sind Überlebenskünstler, die ihre Blätter abwerfen können, wenn große Trockenzeiten vorherrschen.


Und sie müssen einiges aushalten. Wenn hier ein Sandsturm losgeht, dann hat niemand etwas zu lachen. Wir nehmen einige Stunden mit einem Sandstürmchen vorlieb, können dabei unsere Wüstenfahrt fortsetzen.


Es klart auf. Wie groß, wie weit ist die Taklamakan!


Und wie klein sind wir im Vergleich zu dieser riesigen Sandlandschaft.


Wir stehen nun zwischen den Sandbergen, fernab von jedem Tourismus.


Mit dem eigenen Wohnmobil in der Wüste – das hat schon etwas. Walter nimmt ihn mit, den Sand aus der Taklamakan. Zuhause glaubt uns das sonst niemand.


Mensch Sascha, was sind diese Dünen an der windgeschützten Seite steil abfallend. Da müsste man doch…


…surfen können. Oder noch besser!…

Abheben und…

Fliiiiiiegen!

Landen nicht vergessen. Nur ärgerlich, wenn da ein paar Tierknochen im Sand wären. Ist aber unwahrscheinlich! Und deswegen gehe auch ich…

Fliiiiiegen!


Es zieht uns alle hinaus in die Sandberge, ohne Händler oder gar Spuren von einem Menschen im Sand. Hier ist alles so unberührt urtümlich, nur wenige Meter hinter der Straße.


Wir erleben wahren Wüstenzauber. Es erübrigen sich weitere Worte. Genießt still!


Am Abend lockere Zusammenkunft. Wüstengeschichten von unserem…


…Uigurienguide Antony! Dem ist nicht ein Licht aufgegangen, sondern ihm steht nur zufällig die bleiche Sonne über dem Haupt.


Das hat auch Georg schnell erfasst. Wodkagläschen als Wüsten-googles. Wir üben schon mal für den trockenen Iran.


Die Luft ist immer mit Sand versehen, die Sonne bekommt daher ihre fahle Färbung.


Guten Morgen, Sascha. Die anderen sind schon auf. Und du?


Los, dein Lieblingszelt muss zu, und wir bald weiter!


Dann sind wir wieder auf der Ölstraße, die die Taklamakan quert. Ein riesiger Aufwand, der hier getrieben wurde. Motiviert durch die Ressourcen an schwarzem Gold. Uigurien steht für durchaus nennenswerte Erdölvorkommen, die Chinas Ernergiehunger natürlich nach oben fördern.


Entlang der Straße verlaufen Bewässerungsrohre für die Bepflanzung, um Sandwanderungen aufzuhalten.


Es gibt über 500 solcher Pumpenhäuser entlang der Straße.


Jedes Haus wird von einem Paar Han-Chinesen bewohnt, das die angrenzende Infrastruktur betreut.


Ein LKW voller Ölarbeiter.


Sascha händigt ihnen unsere Reisepostkarten aus.


Dann wieder weiter an der fast kerzengeraden Strecke, immer gen Süden.


Das nächste Pumpenhaus. “Ja, zwei bekommt ihr geschenkt!”


Zwei Melonen als Dankeschön für unseren Besuch. Jedes Paar ist hier fast ein Jahr in der Einsamkeit. Daher Pärchenweise. Logisch, oder?


Wir haben die ewige Zweisamkeit unterbrochen und trotzdem sind beide happy ob der Abwechslung. Ausländer mit eigenen Autos hier? Das gab es ja noch nie.


Weitere 300 Kilometer Wüste liegen vor uns, die wir bequem auf einem recht guten Asphaltband zurücklegen. Dann kommt der Südrand der Wüste. Doch davon erzähle ich euch nach dem nächsten Sandsturm.

Euer wüster Kostya


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