Mir san mir! Zur Feier diesmal Bier!

Relativ locker und sehr korrekt lief das iranische Grenzprozedere ab. Drei Dollar Carnetabfertigungsgebühr, sozusagen einen Art Feiertagszuschlag, weil heute, Freitag, im Iran eben ein heiliger Tag, ist. Aber zeitaufwendig ist das schon.


Zunächst haben uns die Iraner noch eine Stunde warten lassen, dann geht es durch die armenischen Stationen. Erst am Abend sind alle durch. Alle! Denn Brigitte und Uli haben aufholen können. Die Reparatur des Lagerschadens hält, alle haben alles richtig gemacht.


Jetzt könnt ihr euch vorstellen, was auf der armenischen Seite los ist. Oder etwa nicht?



Marion feiert heute großes Jubiläum! 50 oder 60 oder 70 soll sie geworden sein. Die Anzahl der Biere auf dem Tisch gleicht eher der 70…



Mischa endlich mal bierernst. Jetzt bloß nichts umstoßen. Fast vier Wochen Enthaltsamkeit liegen hinter uns. Eine technisch ähnlich gelagerte Situation dürfte es bei meiner Heimkehr geben.



Kein Erdbeerbier und Co – das macht die Barbara ganz froh!



Es klingt und prostet und prustet, wo immer man auch steht.



Und das ist Tiran, unser armenischer General Guide. Was der wohl von uns denken mag. Oft ist ja der erste Eindruck richtig. Mal sehen, ob wir das erzeugte Bild wieder etwas gerade rücken können. Er musste zu unserer Begrüßung 70 Biere besorgen…

Keine Panik. Er weiß das schon richtig einzuschätzen, hat eine lange Zeit in München gelebt und trällert bayrische Lieder noch am ersten Abend.



Wir sind nun auf der anderen, der nördlichen Seite, fahren entlang der armenisch-iranischen Grenze. Die Bahnlinie ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stillgelegt. Sie führt durch aserbaidschanische und armenische Gebiete. Beide Länder haben seit den kriegerischen Auseinandersetzungen um Karabach die diplomatischen Beziehungen eingestellt.



Südarmeniens Berge sind beeindruckend…



…genauso wie die Straßenführung.



Ankunft in der ersten armenischen Stadt.



Die Menschen freut es. Auch hier fallen wir mit unseren Häusern auf Rädern auf.



Armenien ist eines der ärmsten Länder der GUS, das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei 100 Euro, in den ländlichen Gebieten ist es weitaus weniger.



Ach, wenn ich nur wüsste, wie die Frauen es schaffen, so akrobatisch die Wäsche aufzuhängen?



Es ist einfacher als gedacht. Am Rollenzug wird die Wäscheleine …..ja, ihr habt es sicher schon gewusst, wie das geht, nur ich dachte, die stellen da große Leitern an…



Aber das habe nur ich gewusst. Dass man auch Windeln waschen und trocknen kann!



Weiter lassen wir uns durch vergessene, schöne Landschaft am Ende der kaukasischen Welt treiben. Traumhaft schön, dieser Abschnitt, eingekesselt zwischen aserbaidschanischen Grenzen zur Linken und Rechten.



Im Tal an der Teufelsbrücke auf dem Weg zum Tatev-Kloster entspringen warme Quellen. Die hiesigen Straßenbauarbeiter haben das Wasser in kleinen Pools aufgestaut. Gut für Mischa und mich, die beide keine Pfütze auslassen. Und wenn sie dann noch so ein Ambiente hat…



Die härteste Nummer des Tages. Der letzte Anstieg zum Tatev-Kloster. Mühsam schrauben sich unsere Wohnmobile nach oben. Die meisten. Die etwas niedriger liegenden Fahrzeuge haben klugerweise diese Bergschraube nicht gemacht und dafür einen sonnigen Herbstnachmittag ohne viel Fahren genossen.



Die Fahrer, die hochgefahren sind, werden mit einem fantastischen Ausblick verwöhnt.



Früher haben hier über 1000 Mönche gelebt. Genießt mit uns die Klosterimpressionen von Tatev.









Tiran war früher vollberuflich Opernsänger. Er führt uns nicht nur sehr fach- und sachkundig ein in die Klosterwelt, er singt auch anrührend schön im heiligen, uralten Kirchengebäude.



Roland, Angelika sowie Anneliese und Walter haben sich einen wahrhaft malerischen Standplatz gewählt. Klar, dass sie die Nacht dort bleiben.



Wir anderen Klosterbesucher wagen noch vor Einbruch der Dunkelheit den Passabstieg. Wer genau hinsieht, merkt, dass ich den Hänger für den letzten harten Abschnitt zwischengeparkt habe. Sonst wäre es fürs Zugfahrzeug eine zu große Anstrengung geworden.



Dschungelgefühle in Armenien. Wir machen den Weg frei zur Zufahrt zu unserem kleinen Garten Eden.



Übernachten in unberührter, armenischer Bergwelt.



Und aufwachen – rechtzeitig zum Beginn des unvergleichlichen Farbenspiels der Natur.



Die Steine sind bis zu 7000 Jahre alt. Schon zu so früher Zeit haben die Menschen eine Sternwarte eingerichtet und Entfernungen gemessen.



Tirans Wissen über Armenien geht tief. Er weiß über uralte Zeiten und die politische Gegenwart spannend zu referieren.



Besuch in Noravank, dem „Neuen Kloster“, so die Übersetzung. Glücklicherweise können hier alle unsere Fahrzeuge hin, ohne große technische Anstrengungen vollführen zu müssen.



Einer hat sich da eingeschlichen, der gehört nicht zu uns. Gemeint ist der hochbeinige russische Allradbus einer Klasse Schüler, die auch das Kloster besuchen. referieren.



Sehr hübsche Schüler, keine Frage.



Die strahlen ja über beide Ohren… aber was ist denn das?



Richtig gesehen. Das kennen wir ja schon. Fairerweise muss man sagen, dass auch ich mich in eine solche Position wünschen würde. Aber ich muss ja fotografieren…



Und so bleibt mir nur, warnend den Zeigefinger zu heben und darauf zu verweisen, was hier alles verboten ist…



Noravank



Tirans Gesang treibt eine Gänsehaut über den ganzen Körper.


Und diese soll sich so schnell nicht mehr legen. Südarmenien bis vor die Tore von Erewan hat uns bisher sehr beeindruckt. Es ist schon jetzt viel mehr als nur ein Transitland. Und es soll noch mehr kommen, da uns das Wetter wohlgesonnen bleibt. Freut euch auf einen Armenian Indian Summer.


Kostya


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Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten