Behaarte Arme im Kloster von Labrang

Der Weg zum Kloster Labrang führt uns in die Provinz Qinhai, von der ich auch im nächsten Bericht erzählen werde. Der Weg ist das Ziel – heute wird uns das wieder sehr deutlich vor Augen geführt. Was für eine kulturell abwechslungsreiche Strecke ist das nur. Nachdem wir gestern noch…


…bei den Han-Chinesen gestanden haben,…


…erreichen wir heute erste islamisch geprägte Gebiete. Vieles erinnert an das orientalische Westchina, aber wir sind mitten drin im Reich der Mitte.


Gut bepackt geht es durch die Stadt. Mit Allahs Hilfe wird der Durchblick gewahrt.


Stockwerkhoch aufgetürmte Garküche für den großen Hunger.


Das Fleisch dafür wird nebenan in der prallen Sonne gerichtet. Keine Sorge, Rindfleisch in der Sonne ist kein Problem.


Was für ein Gegensatz. Keine zwei Fahrstunden von den islamischen Gebieten entfernt, sind wir im vorherrschend buddhistischen Gebiet angelangt. Wir stehen mit unseren Fahrzeugen im Kloster von Labrang. Han-Chinesen, selbst als Touristen, lichten sich vor unseren Autos ab.


Nein, wir sind nicht in Tibet, wir sind östlich von diesem autonomen Gebiet. Aber die Menschen hier bezeichnen sich trotzdem als Tibetaner. Ich lasse euch nun allein bei einem Spaziergang durch das Kloster Labrang.


Alle, auch die Mönche, staunen über uns und unsere Fahrzeuge.


Nun lichten wir uns gegenseitig ab und ich weiß gar nicht, wer dabei aufgeregter ist. Wir oder die Tibetaner?


„Kann ich da mal reinschauen?“


„Klar, die Tür ist doch offen!“


„Hey, da drüben der ist noch größer.“ Ein halbes Dutzend Mönche besucht den großen Phoenix.


Stolze Menschen aus Labrang


Alles ist interessant für sie, auch wie ich die Tagesinfo schreibe.


Am meisten begeistert sie aber der Haarwuchs auf den Armen unserer Männer. Immer wieder wird darüber gestrichen und dann daran gezogen. Tolle Begegnungen, die wir nicht vergessen werden.


Das ist unser Standplatz in Labrang. Wenige Meter entfernt von den Gebetsmühlen dürfen unsere Häuser auf Rädern stehen. Einmalig, nicht?


Die Menschen haben uns tief beeindruckt. Ihre Gläubigkeit, ihre Opferbereitschaft, ihre Freudlichkeit, ihre Bescheiden- heit, ihr stetiges Lächeln – können wir da nicht etwas lernen?


Bewegt von den Erlebnissen im Kloster gehen wir schlafen. Einzig das Quietschen der Gebetsmühlen unterbricht die Stille der klaren Nacht auf 3000 Metern Höhe.


Freut euch auf die nächste Etappe. Sie wird so schön werden, wie man es nicht einmal träumen kann.


Euer Kostya


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