Krönendes Finale im schönen Georgien

Locker nehmen wir die Georgisch-Armenische Grenze. Es geht ganz, ganz korrekt zu auf der georgischen Seite. Keine Gebühren, keine Laufzettel – Hopperla, die wollen ja wirklich in die EU.


Geschuldet dem Willen, noch am Abend in die georgische Hauptstadt Tiflis zu kommen, fahren wir bis in die Dunkelheit und kommen erst gegen 19:30 Uhr am Bestimmungsort an. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir schon fast November haben, es ist vorbei mit den langen, hellen Abenden. Nicht aber mit unserer Reiselust. Sind wir doch gerade richtig warmgelaufen.


Der nächste Morgen. Rein nach Tiflis mit dem Autobus. Unsere letzte Hauptstadt der gemeinsamen Reise wartet auf uns.


Die West-Ausrichtung ist nicht zu übersehen. Eine „George-Bush-Straße“ gibt es sonst nirgendwo in der GUS.


Die nächsten Stunden lassen wir uns durch Tiflis treiben. Anna, unser Georgischer General-Guide, führt uns durch ihre Stadt. Bitte sehr:




Das war ganz schön westlich, nicht wahr.


Am Abend wird es bei georgischem Wein und kulinarischer Untermalung auch noch politisch. Wir treffen mit den Studenten der Osteuropa-AG zusammen, die nun von Christian und Arthur geleitet wird, da ich ja in Sachen Reise unterwegs bin. Fast zwei Wochen politisch-wirtschaftlich-gesellschaftliches Programm – wir hören gespannt den Ausführungen der angehenden Forscher zu.


Der Sachverhalt: Ein Österreicher hat bei uns mit absolut großer Zuverlässigkeit die Verteilung des täglichen Roadbooks übernommen und wurde daraufhin in Sibirien verbann…äh verbeamtet. Und nun nimmt er im Kaukasus trotz laufender Tätigkeit einen kurzweiligen Nebenerwerb an.

Ob es sich bei der Rezeptionistentätigkeit des Reise- teilnehmers um eine ungenehmigte Nebenerwerbstätigkeit handelt, wird gegenwärtig von einem internationalen Arbeitsgerichtshof verhandelt.


Ach! Wie viel Westen ist denn noch möglich? Bei Erich und Erika ist Sportschaufieber total ausgebrochen. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass wir gerade das 3:0 von Mainz 05 erleben dürfen. Ein wirklich schöner Abend.


Es ist viel passiert seit 2007. Eine Babypopo glatte Autobahn führt Richtung Batumi.


Stopp oberhalb des religiösen Zentrums Georgiens, südwestlich von Tiflis.


Belohnung für den Anstieg: Eine fantastische Aussicht auf das Tal und Mzcheta.


Ja, die Verbotstafel ist wohl noch ein schwaches Spiegelbild der bewegten waffenschwangeren Vergangenheit des Kaukasus. Männer mit Knarren bin ich tatsächlich in den letzten Jahrzehnten mehrfach begegnet. Dagegen wirkt der heute erlebte Kaukasus friedlich.


Aber nur auf den ersten Blick. Riesige Flüchtlingslager, ursprünglich als Provisorium gedacht, liegen entlang der Strecke Tiflis Batumi. Mehrfach ist es in den letzten Jahren in und um Georgien zu gewaltsamen Konflikten mit Massenvertreibungen gekommen. Wir selbst sind prinzipiell nur in kriegsfreien Gebieten unterwegs, bekommen aber doch das Eine oder Andere mit.


Begegnungen mit den Menschen auf dem Land. Es herrscht hier ebenfalls ein großes Wohlstandsgefälle zwischen Stadt und Land.


Wir haben nicht den direkten Weg nach Batumi gewählt, sondern machen einen Abstecher ins Varzia-Tal.


Dort liegen die wunderbaren Höhlenklöster, zu deren Fuß wir nun übernachten und dieselben am nächsten Tag erklettern werden.


Am Folgetag reisen wir weiter durch samtene Herbstwelten des Kaukasus. Es ist großzügig interpretiert noch ein westliches Stück Seidenstraße, von der wir uns einfach nicht verabschieden wollen.


Abends stehen wir nach Ostssee, Chinesischem Meer, Persischem Golf und dem Kaspischen Meer an dem fünften Meer unserer Reise. Batumi, du hast uns. Was verbinde ich mit diesem Ort für Erinnerungen! 1990 sind wir das erste Mal hier hindurch gefahren, haben 7 Tage für die Ausreise gebraucht. Diesmal wird alles locker laufen, das wissen wir schon jetzt genau.


Aber wie der morgige Tag, der Tag der Abschiedsfeier in Batumi verlaufen wird, das bleibt eine Überraschung. Schaut rein. Dann werdet ihr es erfahren.


Einen schönen Abend


Kostya


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