AbenteuerOsten pur! Expedition ans Nordende von Olchon

Siehe da, Valentin hat die Wolken vertrieben, wir starten unseren Ausflug wie geplant um 10.30 Uhr. Wie geplant? Es war 9.30 geplant, aber wer wird denn so kleinlich sein? Habt ihr etwa schon vergessen, wo ihr seid? Inmitten des Baikalsees inmitten Sibiriens inmitten der größten zusammenhängenden Landmasse der Erde. Wer da auf die Minuten schaut, ist fehl am Platz.


So sieht er von innen aus. Gemeint ist der Pasig, unser Allradautobus, begleitet von einem Uasig, dem kleinen 10-Personen- Allradbus der Marke Ural.


Ivan ist mal kurz drunter und schraubt den Allrad zu. Der Hebel dazu oben funktioniert nämlich nicht. Kein Wunder, der Bus ist älter als Ivan.


Aber jetzt sind wir fit für den Inselausflug. Der Norden der Insel ist nichts für die meisten unserer Wohnmobile, daher der Umstieg auf den Pasig.


Unser erster Stopp führt uns zu einer burjatischen Familie. Burjaten sind Nordmongolen und stolz auf ihre Kultur. Hier auf Olchon sprechen sie beide Sprachen: Russisch und Burjatisch.


Wie gut Carmelita zu den Burjaten passt. Am liebsten hätten sie sie dabehalten.


Die Dame ist zwischen 80 und 90 Jahre jung. Genaues sagen sie uns nicht, über Alter redet man nicht.


Ringkämpfe auf burjatisch. Nach zwei Minuten steht der Sieger fest.


Noch einmal einen burjatischen Abschiedstanz eingeübt,…


…dann geht es zurück in den Pasig. Die harten Abschnitte der Fahrt kommen erst noch. Wie gut, dass sie nicht wissen, wie heftig diese werden. Nehmt eure Gurte mit, die wir im Bus nicht haben.


In Khuzhir, dem größten Dorf von Olchon, halten wir nur kurz…


…denn die Möven scheinen etwas mit uns zu planen. Auf einen zweiten Hitchcock wollen wir uns aber nicht einlassen.


Am Felsen der Schamanen, um den eine ganze Reihe von Legenden ranken. Wer darauf geht, hat mit nichts Gutem in der Zukunft zu rechnen.


Wir hätten das Gruppenfoto natürlich auf dem Felsen machen können. Das hätte den Unterhaltungswert für euch Zuhause ungemein gesteigert. Uns reicht es aber so, wir bleiben fern vom Felsen und hoffen, die Götter sind damit auf unserer Seite.


Festgefahren im Sand. Der Pasig schafft diese weiche Passage nur mit Anlauf und ohne uns. Das gibt zu denken. Für Busse und Fähren sind wir zu schwer. Es wird Zeit, dass wir ein paar Pfunde loswerden.


Die Strandwanderung entlang des Sees kommt uns da nur gelegen.


Weiter, schöner See, wäre er nur nicht so kalt.


Sigrun hat einen der angeschwemmten Baikalschwämme gefunden.


Immer entlang zwischen Wasser, farbigem Sand und Kiefernwald führt uns die Wanderung.


Schließlich erreichen wir unseren Nachmittagspicknickplatz, an dem wir bei herrlichem Wetter und Superaussicht frisch geräucherten Omul, eine Lachsart aus dem Baikal, genießen.

Wie der Fisch zubereitet wird? Bitte…


Zunächst brauch es klares Wasser für den dazugehörigen Tee. Ivan spaziert in den See, um ganz klares Wasser zu bekommen.


Der Tee kocht und der Fisch räuchert in der Räucherbox vor sich hin. Dann auf mit dem Ding und…


Jeder hat zwei bis drei der Fische bekommen, es schmeckt einfach sehr sehr gut. Und ein schlechtes Gewissen brauchen wir dabei auch nicht zu haben. Schließlich gibt es wieder mehr als genug Omulfische im Baikal, seitdem das Befischen des Sees mehr oder weniger überwacht wird. Der Omul ist übrigens eine von über 200 endemischen Tier- und Pflanzenarten. Spezies, die nur an einem Platz in der Welt vorkommen. Einmalig eben. Wie die ganze Reise.


Es ist noch ein weiter Weg bis zum Norden, aber wir sind nun gesättigt für den nächsten Abschnitt.


Hupps, da raucht doch was. Das kann vom Werk aus so nicht geplant sein.


Der Rauch zieht in den Passagierbereich. Wären wir in einem Flugzeug, würde das Lächeln in den Gesichtszügen verschwinden. Und wären wir auf den Schamenfelsen gegangen, dann würden wir uns sehr wahrscheinlich in einem rauchenden Hubschrauber befinden. So ist es aber nur der auf dem Boden gebliebene, von Ivan gesteuerte Pasig,


den Ivan wieder flicken kann…


…annähernd flicken kann. Immer wenn er qualmt, sorgt Ivan für frische Luft, indem er mit offener Tür fährt. So einfach ist das.


Schließlich erreichen wir das Plateau am Norden. Hier sind die schönsten Küstenabschnitte des Sees zu bewundern. Ich lasse euch dabei nun ganz allein.


Noch ein kleines Stück weiter bis an die Nordspitze. Den Fahrzeugen wie unserem Uasig wird hier auch alles abverlangt.


Noch einige hundert Meter zu Fuß…


…noch wenige Schritte und dann, dann….


…öffnet sich der Blick auf das offene Meer. Mitten in Sibirien. Und alles kristallklares Süßwasser, bis über 1650 Meter tief. So schön ist unser wunderbarer Planet.


Zufrieden! Ich muss Danke sagen, einfach so.


Noch ein bisschen holpern,


…was im engen Uasig kein Problem ist, wenn man von Sitzbank bis zur Decke kompakt verstaut wird. Das stabilisiert außerdem die Innenarchitektur des Uasigs ganz wesentlich. Es ist die neue sogenannte M-Säule – zurückgehend auf Michael, der sie den ganzen Weg zurück zum Standplatz eigens gestellt hat.


Spät abends, vier Stunden später als erwartet, sind wir wieder am Standplatz. Alle ihr Reisemobilisten seid schon in eure Wohnungen auf Rädern zurückgekehrt, während mein Team noch einmal den Tag bespricht. Resümee: 4 Stunden Verspätung – nicht der Rede wert.


Wir verbringen einen weiteren Tag auf Olchon, genießen Weite, Stille, Einsamkeit.


Lagerfeuerromantik. Klönen über die jüngsten Abenteuer auf Olchon.


Zum Abschied von Olchon lassen wir Wolfgangs Ballon starten und beobachten, wir er in den tiefblauen Himmel steigen wird.


Was waren das schöne Erlebnisse auf Olchon.

Allen eine gute, stille Nacht, lasst die Sterne über dem Inselhimmel flüstern.
Kostya


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