Mit letzter Kraft zum See!

Liebe Mitreisenden!

Ihr könnt nun gut nachempfinden, wie intensiv ich diese Reise erlebe. Und ich merke auch, wie intensiv eure Leute das tun. Es ist eine Reise, wie man sie nur einmal im Leben tut. Eine mit Aufs und Abs. Aber sie ist schön. Und ohne dieses Reise wäre Marina jetzt vielleicht nicht mehr da. Es ist vielleicht alles gut so wie es kommt und wir kleinen Menschen sind einfach nicht in der Lange, unser Leben richtig zu lesen.

Ich habe die Nacht nicht geschlafen, wir hatten einfach zu viel zu tun. Müde steige ich auf meinen Zug und fahre los. Müde, aber motiviert genug, unser Etappenziel, den Toktogulsee im Süden Kirgistans, zu erreichen. Von Sascha habe ich nun eine SMS, er ist krank in Kasachstan gestrandet und war für drei Tage außer Gefecht gesetzt. Aber er ist okay, und das ist das Wichtigste. Er wird nun im südlich gelegenen Osch zu uns stoßen.

Ich habe Marinas Lieblings-CD eingelegt. Das vorbeiziehende Land ist wie mit einem melancholischen Schleier überzogen. Sie ist ein so guter Mensch. Die erste Person, die nicht nach Geld fragt, eine Person, auf die man sogar aufpassen muss, damit sie nicht ihr weniges Geld noch für uns ausgibt.

Die nächsten Bilder, liebe Marina, sind nur dir gewidmet. Meine Familie und unsere Gruppe halten dir die Stange, versprochen!

Wieder gilt es, einen Pass zu erklimmen. Immer wieder kommen Weidetiere entgegen, die nun Anfang September von den Hochgebirgsweiden heruntergetrieben werden.


Die Farbenspiele der kirgisischen Berge. Klar, dass man da seine Heimat liebt.


Schnell mal hochgeklettert. Müde, Zeitdruck? Nein, die Schönheit der Berge geht vor.


Der Tjeju-Aschu-Pass ist seit letztem Jahr durchweg geteert. Die Straße schraubt sich in das steile Bergmassiv.


In der weiten Hochebene wird den Vorbeifahrenden Khumus, die alkoholhaltige Pferdemilch, angeboten.


Ein Stück Paradies könnte so aussehen.


Die Stuten beobachten neugierig meine Fotografierwut. Habe ganz vergessen, dass ich eigentlich müde sein soll.


Die Küchenstelle ist draußen. Jetzt im September gibt es nur selten Regen.


Neugierige Blicke überfluten die Jurte. Drinnen sitze ich und fotografiere…


..den Jurtenalltag. In aus Tiermägen genähten Behältnissen wird der Khumus angerührt.


Zurück auf der Trasse spüre ich dann doch Müdigkeit. Zur Aufmunterung nehme ich eine kirgisische Polizistenfamilie mit, deren Auto streikt, welches sie kurzerhand hier oben stehen lassen.


Aber auf das wachhaltende Gespräch muss ich bald verzichte. Meine Mitfahrer sind noch müder als ich und schlafen alle binnen 10 Minuten ein.


Halb K.O. erreiche ich den Toktogulsee, wo unsere Gruppe einen Superplatz am See gefunden hat.


Hopperla, der Untergrund war weich und unser Dicker sinkt ein. Was muss der sich auch immer ins Internet vordrängeln…


Für die Kids vom Toktogulsee ist es eine tolle Nachmittagsunterhaltung. Deutsche, Österreicher und Schweizer Pensionäre versenken ihre Spielzeuge und graben sie dann wieder aus…


Die ganze Sache dauert so lange, dass es noch Zeit für einen Spontanhaarschnitt gibt.


Freddy und unsere Aufpasser der örtlichen Miliz, die Julia und ich in der Bischkeker Wahnsinnsnacht unserer Gruppe noch besorgt haben.


Abendstimmung am Toktogulsee. Alles wird gut!


Nachtstimmung am Toktogulsee. Alles gut!


Wir reisen weiter nach Süden Richtung Osch vorbei an einer Landschaft, die uns einfach wunderbar erscheint.


Im Vorstadtgebiet von Osch. Kleinhänger mit Überbreite. Aber es werden noch Breitere kommen!


Im 35 Grad heißen Osch herrscht reger Verkehr.


Deutscher MAN erwischt kirgisischen Mercedes. Verdammt, es hat bei der Stadteinfahrt gescheppert.


Schnell ist die Schuldfrage geklärt – ohne Polizei. Die Kontrahenten eine Stunde später freudig vereint.


Da kann die erste Nacht in Osch, Kirgistans zweitgrößter Stadt, kommen. Viele der Menschen stellen ihre Betten im Sommer einfach unter freiem Himmel auf. So auch die Platzwarte an unserem Standplatz.


Gute Nacht meine Lieben, ihr seht, das Leben geht weiter. Im Sinne aller Betroffenen

Kostya

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