Kashgar ist ja so weit von Peking!

Liebe Leser!

Sorry für die kleine Pause, ich hatte diverse Fragen zu klären und keine Luft für die Internetreportagen. Nun geht es aber mit voller Kraft weiter. Zunächst mal rein in das alte Handelszentrum der Seidenstraße, nach Kashgar. Ein klangvoller Name, und eins ist sicher, wir werden diese Stadt nicht so schnell vergessen.

Lauft mit uns nun los durch das alte neue Kashgar, das eigentlich vergessen lässt, dass wir noch in China sind.

Eher würdet ihr wohl sagen, dass die Aufnahme aus dem Iran stammt als aus China. In der Tat sind heir Chinesen in der Minderheit, über 70 % sind muselmanische Uiguren, die den Besuch in den Moscheen der Stadt oft wahrnehmen.


Verführerisch schön, die uigurischen Frauen. Es läuft aber vieles nach traditionellen Mustern ab. Die Eltern bestimmen, wen die Kinder heiraten. Auch im Jahre 2007.


Nein, so etwas geht nicht! Wäre unanständig! Ganz und gar! Daher hat dieser Hengst seine Mannespracht in einem Eimer verbergen müssen. Man sieht in dem pulsierenden Kashgar Dinge, die einen lächeln lassen oder auch bestürzen. Wir gehen mit euch nun auf den Tiermarkt und bitten euch, das Hirn und Herz ein bisschen auszuschalten. Sonst ist es für sensible Menschen schwer, sich die Szenen anzusehen.


Fleisch wird überall gehandelt, es ist auf dem Tiermarkt frischer und preiswerter als sonst irgendwo.


Kashgar stellt den größten Tiermarkt ganz Uiguriens und ist in seiner Art wohl welteinmalig. Es läuft heute noch vieles so ab wir vor zwei Jahrhunderten.


Es wirkt fast so, als ob ein Kinofilm gedreht wird. Dieses Kamel ist aber kein Statist, sondern ein professionelles Nutztier.


Schafe werden gehandelt wie Eier und Rüben. In großen Stückzahlen verkauft, getrieben und verladen. Ca. 20 Euro kostet hier ein Schaf. Eng zusammengebunden harren die Tiere aus , bis sich ein Käufer findet .oder


Hochspannend ist es, mitzuverfolgen, wie gehandelt wird. Hier, wo man keinen Vertrag braucht sondern nur den Handschlag. Wie eh und je.


Dieser Prachtbulle wirkt nicht gerade glücklich, wird aber hoffentlich bald einen Käufer finden.


Bis hier hin scheinen die Pekinger Machthaber noch nicht vorgedrungen, die meisten hier leben gewiss anders als in einem kommunistisch-marktwirtschaftlichen Regime. Lange Bärte bei Männern sind Regel, genauso wie das Kopftuch bzw. der Schleier bei Frauen.


Rabiater Abtransport der Tiere. Oft brechen sie sich dabei Beine oder verletzen sich schwer.


Die ganz schlimmen Bilder erspare ich euch, die Menschen hier sehen das sowieso anders. Der Verkäufer hält lauthals seine Wahre feil.

Der Kashgarer Markt ist am Sonntag an reichhaltigsten. Fotomotive en masse. Ein paar möchte ich auf euch wirken lassen. Diesmal ganz ohne Kommentar:

Kashgar ist eine verrückte Stadt im Westen Chinas, eine, die man wirklich einmal gesehen haben muss.

Morgen steht ein Ausflug ins nahe gelegene Gebirge, wo 7000 Meter hohe Berge thronen, auf dem Programm. Ein Kontrast zum heutigen Trubel in Kashgar.

Nein, China lässt sich mit dem Verstand genauso wenig begreifen, wie Russland. Und Peking ist hier mindestens soweit, wie Moskau vom Schwabenland.

Bis bald

Kostya

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