Der Hammerpass

Liebe Mitreisenden!

Seid ihr nun auch schon ganz schön mitgenommen von unseren letzten vier Monaten Abenteuer? Nun, ich kann euch leider nicht beruhigen, es geht weiter höchst dramatisch zu.

Vor uns liegt ein halbes Dutzend Hochgebirgspässe, die es in sich haben sollen. Wir bekommen auf jeden Fall die fahrtechnisch schwierigste Passage serviert. Gespannt, wir wir das gelöst haben? Viel Spaß und Spannung auf dem Weg ins Hochgebirge, durch dass wir uns nun für 14 Tage kämpfen werden.

Bevor wir die Pässe raufklettern, bleiben wir im 800 Meter tiefen Talkessel von Osch und schauen uns die zweitgrößte Stadt Kirgistans an.


Reiseleiter auf so einer Tour ist Arbeit auf einem heißen Stuhl. Gleichzeitig Trinken, Telefonieren und zur Gruppe Sprechen – das ist – ja, das ist einfach unmöglich, denn beim Trinken kann man gar nicht sprechen…


Süßer südkirgisischer Wonneproppen genießt das Schaukeln auf bundesdeutschen Reisemobilistenarmen.


Fahren wir die Hammerpässe oder besser nicht? Die niedrigliegenden Fahrzeuge mit Überhang diskutieren die Ausweichroute durchs flachere Land. Die Visa unserer Reisegruppe sind so angelegt, dass man meist flexibel fahren kann.


Abschiedsabend von Kirgistan und drei Autos, deren Frauchen und Herrchen sich entschlossen haben, die Pässe zu umfahren. Treffen werden wir uns wieder im usbekischen Samarkand. Passend dazu blasen usbekische Musiker uns den Marsch. Dabei fällt es mir gar nicht auf, dass das Hauptgericht vergessen wurde…


Der Abfahrtstag. Die Esel sind hier so cool drauf, dass sie selbst den Weg zum Ziel kennen.


Schulkinder auf dem Weg nach Hause in der typischen Schuluniform.


Ein paar Kilometer und Stunden weiter ist längst Schulschluss. Die Uniform wurde gegen die Badehose getauscht. Es ist Altweibersommer!


Ich bin ganz alleine, Sascha und Marina sind ausgefallen. Da nehme ich mir immer wieder Leute mit. Eine Frau steht alleine an Straßenrand. Das sie einen 20 Liter Benzinkanister dabei hat, habe ich zu spät erkannt. Nun habe ich eine gute Tat getan und einen nach Benzin riechenden Innenraum…


Die Straße als Dreschkammer. Das erinnert an unserer Fahrten durch die Innere Mongolei.


Mit chinesischen Waren voll bepackte LKW kriechen den Pass herunter.


Auch Heu kann schwer sein und ein Auto auf schlechten Pisten mit heftigen Anstiegen zum Kochen bringen.


Der Kernabschnitt eines typischen Hochgebirgspasses. Auf den letzten 400 Höhenmetern schraubt sich die Piste mit Serpentinen in den Berg. Der Taldykpass ist die Vorprüfung für den berüchtigten Kyslartpass, der als einer der schwierigsten Hochgebirsgpässe Mittelasiens gehandelt wird.


Wir sind nun stetig auf über 3000 Metern Höhe. Die Gräber sind mit Yakschwänzen versehen.


Unser letzter Standplatz in Kirgistan, bevor es rauf auf den Kyslartpass und die Grenze nach Tadschikistan geht. Kirgisische Grenzsoldaten freuen sich über den seltenen Besuch.


In Hintergrund warten die Gebirgsketten des Pamirs, durch die wir nun hindurch müssen. Wir schauen mit einer gewissen Anspannung auf die schneebedeckten Gipfel, bleiben hier aber noch auf 3400 Meter „unten“.


Die Nacht wird klar und kalt, die Temperatur geht auf 0 Grad runter.


Der nächste Morgen: Der Kirgise schaut skeptisch drein. „Was, ihr wollt wirklich den Kyslart hoch? Viel Spaß!“


Boah, ist das knallhart. Der Pössl rödelt, was das Zeug hält. Und bleibt stehen. Mitten auf dem Kyslart, der immer wieder solche schwierigen Passagen für uns bereit hält. Die Motorhaube ist aufgestellt, zwei gefüllte Wasserflaschen dienen als Abstandhalter. So bekommt der Motor mehr Luft in der dünnen Luft.


Aber wir sind ja nicht alleine. Nun müssen die Großen Starken in der Gruppe ran. Bisher haben wir das flexible Abschleppseil, dass mir die Firma Därr zur Verfügung gestellt hat (ja , diese Werbung muss sein, denn die haben uns wirklich toll unterstützt), nur als Bewässerungskanalbunjjumpseil eingesetzt.


Da es mir kein Mensch abnimmt, wenn ich sage, dass der Pössl mit diesem Seil den Großen über die schwierige Passage gedrückt hat, muss ich es anders klären. Ich wollte einfach etwas Sprit sparen…Das wollte zuvor übrigens auch der Hymer…


Der letzte stramme Anstieg. Es sieht von weitem viel harmloser aus als vom eigenen Fahrerstand aus.


Aus, Hymerle, die letzten Meter sind vor dir, dann bist du ganz oben.


Die Passkrone. Auf 4350 Metern Höhe ist die Luft merklich dünn. Auf der anderen Seite geht es wieder runter auf 4000 Meter. Dort warten die tadschikischen Grenzer auf eine Fahrzeuggruppe, wie sie hier zuvor noch nie da gewesen ist.


Wir sehen uns wieder im Pamir in Tadschikistan, verabschieden uns von Kirgistan und wünschen Marina alles Gute. Sie ist nun in Moskau in guten Händen, alle weitere Notwendigkeiten sind eingeleitet. Alles wird gut.

Kostya

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