Auf dem Dach der Welt

Liebe Mitkletternden!

Was war der Kyslart für ein Hammerpass! Da haben unsere Wohnmobile mal richtig was fürs Geld tun müssen. Und alle, die den Pass in Angriff genommen haben, sind oben auf über 4000 Metern angelangt. Die Luft ist schon etwas dünn hier oben, einmal gerannt, und schon ist man am Schnaufen.

Die kirgisisch-tadschikische Grenze haben wir in vier Stunden gekippt. Die Kirgisen wollen für eine Expressabfertigung 30 Dollar pro Auto, wir handeln sie auf 10 Dollar runter. Dafür lassen sie das Durchchecken der Autos sein. Schmiergeld oder inoffizielle Grenzgebühr? – macht euch selber einen Reim drauf.

Die Tadschiken wollen natürlich auch etwas. Sie haben rausgefunden, dass wir mehr als eine Flasche alkoholisches Getränk dabei haben. Und dann fällt eben eine Zollgebühr an. 50 Prozent des Inhaltes müssen als Zoll nachbezahlt werden. Oder wir machen es inoffiziell. 30 Dollar auf – äh unter den Tisch des Zöllners, dann ist die Sache geritzt. Hier sind die Zöllner streng, Fotografieren ist absolut nicht drin, ich riskiere lieber nichts und hoffe, ihr meine Lieben Zuhause, könnt mir dies nachsehen.

Ohnehin bitte ich wieder mal um ein bisschen Geduld mit mir. Alle meine Freunde, die mir im Vorfeld der Reise und bei vielen anderen meiner Eskapaden immer so beispiellos helfen, bekommen von mir keine Mails oder Postkarten. Wisst ihr, es ist einfach unheimlich anstrengend, über so eine lange Zeit den eigenen inneren Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Eine Postkarte oder Mail in dem langsamen Internet da noch schreiben ist mir einfach zuviel.

Jeden Tag eine ganze Menge neuer Aufgaben und Herausforderungen. Zeit zu Atmen bleibt kaum. Gelegentlich bekomme ich, so sehr das Erlebnis auch einmalig ist, phasenweise richtig Heimweh. Wie gut, dass es dann so viele schöne unvergessliche Momente auf dieser Reise gibt. Einen davon erzählen wir euch in den nächsten Aufnahmen, bevor mir wieder eine ganz große Aufgabe gestellt werden wird.

Die ersten Momente hinter der Grenze. Es wirkt noch unfassbar, unwirklich, der Zaun markiert, dass bald dahinter China beginnt. Aber das kennen wir ja schon zu Genüge.


Die ersten Meter auf dem Pamirhighway. Die örtlichen Fahrer sprechen hier von asphaltierten Straßen. Der Staub in den asphaltfreien Zonen, von denen es zur Genüge gibt, ist so fein, dass er überall reinkommt.


Da fahren sie nun dahin auf 4000 Meter Höhe. Alle Berge darum sind gleich fünf bis 7000 Meter hoch.


Der erste Stopp in Tadschikistan. Wir sind die erste Wohnmobilgruppe, die durch den Pamir fährt.


Waoh, was sind unsere Luftfilter durch den feinen Staub versaut.


Kirgisische Mädchen positionieren sich für ein Foto. Touristen sind hier eher Seltenheit, genauso wie Tadschiken. Hier im Osten des Pamir leben mehr Kirgisen als Tadschiken.


Erstes Mahl in Tadschikistan. Wir genießen ein deftiges Mahl mit Yakfleisch.


Der Pössl am Karakulsee. Es ist sicherlich der erste seiner Zunft, der soweit über den Tellerrand herausgeschaut hat.


Wir nehmen den nächsten Pass in Angriff. Die Reisemobile klettern rauf auf knapp 4700 Meter.


Das verstaubte Satellitensystem lügt nicht, wir sind tatsächlich so hoch. Vor zwei Wochen waren wir in Turfan noch auf – 50 Meter ü. NN.


Murgab, die erste Siedlung entlang des Pamirhighways.


In Tadschikistan herrscht Registrationspflicht. Daher suchen wir die örtliche Polizeistelle auf. Die Kommissarin ist erstaunt über unsere Gruppe. So viele Formulare hat sie nicht da, wir werden auf die nächste Station in Chorog vertröstet. Goldene Zähne werden uns nun bis Europa begleiten.


Im Zollbüro. Hier holen wir uns das erforderliche Dokument, was wir längst an der Grenze bekommen hätten müssen. Nur hatten sie dort für so viele Fahrzeuge keine Formulare da…


Neugierig sind sie alle, die Menschen hier. Natürlich waren hier schon einige Mal vor uns Wohnmobile aus dem Westen gewesen. Aber so viele auf einmal, das sorgt doch für ein Stadtgespräch. Murgab ist übrigens 5000 Einwohner stark. Danach wird es für 350 Kilometer dünn, es gibt praktisch keine weiteren größeren Siedlungen.


Standplatz in der Natur auf 3700 Metern. Es ist auf weiter Flur eine der niedrigsten Stellen im Ostpamir. Wir bleiben hier die Nacht, um am nächsten morgen die neue Hochstrecke zu schaffen.


Probleme mit der Höhe? Bei manch einem schon, aber bisher können wir die einmalige Natur genießen.


Ziegen ziehen an uns vorbei. Der Arbeitstag eines Hirten geht von 6 Uhr Morgens bis 10 Uhr abends.


Ein Hirte hat unter dem Heu eine Maus gefangen und präsentiert sie stolz.


Die Menschen hier sind weit entfernt von Tourismus und moderner Entwicklung. Alle sprechen neben ihrer Landessprache auch Russisch, die Verständigung fällt mir nicht schwer.


Was sagte ich vom verpassten Fortschritt. Hier in den Jurten ist dieser angekommen. Eine Solaranlage sorgt für Licht.


Einblicke in echtes Hirten- und Jurtenleben. Touristen waren hier vorher noch nie.


Wir werden spontan eingeladen. Brot, Tee, Airan und jede Menge Herzlichkeit. Ein echter unvergesslicher Abend.


Irgendwas stimmt nicht mit dem Gandy. Der Motor zieht nicht mehr. Ist etwa nur ein Schlauch ab oder der Filter zu? In der Gruppe sind wir stark, wir versuchen gemeinsam das Problem mit unseren Technikern zu lösen.


Wahnsinn, der Turbolader brennt auf. Mitten im Pamir, weit ab von allem. Es ist der ungünstigste Ort, den Gandy sich dafür gesucht hat. Nun schaut mal, wie wir diese Aufgabe meistern werden.


Spannende Weiterreise wünscht

Kostya

Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten