Azurblauer Himmel oben, kirgisische Staubhölle unten und ein tolles neues Team!

Laut holpern unsere Fahrzeuge über den kirgisischen Schotter. Der Blick nach rechts und links ist in jedem Falle atemberaubend. Entweder durch die überwältigende Landschaft oder durch eine Staubwolke, die alles einnebelt. Manchmal haben wir Rückenwind, dann holt der von uns selbst aufgewirbelte Staub uns wieder ein. Aber das tut der Freude über die Reise durchs freie Kirgistan keinen Abbruch. Endlich dürfen wir fahren und stehen, wie wir wollen. Schöne Natur, wir kommen.

Schon unser erster Standplatz, eigentlich aus der Not heraus geboren, nicht in der Dunkelheit fahren zu wollen, ist einfach traumhaft.

Auf 3200 Meter Höhe stehen wir bei klarer Luft und leichtem Nachtfrost. Kaum zu glauben, dass wir gestern noch in der Hitze von Kashgar schmorten.


Erste morgendliche Besprechung auf kirgisischer Erde. In der Mitte des Kreises steht rein zufällig der Buddha des Pössl. Beide wurden nämlich entstaubt, der Buddha musste dazu raus an die frische Luft.


Marina, mein neuer Tourmanager. Schon beim Erledigen der Grenzformalitäten haben wir super zusammengearbeitet. Marina ist Kirgisin, spricht neben fließendem Deutsch auch Englisch und natürlich Russisch. Und wird uns nun bis Istanbul begleiten, wenn wir sie nicht zu sehr erschrecken.


Schlangestehen am Pössl. Es gibt pro Fahrzeug 5000 Som, die kirgisische Währung. Jedes der mittelasiatischen Länder hat seine eigene Währung, so auch das freie Kirgistan.


Mensch Brigitte, hast du Christian auf dem 500-Som-Schein entdeckt?


Alles Schlimme für den Autofahrer. Das Schild lässt erahnen, was Kirgistans größtes Defizit ist. Die Infrastruktur der Verkehrswege, hauptsächlich die Straßen.


Für uns heißt es, auf staubigen Schotterpisten durch kirgisische Traumlandschaften zu holpern.


Es ist das Land der grünen Hügel und Weidetiere. Ja, jetzt verstehen wir, warum Marina ihr Land so sehr liebt.


Ankunft im Jurtenlager. Jeder Halteplatz ist ein landschaftlicher Hochgenuss.


Typisch Wohnmobilfahrer! Abstaubermentalität im Hochgebirge! Der puderfeine Staub liegt Zentimeterdick auf den Fahrzeugen.


Die Luftfilter sind nach 100 Kilometer kirgisischer Hochgebirgspiste mehr zu als nach 5000 Kilometer China.


Auch die Reifenpannen häufen sich nun, was wir selbst flicken können, erledigen wir vor Ort.


Bergglück. Christian gut dran im Tienshan von Kirgistan.


Marina hoch zu Ross. Die Arbeitserleichterung für mich ist kolossal. Endlich ist der Pössl gut organisiert, sie hat das ganze Fahrzeug samt Hänger „entchipst“, also die von Sascha und mir gekauften und dann vergessenen Chipsbeutel eingesammelt. Teilweise stammen diese noch aus Russisch-Fernost und dokumentieren unsere Ernährungskultur! Nun wird alles gut!


Mit neuer Kraft und endlich auch einem neuen Technikerteam gehen wir in die nächste Runde unserer Reise. Wir wollen hoch in den Norden des Landes, wo der herrliche Issykkulsee auf uns wartet. Zwischen uns und dem See liegt aber noch der Dolonpass, den wir erst einmal bezwingen müssen. Sozusagen als Vorprüfung für die Hammerpässe des Pamirgebirges. Aber das verdrängen wir erst mal schön, bis dahin sind es noch einige Tage.

Staubige Grüße

Kostya

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