Pössl wird zum Pamirtaxi

Liebe Mitreisenden!

Nun habt ihr die letzten Wochen immer unregelmäßiger Nachrichten von uns bekommen. Und die meisten von euch wissen, dass wir inzwischen eine Ecke weiter sind, als es die Internetberichte ausweisen. Nun, das liegt daran, dass in den letzten Wochen einfach unglaublich viel passiert ist und wir einige äußerst heikle Grenzen überqueren mussten.

Außerdem gab es oft keine vernünftigen Internetverbindungen und zu allem Übel sind unsere USB-Speichermedien, mit denen wir eure Kommentare und Grüße weitergeben, von Viren aufgefressen worden. Die Kommentare gehen natürlich nicht verloren, weil wir sie online abrufen können und dies nun erneut tun werden. Ihr könnt also ruhig weiterschreiben, nun geht es wieder glatter und aktueller vonstatten. Und glaubt mir, euren Leuten tun eure Briefe aus der weiten Heimat gut.

Ich kann euch an dieser Stelle sagen, dass wir nun in Baku stehen und zwar alle mit allen Autos. Und noch etwas kann ich euch sagen: Es ist zweifellos die Reise unseres Lebens. Etwas Verrückteres und Abenteuerlicheres haben wir alle wohl noch nicht gemacht. Dramatisch, hochspannend und unvergesslich ging es zu in den letzten Wochen auf der Seidenstraße. Ihr, meine Lieben, dürft nun diese Erlebnisse im Zeitraffer nachvollziehen, wohlwissend, dass Eure Lieben die harten zurückliegenden Prüfungen alle bestanden haben.

Zurück auf die Seidenstraße, ihr müsst nun alles nacherleben, was wir bereits hinter uns haben. Auf geht’s!

Was macht man in einer Situation des technischen Supergaus? Man steht da mitten im Pamir zwischen den 4000er-Pässen und hat einen kapitalen Schaden, der die Weiterfahrt unmöglich macht.

Nun, man behält die Nerven und überlegt, welche Möglichkeiten es gibt.
Wir in der Gruppe konnten relativ schnell diagnostizieren, dass der Turbolader weggeflogen ist und ein neuer her muss. Über die Partner von Seabridge haben wir die Ersatzteile bestellt, mit Hilfe unseres Technikers das Fahrzeug in die nächste größere Stadt abgeschleppt.


Die Gruppe fährt vor, als mein Team und ich den Ghandy verarzteten.


Ich reise weiter, als das Technikerteam am Havaristen ist und weitere Schritte einleitet.


Ich starte die Aufholjagd durch den Pamir. Der Pamir wirkt so intensiv. Lasst die kommenden Bilder auf euch wirken. Sie brauchen keine Worte:



Allzulange habe ich die Einsamkeit nicht ausgehalten. Also nahm ich die Menschen mit, die am Wegesrand auf eine Mitfahrgelegenheit warteten:

Sascha, der Elektriker, ist zwei Tage und eine Nacht mit mir gefahren


Diese Familie muss 30 Kilometer weiter. Ich bringe die Personen mit links unter.


Der Eisschrank des Pössl ist ein hervorragender Sitz.


Viele Leute passen in den Pössl, der im Fahrzeugschein 8 ausgewiesene Sitzplätze hat. Fehler der Behörde oder weise Voraussicht, dass das Fahrzeug irgendwann mal zum Pamirtxi mutieren wird?


Schön gekleidete tadschikische Frau. Und da soll man(n) sich aufs Lenken konzentrieren?


Unser Flyer begeistert. Im Hintergrund stehen weitere Fahrgäste. Der Pössl beseht auch als Autobus!


Das Fotoalbum meiner Familie begeistert diese Partie Fahrgäste.


Sooo groß sind die Fische hier in den Flüssen. Alle sprechen Russisch, wir quatschen über Gott und die Welt.


Hopperla, der Pössl als Schulbus. Jetzt aber schnell zur Schule, der Unterricht fängt gleich an. Der junge Herr ist Lehrer, die anderen Schüler.


Alt und jung, alle sind sie mit dem Pössl unterwegs.


Die jüngsten Fahrgäste während meiner Tätigkeit als Pamirtaxist! Sie sind sooo stolz,…


…als ihre Kumpels sie im exotischen Auto aus dem Westen entdecken.


Die Zeit verging im Fluge, ich bin doch alles anderes als alleine. Schnell haben wir Chorog erreicht, die Gebietshauptstadt des Pamir mit aller wichtigen Infrastruktur der Region.


Nein, es sind nicht die Alpen, es ist Tadschuíkistan. Kein Zweifel!


Lenin steht noch wie zu Sowjetzeiten. Zu Russland hat man ein gutes Verhältnis.


Es ist Altweibersommer in der Universitätsstadt. Die Studierenden sind gut gekleidet.


Und erst die Schulkinder!


Ein ganz schlauer Bursche posiert vor mir. Keine Scheu vor den komischen Ausländern mit den merkwürdigen Autos.


Die Verkäuferin genießt die ihr entgegengebrachte Aufmerksamkeit. Die Menschen hier lassen sich sehr gerne fotografieren. Am nächsten Morgen bringe ich ihr die CD mit diesem Foto vorbei.


Die echten Tadschiken sind blauäugig und hellhäutig


Christian staunt nicht schlecht über den UASig, den russischen Ural-Minibus, der uns bald in den Botanischen Garten Chorogs bringen soll.


Und schon durchwandern wir ihn, den höchsten Botanischen Garten der Welt.


Gelegen ist er wirklich traumhaft.


Gisela genießt die Vielfalt und Schönheit dieses Gartens.


Fotomotive gibt es hier zugenüge.


Einkauf auf dem lebendigen Markt von Chorog. Die Lebensmittel sind frisch und spottbillig. Jeder Marktbesuch ist ein Erlebnis für sich.


Wir sind eine Etappe weiter, haben die Hochgebirgsstraßen hinter uns und müssten damit das Schwierigste im Pamir geschafft haben. Denken wir uns. Aber wir haben uns gewaltig geirrt.

Das Schwerste wird nun noch kommen. Wie wir die teilweise höchst dramatische Streckenführung bewältigen, schaut ihr euch im nächsten Bericht an, der nicht mehr lange auf sich warten lässt. Dranbleiben!

Euer Kostya.

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