In der Türkei – Chillout mit Rambo

Liebe Mitreisenden und Freunde des Abenteuers!

Alle sind in der Türkei!! alle, auch die großen Allradfahrzeuge!!! Die GUS und China haben wir geschafft, alle Reiseteilnehmer gesund und ihre Autos durchgebracht. Ganz am Ziel sind wir aber nun doch noch nicht, wir müssen noch über 2000 Kilometer durch die Türkei von Nordost nach Südwest reiten.

Ein schöner Ritt soll es werden, so erhoffen wir uns. Ein Abschied auf Raten, denn einige werden nun eigene Wege gehen und schon eher als geplant nach Hause fahren. Das Pösslteam bleibt weiter dabei, aber wer die GUS durchfahren hat, knackt die Türkei mit links.

Dass eine Fahrt durch die Türkei selbst nach so einer Mammuttour spannend und lohnenswert sein kann, beweisen die Fotos, mit denen wie immer nicht gegeizt werden soll. Auf geht´s:

Herzlich Willkommen in der Türkei. Das erste Gebäude – eine Moschee. Wir hören den Muezzin am ersten Tag häufiger, als auf der ganzen Tour entlang der Seidenstraße.


“Hallo, ich bin Nuazy und komme aus Hamburg. Braucht ihr Hilfe!“ Der Extaxiunternehmer sprich uns in akzentfreiem Deutsch an und hilft uns, Telefon- und Straßenkarten zu besorgen.


Ganz schön islamisch wirkt die Türkei hier im Osten auf uns. Viele Kinder auf der Straße und viele Frauen teils völlig verschleiert.


Landschaftlich ist die Türkei traumhaft schön. Die Straßen sind unserem Empfinden (kann aber nach dieser Tour nicht als Maßstab genommen werden…) nach einfach in sensationellem Zustand. Wir schweben durch schroffe Schluchten und jedem Menge Pässe, alle asphaltiert, versteht sich.
So finden wir immer wieder wunderschöne Standplätze in atemberaubender Natur.
Wie das im einzelnen funktioniert?


Wir fragen den Besitzer von der Wiese, ob wir hier stehen dürfen. Die gastfreundlichen Türken sagen fast immer ja. Wir versprechen, keinen Müll zu hinterlassen, was wir auch immer einhalten.


Und dann kommt die Zeit der Erholung, die Sonne lacht auf fast 2000 Meter Höhe. In der Nacht geht die Temperatur runter auf minus 4 Grad! Verdammt, wir haben ja schon Ende Oktober.


Und wieder habe ich einen Dorfbewohner im Auto, der nichts dagegen hat…


…dass wir an einem wunderschönen Standplatz einen Tag Stopp einlegen und einen runden Geburtstag feiern.


Lagerfeuerstimung, es fließt Bier und Wein, und wer weiß was noch.


Einige Stunden später. Geburtstagskind und Geburtstagsgast sind gut drauf. Das die Reise eine geführte ist, können wir heute endlich beweisen. So manch einer musste in sein Wohnmobil geführt werden.


Oh, Onuar! Unser türkischer Begleiter verträgt kein russisches Starkbier und leidet nun nicht schlecht.


„Was, habt ihr gestern etwa zuviel getrunken?“ Nein, der Gesichtsausdruck der Frau wäre falsch interpretiert worden, Sie wollte sich lediglich ablichten lassen genau wie der junge Man auf dem nächsten Bild:


Fährüberfahrt in der nähe des Nemrut. Der Hänger vom Pösslteam ist wieder mal zu lang und bleibt auf der Klappe stehen, die nicht hochgeklappt wird.


Das gibt mehr Raum zum Stehen für Fährpassagiere.


Ein Stück Titanic-Feeling für Onuar und …. Sascha. Es war halt keine Rose zur Hand, da muss Onuar nehmen, was da ist…


In der Nähe des Nemrut-Berges zeigen uns türkische Soldaten ihre Waffen.


Ja, Christian, zieh den Gürtel an.


Und jetzt bist du ein echter Rambo-Zambo!
Der Konflikt mit den Terroristen zwingt die Türkei zu einer erhöhten Militärpräsenz, so bekommen wir es erklärt. Überall unterwegs im Osten passieren wir stark bewaffnete Militärposten.


Am Abend zum Sonnenuntergang sind wir auf dem Nemrutdagi, dem berühmten Königsgrabmal.


Eine große Spinne, wohl eine Wolfsspinne, besucht unseren Campingplatz. Lieber Eugen, schau mal im Bestimmungsbuch nach, ob das wirklich eine Wolfsspinne ist.


Unterwegs in Kappadokien. Wir erleben die tolle Tuffgesteinlandschaft. Alles hier ist bereits sehr touristisch ausgeknautscht. Nach der urtümlichen GUS, wo wir oft die einzigen Touristen waren, fällt uns das nun richtig auf. Ballonfliegen ist absolut in, die Stunde kostet pro Nase 120 Euro. Ja, die Türkei ist nicht mehr so billig wie früher. Der Diesel liegt bei 1,40 Euro, die Dose Bier bei zwei Euro.


An der Westküste bei Antalya stehen wir für zwei Tage bei spätsommerlichen Temperaturen. Seele baumeln lassen, dass tut einfach gut.


Onuar ist wie viele türkische Kerls. Liebt Autos und Frauen. Es ist Wochenende in Antalya und das aktuelle Pösslteam (Sascha, Onuar und ich) gehen auf die Piste. Um sieben Uhr früh am nächsten Tag kommen wir zum Campingplatz zurück. So sieht Onuar noch um 11 Uhr – wir sind bereits 4 Stunden wieder am Fahren – aus:


Eben ein echter Kerl. Er ist einer von vielen jungen Menschen der Türkei, die genauso ticken, wie unsere Jungendlichen in Westeuropa. Die Türkei ist besonders gesellschaftlich ein Land der Gegensätze. Im Osten läuft vieles nach alten Traditionen, im Westen ist es in den Städten hochmodern.


Wir stehen auf dem Campingplatz in Pamukkale und genießen die Frühlingssonne. Ups, ich meine, die Endoktobersonne. Man, was wurden wir mit dem Wetter auf dieser Reise verwöhnt! Sonne, Wärme, einfach herrlich. Auch jetzt sind es 26 Grad, am 29. Oktober!



Wir haben uns die Erholung redlich verdient und setzten nun alles daran, auch noch die letzte Etappe bis Istanbul gut zu überstehen. Von dort aus folgt dann der vorerst letzte Bericht von unserer Reise. Aber es ist ja noch eine Etappe, auf der noch einiges passieren kann, Drückt uns also weiterhin die Daumen.

Euer Pösslaner Kostya

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