Feuer, Gas und Wüste!

Liebe Abenteuerlistige!

Ein jeder Grenzübertritt kann hier zum großen Abenteuer werden. Ehrlich gesagt, vor der turkmenischen Grenze waren wir alle schon ein bisschen angespannt. Wird alles mit den Visa und den vorbereiteten Papieren klappen? Nun, es hat geklappt und nach 8 Stunden Grenzformalitätentum im Schneckentempo sind wir im Reich von Turkmenbashi, dem Präsidenten und Vater aller Turkmenen.

Schon gleich am ersten Abend können wir feststellen, dass hier alles etwas anders ist als in den übrigen GUS-Ländern. Wir wollen essen gehen aber der Wirt weigert sich, weil wir Ausländer sind und das Probleme mit dem Komitee geben kann. Übertrieben oder Realität? Wir können ihn auf russisch schließlich überreden und bekommen hinter zugezogenen Vorhängen gutes Hühnerschaschlik.

Am folgenden Morgen besichtigen wir das alte Kunja Urgentsch, einst Hochburg des arabischen Handels. Auf dem Markt dürfen wir auch nur 20 Minuten bleiben, dann könnte das Komitee kommen. Aber wir haben doch nichts zu verbergen oder gar üble Absichten, wir sind normale Reisemobilisten, die Geld ins Land bringen.

Hinter Kunja Urgentsch beginnt eine Höllenstrecke quer durch die Karakumwüste. Noch einmal verlangen wir unseren Autos alles ab und kommen erst spät am Abend an unserem Nachtlager an. Einige von uns haben noch nicht genug und wagen den Ausflug in die Feuerhölle. Wie wir dahin gekommen sind und die ganze Geschichte davor könnt ihr nun anhand der Fotos nacherleben.

Auf der usbekischen Seite sind den Zöllnern die Formblätter für ausreisende Ausländer ausgegangen. Nicht mal ein einziges Exemplar ist übrig geblieben, sodass wir nicht kopieren können. Gemeinsam legen wir in unserem Pösslbüro im eigenen PC ein neues Formblatt an und drucken dieses anschließend mit unserem Drucker 30 Mal aus. Was hätten wir denn gemacht, wenn wir kein Büro dabei gehabt hätten?


Endlich mal nicht nur Millionär wie in Usbekistan sondern richtiger Multimillionär. Der Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt beträgt 1:30000, ein Euro ergeben 30000 turkmenische Manat, der größte Schein ist ein 10.000er, also 33 Cent.


Willkommen im Klub der Millionäre. Geldtausch an der Bordinternen Bank.


Erste Begengungen mit Zivilisten in Turkmenistan. Freundlich sind sie alle durch die Reihe.


Die Beine im Vordergrund stammen nicht von einem Reiseteilnehmer, sondern von einem Kamel. Turkmenistan ist das Land der Kamele, die hier erstaunlich zutraulich sind.


Die Ziege scheint zu ahnen, dass ihr Abtransport nichts Gutes verheißt.


Unterwegs im Lettischen Panzer im Frack, wie die Einheimischen die 30 Jahre alten aus Lettland stammenden und nun völlig abgenutzten Kleinbusse nennen.


Auf geht es zur noch urtümlich erhaltenen Medrese in Kunja Urgentsch.


So erleben wir es von innen.


Gläubige finden ihre Ruhe vor den Koranschulen.Viele religionsausübende sehen wir aber nicht, schon gar nicht die Entwicklungen, die Peter Scholl-Latour in seinem Schwert des Islam prognostiziert.


Vor dem großen schiefen und einsturzgefährdeten Minarettturm. Da wäre ich so gerne hochgestiegen, aber der Eingang ist in 14 Metern Höhe.


Ein interessanter Brauch. Wer sich ein Kind wünscht, stellt hier eine Miniaturwiege auf und hofft auf Allahs Beistand.


Turkmenen auf dem Markt von Kunja-Urgentsch.


Wenn die Straße so schlecht ist, dass man besser neben dran fährt, kann man sich vorstellen, wie langsam man vorankommt. Staub überall im Auto, eben echtes Wüstenfeeling.


Es fängt an zu dämmern, wir kommen einfach zu langsam voran.


Schließlich stehen wir in der Dunkelheit an unserem Etappenziel. Die Sterne über uns , der Sand unter uns, alles ist wieder okay. Fast alles, denn wir wollen noch unbedingt nach Darwasa.


Zur Geisterstunde geht es mit dem betagten UAS-Allradjeep in die stockdunkle Nacht. Auf komfortable Sitzgelegenheiten sollte man dabei nicht setzen. Die Reiselustigen werden verstaut, dann starten wir mit Vollgas.


Eine unheimliche Erscheinung. Fata Morgana mitten in der Nacht der Karakum? Gibt es sie doch, die Auserirdischen?


Staunend stehen wir vor Tausenden von Feuern, die aus der Tiefe des Karakumgesteins lodern. Immer wieder dringen neue Hitzeschwalls über die Kante des Kraters


Es zischt und rauscht, ein falscher Schritt, und es ist vorbei. Haben wir den Eingang zur Hölle gefunden?


In Wirklichkeit ist es der Gaskrater von Darwasa. Ein Naturschauspiel sondergleichen. Das riesige Loch ist durch tektonische Verschiebungen entstanden, die das Erdreich kraterförmig einstürzen ließ und dabei ein Gaslager freilegte. Später wurde der Krater angesteckt, damit keine weiteren Tiere reinfallen und ersticken, wie es eine Zeit lang der Fall war.
Begeistert fahren wir im knüppelharten Jeep zurück zu unseren Wohnmobilen.


Am nächsten Tag sitze ich im Pössl und berichte über das Gewesene. Gäbe es nicht die Fotos, dann würde manch einer gar nicht glauben, was wir alles erleben dürfen. Oder würdet ihr uns ohne Fotos glauben…


..dass Christian, Heidy und Thomas Tausende Kilometer durch ganz Turkmenistan ziehen wird?


Wenn ihr es noch immer nicht glaubt, was wir erleben, bleibt einfach dran, wir lassen weitere Beweisbilder unseres größten Abenteuer des Lebens folgen.

Cheers Kostya

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Herzlich Wilkommen Reisemobiltour 180 Oktober 07
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