Armenien, Land der großen Gegensätze

Liebe Kaukasusexperten!

So kann man euch ja bald nennen, die ihr die zurückliegenden Kilometer durchgemacht habt. Schlag auf Schlag geht es in diesem Reiseabschnitt. Alle drei bis vier Tage ein neues Land, ein neuer Grenzübertritt. Nun rollen wir durch Armenien, dass uns an der Grenze ganz schön geärgert hat.

Da mussten wir entgegen der Vorinformationen fast 80 Euro pro Fahrzeug an Versicherung und Abfertigungs- sowie Einreisegebühren berappen. Gemessen daran, dass wir nur 4 Tage im Land bleiben werden, ganz schön happig. Nun ja, wenn wir schon mal da sind, fahren wir, wenn auch knurrend, rein ins Land.

Armenische Kühe haben die Ruhe weg. Die Autos fahren einfach links oder rechts dran vorbei.


„The American Dream“ wird auch in Armenien geträumt. Es bleibt beim Träumen. Die Realität sieht anders aus, alles liegt danieder. Armenien in der Depression:


Am Sewan-See eine Spur von touristischer Infrastruktur. Es gibt jede Menge schöner Stellplätze.


Wir übernachten direkt am Ufer des 1900 Meter hoch gelegenen Sees. Kühl ist es, die Saison längst vorbei. Dafür sind wir ganz allein.


Manchmal sind Kabel im Weg bei der Zu- und Ausfahrt zum Stellplatz. Mit geeinten Kräften geht es aber immer.


Rein ins Verkehrschaos von Erewan. Die Stadt erstickt im Stau, erstaunlich, dass so viele Blechkühe unterwegs sind, wo wir auf dem Land nur Zerfall gesehen haben.


Die Gegensätze sind krass. Wenige Leute verdienen das meiste vorhandene Geld und kaufen sich die Jeeps aus der Protokasse.


Dieser Po ist sensationell knackig…


…und zieht zwangsläufig die Aufmerksamkeit der Damenwelt auf sich. Auf was wird da fokusiert?…


…Auf das! Frauen sind also nicht anders als Männer!
Die Figur ist übrigens ein Werk des Künstlers .. ich kriegs nicht mehr hin, wer es weiß, möge mir eine Email schicken.


Armeniens Hauptstadt gleicht einer großen Baustelle. Vor uns entsteht ein riesiger Erholungspark. Ob der sich lohnt bei der niedrigen Kaufkraft der meisten Bewohner Erewans, bleibt fragwürdig.


“Ja seht ihr, so viel wird gebaut. Daher gibt es zur Zeit nur Stau in der Stadt.“ erzählt uns unser lokaler Guide. Die Wohnpreise sind horrend hoch, die meisten Armenier haben aber eine Eigentumswohnung.


Die Gedenkstätte Tsitsernakaberd. Ein Mahnmal für den 1915 an 1,5 Millionen Armeniern begangener Völkermord. Auch heute noch macht sich eine bedrückende Stimmung bemerkbar. Unfassbar, was Menschen anderen Menschen antun können.


Armenien ist das Land der Kirchen und die Wiege des Christentums. Auch heute ist der Glauben wichtiger Bestandteil in der Gesellschaft der Armenier.


Ein Taubenschwänzchen saugt Nektar. Das Bild habe ich dir wieder mal gewidmet, lieber Eugen. Schon auf dem Bild zuvor kannst du zwei dieser Insekten sehen.


Plausch in der milden Oktobersonne Erewans.


Zurück ins pulsierende Zentrum. Die Fußgänger werden oft gesandwiched, stehen riskant zwischen beiden Fahrrichtungen auf der doppelten Linie und bibbern ums Überleben. Zumindest das Fahrverhalten ist hier alles andere als christlich.


Im Scherzartikelladen werde ich von den armenischen Verkäuferinnen zunächst erschreckt und dann verladen. Der Geist brüllt von oben und die Dose verpasst mir beim Öffnen einen Schlag. Es ist einfach super, dass auch hier fast alle Russisch sprechen können.


Selbst auf dem Zebrastreifen läuft es sich gefährlich. Die Frauenwelt zeigt sich von der schönen Seite.


Es laufen hier so viele modisch gekleidete Damen herum, dass diese mir zwangsläufig ins Bild laufen…
Wir wollen uns zünftig von Erewan verabschieden und machen uns…


…von unserem Standplatz aus per Taxi auf dem Weg in die Stadt.


7 Taxis befördern uns zum Restaurant Kaukasus. Der Fahrstil ist landestypisch halsbrecherisch.


Zunächst genießen wir armenische landestypische Kost, anschließend fließt armenisches Bier und Likör und dann steppt der Bär:



Astrik hatte mit uns gefeiert und gestaunt, wie lustig und laut Deutsche sind. Sie ist ausgebildeter Tourguide für Japaner, die niemals aus sich herausgehen. Nun sitzt sie im Pössl und fährt mit mir mit. Nur mit mir! Für 300 Meter, dann muss sie zur Arbeit.


Im kleinen Supermarkt erzählt man uns, wie schwer das Leben in Armenien ist. Die Mehrheit Armeniens Bevölkerung lebt im Ausland, weil hier die Verdienstmöglichkeiten so schlecht sind.


“Was seid denn ihr für welche?“


Wir bekommen spontane Verstärkung: Mike und Julia, zwei Rucksackreisende, steigen in den Pössl. Mike kommt aus Kalifornien, ist Armenier und hat einen US-Pass. Julia ist aus Lettland. Nun reisen beider per Anhalter vom Kaukasus in den nahen Osten.


Auf geht es Richtung georgische Grenze. Wir müssen über Georgien fahren, weil die türkisch-armenische Grenze geschlossen ist. Nun klettern unsere Autos den Pass am Aragat, Armeniens höchstem Berg, hinauf.


Unterwegs im georgisch-armenischem Grenzgebiet. Die Gegend ist wieder sehr rückständig.


Die Landschaft erinnert uns an Kirgistan. Dabei sind wir kurz vor der Grenze von Armenien nach Georgien.


Der Grenzübertritt ist geschafft, die Georgier freuen sich über den ungewöhnlichen Tross von Autos.


Unser abendlicher Standplatz am Dorfsee. Es ist bitter kalt, ein heftiger Wind bläst die letzte Hoffnung auf einen milden Herbstabend weg.


Aber wir haben ja unsere Häuser auf Rädern. Auch im Pössl schnurrt die Heizung, wir haben es uns richtig gemütlich gemacht.


Der nächste Morgen, die Gänse wärmen sich in der Sonne. Wir sind … halt, das ist ja schon Georgien und eine neue Geschichte.


Bis dahin

Euer Kostya

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