Was alles passiert ist!

Liebe Mitreisenden!

Nun hat es ewig gedauert, bis wir wieder etwas berichten konnten. Entweder ging das Internet nicht oder bei uns brannte der Baum. Es ist viel geschehen seit der letzten Erzaehlung. Wir haben drei kaputte Autos zu beklagen, die wir aber alle wieder hinkriegen sollten. Die Fahrt ist eine knallharte Angelegenheit. Zumindest fuer mich und mein Team. Wir sind bisher eine gute Truppe und erwarten morgen einen ganz schwierigen Fahrabschnitt. Aber nun mal alles der Reihe nach, soweit ich hier im Internetclub komme:

Von Tjumen starteten wir guter Dinge weiter nach Omsk, der Stadt, die so nahe an Kasachstan gelegen ist. Gerade noch so kamen wir aus unserem Standplatz, eine Stelle des Ausfahrtweges war schlammig, wie Schmierseife, die Autos schlitterten hin und her. Omsk erreichten wir gegen Mittag und statteten der Stadt am Irtytsch einen Kurzbesuch ab. Was hat sich diese Stadt veraendert im Vergleich zu meinem letzten Besuch. Schoene Parkanlagen, natuerlich ueberall Reklame und viele neue Haeuser, die alten dazu schoen restauriert. Also auch hier boomt es, wenn auch nicht so wie Tjumen.

Omsk war nur Zwischenstation auf dem Weg durch Sibirien. Nowosibirsk war unser naechstes grosses Ziel, zwei Tagesetappen von Omsk entfernt. Voran ging es auf hervorragenden Strassen, teils glatt wie ein Babypopo! Die sibirische Natur zog uns tief in ihren Bann. Die Weiten, die Einsamkeit, ueberspannt von einem klaren Himmel mit imposanten Wolkenformationen, dazu etwas NewAge-Musik eingelegt und wir schwebten wahrhaftig durch das schlafende Land, durch Sibirien.

Kargat war nur eine Zwischenstation auf dem Weg in Sibiriens Hauptstadt Nowosibirsk, aber es wurde zu einer Nacht der ganz besonderen Art. Was hatten uns die Stadt- und Regionenvaeter Kargats fuer einen Empfang bereitet. Die Polizei hielt uns am Ortseingang ein und geleitete uns mit Blaulicht zum Stellplatz direkt vor der Hauptverwaltung. Damit nicht genug. Nun riefen sie uns in benachbarte Kulturhaus, empfingen uns mit Brot und Salz, junge Menschen sangen uns in den Trachten Kargats Lieder, unsere Frauen bekamen Blumen geschenkt, die wir anschiessend am Mahnmal der gefallenen Soldaten im 2. Welkrieg ablegten. 8000 Soldaten wurden aus dem sibirischen Kargat in das entfernte Europa in den Krieg geschickt, nur 4000 kamen wieder nach Hause. Wir legten eine Schweigeminute ein. Der Wahnsinn Krieg entzieht sich unserem Verstaendnis.

Dann nahmen sie uns mit ins Cafe, wie sie ihr Haus fuer Gaeste nennen. Wir erblickten eine riesige Festtagstafel, reicht gedeckt fuer uns. Waehrend wir assen und tranken – ja, natuerlich auch Wodka – sangen Kargater Interpreten eigens komponierte Lieder, die uns tief unter die Haut krochen. Es wurden Reden geschwungen, viele Toste ausgesprochen und auf die Deutsch-Russische Freundschaft angestossen. Wir assen, tranken, tanzten, schunkelten und sangen, bis spaet in den Abend. Die Stadteliten garantierten uns, dass wir morgen keine Angst vorm Blasen bei Verkehrskontrollen haben muessten, die Polizisten in der Region seien informiert und sollten uns in Ruhe lassen.

Zufrieden und ueberwaeltigt von einem unvergesslichen Abend voller Waerme und Herzlichkeit, die uns durchaus verlegen machte, fielen wir in die Betten unserer Haeuser auf Raedern.
Der naechste Tag nahte unerbittlich, wir verliessen Kargat am Morgen, dass wir in unsere Herzen eingeschlossen haben, und fuhren weiter ostwaerts Richtung Nowosibirsk. Die 1,5 Millionenmetropole sollten wir gegen Nachmittag erreichen, doch davon und allen weiteren Ereignissen schreibe ich spaeter mehr. Nur eins kann ich schon versprechen! Es wird nun etwas aufregender, teils komisch im wahrsten Sinne des Wortes und und und. Bleibt einfach dran. Aufgrund der letzten Ereignisse hinkt der Nachrichtenfluss etwas, wir bitten um Verstaendnis.

Ein gestresster mueder vollgeforderter mit Red-Bull gedopter Kostya

Anbei noch ein paar Bilder aus dem Zeitraum des obenstehenden Berichtes:

Woche IV: Was alles passiert ist!

Schick kommt es daher, das neue Omsk. Kein Vergleich zu den 90er Jahren.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Omsker Zentralstrasse mit schoenen Einfaellen fuer die Fussgaenger.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Deutsch-Deutsche Begegnung in Omsk. Die junge Frau erzaehlt uns, wie sie als Mitarbeiterin unseres Staates die Kultur der Deutschstaemmigen in Omsk erhalten moechte.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Russland ist gross, seine Felder auch, genauso wie seine Saatmaschinen.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Garagen in Barabinsk, frueher waren das Eisenbahnwaggons.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Zu sehr getraeumt. Unqualifizierter Abgang in die Suempfe. Die Entfernungen sind hier so weit, das land schlaefert ein.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Stilleben im Garten einer sibirischen Vorstadt. Der Bus hat noch lange nicht ausgedient, fungiert nun als attraktives Fotomotiv.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Woche IV: Was alles passiert ist!

Wir schweben durch Sibiriens klaren Himmel. Wir im Reisemobil, die Wolken und sonst nichts!

Woche IV: Was alles passiert ist!

Die sibirische Natur brennt ihr kurzes Fruehjahrsfeuerwerk ab.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Woche IV: Was alles passiert ist!

Der Stossfaenger war nicht stabil angebracht und die Befestigung unter dem Geschuettel auf den Strassen gebrochen. Werden wir schweissen lassen, ist kein Problem.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Kargats Bevoelkerung hat viele Deutschstaemmige, die auf der Deutschlandkarte ihre Heimat wiederfinden.

Woche IV: Was alles passiert ist!

“Was, Ihr kommt auch aus Paderborn?” Deutsch-Deutsche Begegnung, die bewegt.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Wir legen Blumen am Ehrendenkmal der gefallenen Soldaten ab. Sind alle geruehrt.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Sie haben reich eingedeckt, die Kargater, und muessen seit Tagen an den Vorbreitungen gesessen haben.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Absolut profesionell, und doch mit viel Herz, die Kargater Saengerinnen.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Gisela wird vom Gebietschef schwungvoll ueber die Tanzflaeche gefuehrt.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Der finale Trinkspruch, einer von vielen dieser Art.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Wir haben beschlossen, Kargats sozial Schwache etwas zu unterstuetzen.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Auf Wiedersehen – Do Swidanja – mein liebes Kargat. Wir werden euch niemals vergessen.

Woche IV: Was alles passiert ist!

Und wieder sind wir auf dem Weg durch Schlafendes Land. Sibirien. Begleitet uns bitte weiter.

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