“Zwei blaue Augen bis Peking“

Es war nun doch nicht der erwartete Spaziergang, die letzten Etappen von Shenjang nach Peking zu bestehen. Ein Crash in einen Camper und ein vom Wagenheber abgerutschter Camper auf dem Bein – schnell ist es passiert.

Zunächst sind wir aber nach in Shenjang und besichtigen Palast und dann des Kaisers Grabmäler. Schaut selbst her:

Kaiserpaläste sind heute zugänglich auch für Reisemobilisten, wenn sie denn gut zu Fuß sind. Ein bisschen Bewegung bei sklavenhaften Temperaturen treibt den Schweiß schnell aus den Poren.


Besichtigung des größten Kaisergrabmals in Shenjang. Die Anlage ist sehr weitläufig, man hatte früher stets den Prunk der Bescheidenheit vorgezogen. Und stets auf dem Rücken derer, die ihn erbauen mussten. Heute stauen wir über eben diesen Prunk und die Tatsache, dass die Zeit der Sklaven anscheinend beendet ist. Viel interessanter als die historische Stätte sind die in ihr zu beobachtenden Momente der Gegenwart. Ein Stück chinesische Seele, die man darin ausmacht. Eine Lebensart, von der wir durchaus etwas mitnehmen sollten in unsere westlichen Sphären:


Vergängliche Kunst. Der Kaligraph zeichnet mit Pinsel und Wasser die Verse auf den warmen Boden. Fünf Minuten später ist alles verdunstet – oder haben die Vorbeigehenden es für immer in sich aufgesogen? Was ist Zeit?


„Zeit, ja die haben wir zu Genüge.“ Plausch im Park am Kaisergrab.


Auch auf dem Drahtesel kann erzählt werden. Oft mehr als eine halbe Stunde. Zeit haben sie ja.


Versammlung beim Künstler. Alle Begegnungen im park sind spontan.


Alte Chinesen genießen das Leben. Die Lebenserwartung liegt bei 72 Jahren, Tendenz steigend.


Fast jeden Abend gehen wir essen. Das chinesische Essen ist sehr lecker und günstig obendrein. Mit Bier und 8 verschiedenen Speisen zahlen wir 5 bis 8 Euro. Abnehmen – hier keine Chance!


Nightlife wird in Chinas Städten ganz groß geschrieben.. Im Nachtclub International sind nur Chinesen und wir. Die tolle Performance kostet keinen Eintritt, alles ist hier sehr freizügig. Hier trifft man die jungen Generationen, denen die Zukunft gehört. Der Geist von Markt und etwas Freiheit ist nicht mehr in die Flasche zurückzukriegen.


Nach zwei Tagen verlassen wir Shenjang, fahren weiter Richtung Westen, Richtung Peking. Werbung entlang der Straße ist allgegenwärtig.


Reifenreparatur bei der Ausfahrt aus Shenjang. Gleich laufen eine Menge Interessierter herbei. Die Reparatur ist spannender als die eigene Arbeit.


Wir haben uns für die Überlandstraße entschieden, damit wir mehr sehen als auf der Autobahn. Auf geht’s ins Getümmel.


Schon wieder ein gut bepackter Transport. Sorry, der ist mir nur ins Bild gefahren…


Was wir nicht wussten, ist, dass unsere gewählte Strecke eine Qualität fast wie die Föderale baustelle in Russland hat. Für 50 Kilometer brauchen wir 3 Stunden, stauben unsere Autos wieder gut ein und…


…wechseln dann doch auf die Autobahn über. Sonst hätten wir unser Tagesziel nicht erreicht.


Auch auf der Autobahn ist es interessant. Tiertransporte sind an der Tagesordnung.


Warentransporte sind beeidruckend. Die Fahrzeuge stehen in zwei Reihen auf den Transportern.
Während wir uns an der Raststätte für die gemeinsame Fahrt in die Stadt sammeln, ist einem Hymerle ein heftiger Streifschuss verpasst worden. Unser China-Tourguide regelt die Schadensangelegenheit vor Ort, keine wurde verletzt, wir kommen mit einem blauen Auge davon.-


Jetzt geht es rein in Chinas Hauptstadt. Alles wirkt riesig und sehr aufgeräumt.


Au, au. Beim Helfen beim Radwechsel rutschte das Reisemobil vom Wagenheber und dabei auf Brigittes Bein. Eine fette Schwellung, Gott sei Dank ist nicht mehr passiert. Unser zweites blaues Auge, bis wir endlich…


…auf dem Bildschirm der Hotelanlage dies lesen können. Wilkommen in Peking.


Wir haben nun eine 14 Tage-Reise ohne unsere Reisemobile. Das tut uns bestimmt ganz gut. Auch davon werde ich erzählen, es wird einiges zu sehen und auch viel Amüsantes geben. Daher bitte dranbleiben, okay?

Kostya

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