Rolex, Sonnenschirm und Tausendfüßler – Willkomen in Peking

Ja, das nächste große Etappenziel ist erreicht. Alle sind heil in Peking angekommen. Nun lassen wir das Reich der Mitte auf uns wirken. Die nächsten drei Tage schlafen wir im Hotel, bei Frühstücksbuffet und schicken Zimmern mit Bad.

Tagsüber erleben wir das Peking und seine Umgebung. Intensiv, weil alles noch ganz frisch ist. Und weil wir ein für uns ganz neues Reiseformat erleben. Für mich heißt das nach über 70 Tagen Fulltimejob am Stück einmal entspannen.

Die Fahrzeuglogistik ist für die nächsten Tage außen vor und die übrigen organisatorischen Dinge liegen zum großen Teil in den Händen unserer chinesischen Guides und Agenturen. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Ankunft im Zentrum Pekings, am Himmlischen Platz des Friedens, der größte Stadtplatz der Welt.


Ja, unsere Gruppe hat es bis hier geschafft!


Himmlisch für mich und die Chinesen. Mein Sohn ist zu Besuch. Chinesische Touristen wollen sich mit der fotogenen Langnase ablichten lassen.


Und noch mal himmlisch. Auch mein Engel ist alles andere als zufällig zu Besuch in Chinas Hauptstadt. Die Sonne scheint gleich doppelt!


Die Polizei passt auf, dass der Platz so schön himmlisch friedlich bleibt, wie er gegenwärtig ist.


Die überwiegende Zahl der Touristen stammt aus dem eigenen Land. Fotografieren – bitte, sehr gerne.


Maos Konterfei hängt nun in etwas kleinerer Größe am Eingang zur Verbotenen Stadt.


Großer Deutscher filmt und erregt Aufsehen.


“Want to buy a Rolex!“ Fuenf Rolexprachtexemplare für 100 Yuan, ca 10 Euro.


Nicht himmlisch sind die Verkäufer, die einem alles mögliche, teils recht dreist, andrehen wollen. Auch wenn man nicht will.


Im schlimmsten Fall wird man gewürgt, damit es doch noch zum Akt des Kaufes kommt.


Halt, da habe ich etwas übertrieben. Ich will die Geschichte aufklären. Man schleifte uns in eine Perlenzüchterei und zeigte, wie Perlen gezüchtet werden.


Und dann werden natürlich Perlenketten an aufgeschlossene Reisemobilisten verkauft. Die Chinesisch-Paderborner Würgeszene beschreibt in Wirklichkeit die Mitte eines möglichen Kaufprozesses. Die Verkäuferin war lediglich beim Anziehen der Kette behilflich.


Zurück zum himmlischen Platz. Blond ist in China selten. Viele aus den Provinzen kommende chinesische Touristen sehen zum ersten Mal Menschen, die keine schwarzen Haare haben. Diese werden dann oft als Fotomotiv bemüht.


Insbesondere die kleinen Momente zwischen dem Touristenpulk sind es, die Peking für uns interessant machen. Dass sie in allen erdenklichen Positionen und Plätzen schlafen, ist schon bewundernswert.


Mundschutz tragen einige der Arbeiter. Sie wissen wohl, was da alles in der Luft der 14 Millionen Metropole herumschwirrt.


Den jungen Stadtchinesen gehört die Zukunft. Längst verfügt China über eine Vielzahl von schlauen Köpfen, die sich vor dem Westen nicht mehr verstecken müssen. Chinesische Eltern stecken all ihre Energie in die Ausbildung ihres meist einzigen Sprösslings. Auch in den Ferien gehen Kurse und Privatunterricht weiter.


China ist touristisch in vielen Regionen voll erschlossen. Das bringt natürlich Pauschaltouristenströme en masse. Für uns eine ganz ungewohnte Situation. Waren wir doch bisher meist alleine unterwegs und selbst im nordöstlichen China die einzigen, werden wir hier zwischen Touristen und Händlern richtig geschlaucht. Das feuchtwarme Klima mit Temperaturen von über 30 Grad tut sein übriges, um die Verbotene Stadt in vollen Zügen zu genießen.


Aber gesehen haben mus man es schon, oder?


Zwei Kinder, das ist eher die Seltenheit und führt auch heute noch zu finanziellen Abgaben.


Fährt man diesen Kurs weiter, dann steuert China unerbittlich in die Überalterung der Gesellschaft


Eugen im Fußballnationaltrikot als beliebtes Fotomotiv.


Die chinesische Mauer in der Nähe von Peking von Weitem.. Erst bei näherem Hinsehen wird klar,…


…wie viele Touristen über die Mauerkrone wabern.


Auch wir reihen uns ein und steigen an der Seite auf, wo der Pulk nicht ganz so dicht ist.


So sieht die Mauer abseits des Touristengürtels aus. Ein in der Tat beeindruckendes Baumonument, das heute noch mehr Leute beschäftigt, als damals.


Zurück in Peking. Vorbei am Vogelnest, wie die Chinesen das für die Olympiade 2008 errichtete Stadion nennen. Ein monumentaler Bau, der den Städteboom Chinas unterstreicht.


Passionierte Drachensteiger neben dem Stadion. Sie haben nur Augen für die Lüfte.


Und er verlegt die Kabel im Akkord. Alle in Peking sind im Olympiafieber, es gilt noch viel zu tun.


Boom auf allen Straßen aller großen Städte. Das Wirtschaftswachstum ist konstant hoch, die Kaufkraft derer, die in der Stadt wohnen, wächst.


Die Pekingoper.


Glaubensausübung ist in Chinas heiligen Stätten oft zu beobachten. Es lockert die von Touristen überfluteten Plätze auf.


Im Sommerpalast des Kaisers. Auf den Wasserflächen wächst die Lotusblume.


Wenn man(fred) sich so eine Brille anzieht…


..wird plötzlich alles ganz Schmetterling.


King-Long-Busse, mit denen auch wir meistens unterwegs sind. King-Long ist eine von vielen chinesischen Automarken, die eine große Zukunft vor sich haben. Der billigste Kleinwagen made in China kostet knapp 3000 Euro.


Rikschafahrt durch die Altstadt. Auch dies ist großtouristisch organisiert und erschlossen.


Raubtierhaltung in Käfigen. Die singenden Heuschreckenmännchen faszinieren Jung und Alt.


Praktisch. Der Schlitz in der Hose ist gewollt und spart die Windeln.


Die Fressmeile in Peking. Hier werden chinesische Spezialitäten in den spannendsten Varianten angeboten. Viel Spaß beim Bummeln:


Seesterne, Tintenfische und Kokons – Ob so etwas schmeckt?


Es scheint so zu sein. Der Passant (ich fotografiere nun auch fesche Männer, wie mehrmals von der Frauenwelt gewünscht) wirkt zufrieden und noch gesund.


Tausendfüßler sind eine teure Spezialität.


Und die Palette reicht noch weiter. Skorpione, Heuschrecken, Kokons, Larven. Fragen wir besser nicht von wem.


Pures Glück sieht anders aus. Aber probiert haben muss man doch alles einmal.


Nachdem die Heuschrecken ein geschmacklicher Volltreffer waren, werden wir immer kühner.


Komm, lass uns einen Hundertfüßler probieren.


Das Tier war teuer – knapp fünf Euro – oder bin ich dem Verkäufer auf den Leim gegangen?
Eugen genießt daher jedes Bein einzeln. Hundertfüßler erscheinen uns übrigens nicht so lecker wie Heuschrecken, wo das Preis-Leistungsverhältnis annähernd stimmt.


Mal sehen, was unser Magen zu dieser Probiertour sagt. Wir müssen nun los zum Bahnhof und checken ein in den Nachtzug nach Luoyang. Bleibt dran, China ist alles andere als langweilig.

Kostya


Der Westbahnhof von Peking.


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