Das Meisterstück!

– Als erste Autoreisegruppe auf Anhieb von Russisch Fernost nach China –

Uns ist ein weitere historischer Meilenstein gelungen. Als erstes haben wir es geschafft, die für den normalen Reiseverkehr gesperrte fernöstliche Grenze zwischen Russland und China auf Anhieb zu überqueren. Dies ist Dank einer akribischen und aufwendigen Vorarbeit von Dina und mir sowie meinem Freund Wladimir gelungen.

Wladimir begegnete mir bereits 2001 auf meiner ersten West-Ost-Durchquerung Russlands. Gemeinsam verluden wir unsere Fahrzeuge auf die Transsib und tauschten Adressen aus, telefonierten einige Mal und verloren uns dann aus den Augen. Nun lag er am Morgen nach unserer Ankunft in Wladiwostok auf dem Sofa seiner todschicken Wohnung und sah mich im Fernsehen über unsere Ankunft in Wladiwostok erzählen. „Kostya“, hat er erkannt und fuhr runter zu unserem Standplatz wo wir uns schließlich trafen, Wowa, wie Freunde ihn rufen, ist ein ganz Großer geworden, hat unter anderem den größten Anteil im südkoreanischen Autobusgeschäft und Hunderte Angestellte.

Er ist heute einer der Reichsten der gesamten Primorje-Region. Und hat Einfluss bis zum Abwinken. Kennt alle politischen Eliten und Entscheidungsträger. Und natürlich die wichtigsten Grenzkommandanten. Über Nacht bis in die Frühe saßen wir zusammen, Wowa lud den Vizegouverneur ein, dann arbeiteten wir den perfekten Schlachtplan aus, um die Grenze glatt zu nehmen. Und es hat geklappt. Dank Dina und mir und Wowa, der uns noch über die Grenze begleitet.

500 Meter weiter kommt China und wir stehen mitten drin statt nur daneben. Die Zollkontrolle ist lax, die Daten beim ersten Auto werden penibel abgeglichen, was dann im Laufe der 16 zu kontrollierenden Fahrzeuge immer mehr nachlässt, bis bei den letzten Fahrzeugen nur noch die bloße Existenz festgestellt wird. Dann kommt die Gesundheitsbehörde, sprüht unsere Autos mit Desinfektionsmitteln aus und geht dann an unsere Lebensmittel heran. Keine tierische Frischwaren, kein Fleisch, keine Milchprodukte, kein Obst und Gemüse darf rein! Tütenweise bekommen wir aus unseren Kühlschränken die Lebensmittel abgenommen, die wir erst vor kurzem in Russland gerade für China eingekauft haben. Das Ganze wird dann auf die nahe Wiese gekarrt und dort mit Diesel überschüttet und angesteckt. Ich dokumentiere die Aktion, die China vor Seuchen bewahren soll…

Um 18 Uhr sind wir dann endlich offiziell eingereist, rollen nun Richtung Hunchun, unserem ersten chinesischen Standplatz. Wir landen am Parkplatz des mit rotem Licht illuminierten Hotels und parkieren unsere Autos unter den Augen von unzähligen neugierigen Chinesen. Sie drücken ihre Nasen an den Scheiben unserer Wohnmobile noch platter, als sie ohnehin schon sind. Wir, die Langnasen sind da. Mit Wohnungen, wie sie unsere Autos nennen. Um 22 Uhr wird es etwas stiller, gegen 5 Uhr am nächsten Morgen wird bereits die Straße einige Meter weiter untern aufgerissen. Willkommen im lauten, lebendigen und bunten China. Good Bye Russland, du wirst uns fehlen.

Kostya

16.07.07 Die Bilder

Abschied von Marina und Dima, den beiden, die uns schon vor sechs Jahren viel geholfen haben. Wir waren so sehr mit Reperaturen und insbesondere den Vorbereitungen fuer den Grenzuebertritt beschaeftigt, dass wir uns in den sechs Tagen Wladiwostok kein einziges Mal zum Abend treffen konnten, obwohl wir uns darauf schon ein halbes Jahr lang freuten.


Wladimir faehrt seinen fetten Jeep in eine echt schlanke Garage. Das Auto kann eigentlich gar nicht passen, Leute wie er kriegen es trotzdem hinein.


Zuhause bei Wladimir gibts nur vom Feinsten. Bis drei Uhr in der Fruehe schmieden wir bei Shrimps und Champagner Plaene, wie wir die Grenze knacken. Zwischendrin verhandelt Wladimir lautstark mit Immobnilienmaklern in Moskau. Er steigt dort gerade ganz gross ein!


Wowo hat uns alle fest ins Herz geschlossen und stuerzt sich mit uns in den Kampf, die Grenze zu ueberqueren. Er kennt dort alle.


Ein befremdendes Gefuehl so knapp an der Nordkoreanischen Grenze vorbeizufahren. Wir biegen bald nach rechts Richtung China ab.


Was fuer eine Erleichterung! Wir sind in China, die Presse empfaengt uns mit Bannern: Willkommen seien die Weltreisenden!


“Mit dir war es besonders schoen!” Wer auch immer der beiden das denkt, wollen wir nicht hinterfragen. Aber Wowa hat es genossen, Brigittes Auto mal so richtig im Niemandsland zwischen Russland und China auszufahren. Er nahm sich einfach einen Tag seines kostbaren Geschaeftslebens frei und begleitete uns nach China. Echt ganz stark. Wowas Frau lebt uebriges in Moskau, ist etwas juenger als Wowas aelteste Tochter aus 1. Ehe und spielt sehr gut Bowling. Ich habe ein Date im November, da schauen wir mal, wer besser ist…


Nach der Euphorie die Ernuechterung. Unser chinesischer Tourguide muss uns mitteilen, dass die Lebensmittelpruefung bevorsteht und fast alle unsere Frischsachen dran glauben sollen.


Das tut schon weh, die schoenen Fruechte einfach wegwerfen zu muessen.


Durchsuchung des Kuehlschrankes auf der Suche nach…


…Wuersten und anderem, was nicht eingefuehrt warden darf.


Die Frischlebensmittel warden in Tueten weggebracht und dann verbrannt. Gesetz ist Gesetz.


Der Haenger ist Dank Deutschlandkarte immer wieder ein Hingucker! Besonders dann, wenn sie die anderen Autos noch nicht entdeckt haben…


Jetzt kommt der Zoll. Die Beamten pruefen mit strengen Blicken das Gespann.


Suche nach der Motornummer. Alle Daten werden zunaechst abgeglichen.


Desinfektion der Reisemobile. Siegfried und Christian haben sich entsprechend bewaffnet…


In vier Stunden ist alles vorbei, wir rollen auf chinesischem glatten Beton durchs Reich der Mitte. Ein neuer Reiseabschnitt beginnt. Ein ganz neuer! Doch davon bald mehr. Bleibt dran. Wan An (Guten Abend) Kostya

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