Einmal quer durch China in 10 Tagen: Die Reisemobilfreie Zeit beginnt.

Im Hotel in Peking haben sie uns den Hinterhof für unsere Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Wir haben die Koffer gepackt und begeben uns nun als ganz normale Touristen auf eine Chinarundreise. Ob dieses Format für uns passt? Mal sehen, es geht erst mal per Eisenbahn nach Louyang, einer Millionenstadt im herzen Chinas, die für fantastische Grotten mit welteinmaligen Buddhastatuen bekannt ist.

Schon schnell merken wir, wie gut wir es in den Womos hatten. Hier warten wir im Softseatbereich auf die Zugabfahrt. Es gibt ne kleine Verspätung.


Rein in den Zug, der zwei Etagen hat. Draußen drückt eine schwüle 35-Grad-Luft und lässt uns schön schwitzen.


Drinnen landen wir unten, aber nur bezogen auf die Etagen. Wir sind in der ersten Klasse, der sogenannten Softsitzklasse, in der es sich ganz gut fährt


Und hier ein Einblick in die Hartsitzklasse. Aber es stört keinen, Chinesen trifft man selten grießgrämig, sie sind entweder am Schlafen oder einfach nur gut drauf. Langeweile kennen sie anscheinend so wenig wie Unzufriedenheit.


Zurück nach Kleinpaderborn. Flaschen und davor chinesisches Bier – das wäre ein frescher Scherz, aber auf jeden Fall wird klar, dass auch Deutsche um 10 Uhr in der Frühe ihren Spaß haben…


..aber wir trinken nur Wasser. Vormittags Bier? Niemals!


Verdammt. Erwischt. Doch Bier zum Frühstück. Der Fotograf kam noch mal zurück. Das Bier hatten wir vom Zugschaffner gekauft. Für 27 Yuan. Für 9 Flaschen, nicht für eine! Knapp 2 Euro fuffzig für 9 Bier in der ersten Klasse. China, du bist auch Klasse!


Es beeindruckt, was Menschen geschaffen haben. Jahrzehnte haben die Künstler verbracht, um diese Buddhastatuen in den Fels zu meißeln. Viele wurden zerstört, diese hier haben es überstanden.


Überstehen muss man auch die Touristenmassen. Es sind meistens Chinesen, die den Touristenstrom anschwellen lassen.


Schlafkunst zelebriert niemand so gut wie die Chinesen. Klar, dass sie mit der Hartsitzklasse im Zug keine Schwierigkeiten haben.


Kampfschule in Louyang. Sie demonstrieren eindrucksvoll, wie geschickt sie sind.


Im Supermarkt gibt es viel zu entdecken. So z.B. eingeschweißte Hühnerkrallen, so eine Art Rohesser fertig gewürzt.


Da macht man alles für uns. Die Betten, das Frühstück, den Ölwechsel … Halt, den brauchen wir nun doch nicht auf der Rundreise. Aber euch als Leser schon. Als nächstes gehts nach Xian, wir hoffen, ihr folgt uns!

Kostya

Spontaner Massentanz in Xian!

Na klar sind wir nach Xian gekommen, um die Terrakotta-Armee mit den eigenen Augen zu sehen. Aber es sind die vielen anderen Momente, die die Reise, selbst die touristische Rundreise, ausmachen.

So erlebten wir Xian bei Nacht. So viel Leben, so viel Freude, so viel Action – fast rund um die Uhr. Bis 24 Uhr sind die Straßen und Plätze voll von Menschen und Fahrzeugen. Nur zur Geisterstund bis 4 Uhr Morgens wird es etwas ruhiger, dann sind sie wieder auf der Straße. Die Tänzer, Schattenboxer, Künstler und ersten Händler. Alles wirkt so friedlich, so offen, so, als ob uns nichts passieren könnte. Aber das ist natürlich ein Trugschluss, wie ich euch später leider erzählen muss. Auch auf einer touristischen Rundreise kann uns etwas zustoßen. Lasst euch mal überraschen. Im nächsten Bericht. Nun erst Mal die Bilder zu Xian:

Die Stadtmauer in Xian ist die besterhaltenste aller chinesische Großstädte. Hinge doch nicht die Dunstglocke über der Stadt, wäre es ein Hochgenuss. Aber wie viele Millionenmetropolen…


…erleidet auch Xian einen Autokollaps. Staus bis zum Abwinken gehören zum Alltag der eigentlich sehr charmanten Stadt.


Am Abend vergessen die Menschen die Härten des Alltages. Spontan sind alle diese Veranstaltungen, jemand bringt spontan Musik mit, die anderen finden sich zum Tanz dazu ein. Hunderte, jeden Abend. Heute Abend auch einige von uns.


Keine 500 Meter noch eine Großveranstaltung. Ein Sänger, ein Saxophonist und wohl Tausend Mitsingende. Alles spontan. Auch ein Stück chinesische Mentalität.


Man muss wohl spontan und auch gelassen sein für den Alltag. Tagelöhner aus ärmeren Provincen nach Xian gekommen, stehen an der Straße und warten darauf, dass sie Bauherrn anheuern.


Der Höhepunkt der Sehenswürdigkeiten Chinas: die weltberühmte Terrakotta-Armee. In Halle 1 sind die meisten Figuren zu sehen.


Trotz Touristenatem im Nacken sind wir tief beeindruckt von dem, was Herrscher von ihrem Volk errichten ließen.


Draußen stehen die neuen Angestellten Chinas Spalier und wünschen fast synchron jedem Vorbeigehenden einen guten Tag.


Zurück zur Armee. Noch einmal möchte ich euch mit besonders großen und wertvollen Figuren begeistern.


Von wegen groß! Es sind die Exponate der Souvenirhändler. Schnell geht man hier jemandem auf den Leim. Es gibt hier gute und weniger gute. Ohne Experten sollte man hier keinen teuren Kauf tätigen.


In der zweiten Halle müssen noch unzählige Figuren freigelegt werden.


Xian ist eine sehr alte Stadt und gespickt mit historischen Sehenswürdigkeiten. Sind wir etwa schon müde vom vielen Besichtigen der letzten Tage ?Ja. Sind wir. Und leider einige von uns auch erkältet.


Statt weiteren Besichtigungen geben wir uns einer wirklich angenehmen Beschäftigung hin. Frau auf Mann und umgekehrt. Und alles in einem Zimmer. Nun, die Massage war wunderbar, für 90 Minuten anregender Fuß- und Ganzkörpermassage zahlen wir 100 Yuan. Gerne!


Völlen im Musiktheater von Xian. Theater und Oper sind in China nicht so streng und steril wie bei uns.


Die Akteure legen eine tolle chinesische Folkloreshow hin.


Wir gehen anschließen müde und erkältet, wir haben uns alle angesteckt! – ins Hotel, um dort weitere Menschen anzustecken, Eine Erkältung in der schwülen Hitze ist ganz schön anstrengend, die Erholung holen wir uns wohl erst, wenn wir wieder auf unseren Wohnmobilen sitzen .

Morgen geht es weiter nach Chonqing, der offiziell größten Stadt der Welt. Ein verrückter urbaner Kosmos, der allen die Sprache raubt. Doch davon im nächsten Bericht!

Kostya

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