Im Bann des Ostens

Liebe Freunde des Ostens, da habe ich doch glatt beim letzten Mal mit meiner Meldung, dass wir die Wodkafabrik von Mariinsk nicht besuchen konnten, eine Welle des Entsetzens losgetreten und die Grundfesten unseres Russlandbildes ins Wanken gebracht!


Daher hier die Entwarnung: die Fabrik gibt es noch und sie stellt immer noch sehr guten Wodka her! Davon habe ich mich selbst überzeugen können…..


Dabei ist das mit dem legendären „Wässerchen“ so eine Sache: Auf der einen Seite ist das Nationalgetränk in Russland bei Einheimischen und Reisenden nach wie vor sehr populär und sorgt für die nötige Entspannung im oftmals hektischen und anstrengenden Alltag.


Andererseits legt gerade die jüngere Generation sowie die gebildete Oberschicht des Landes sehr großen Wert darauf, dass man Wodka sowie Alkohol im Allgemeinen lediglich zu besonderen Anlässen konsumiert und ansonsten – vor allem mit Blick auf die strenge 0,0 Promille-Grenze im russischen Straßenverkehr – komplett alkoholfrei durch die Woche kommt. Oder sehen diese Menschen etwa betrunken aus?


Auf der Suche nach weiteren Antworten erreichen wir zwischenzeitlich unser nächstes Ziel: Novosibirsk, die inoffizielle Hauptstadt Sibiriens. Hier werden wir fast schon traditionell vom Russisch-Deutschen Haus und insbesondere von Juri Arngold, dem Hauptingenieur, empfangen und mit allen notwendigen Informationen rund um die Stadt sowie ihre besondere Beziehung zu Deutschland versorgt.


Hier lässt es sich richtig gut aushalten und so machen wir es uns auch bei sibirischen 30°C (über Null!) gemütlich.


Die Stadt selbst erlebt seit geraumer Zeit einen wahren Boom, denn alleine schon ihre strategisch günstige Lage zwischen Ost und West sichert ihr mit Blick auf den europäisch-chinesischen Handel eine mehr als aussichtsreiche Zukunft.


Und so erleben wir bei herrlichem Wetter eine moderne Großstadt, in der das Leben richtig pulsiert und die Vergangenheit nur noch in versteinerter Form auf die Menschen blickt.


Worüber sich Manfred und Ulrich wohl an den Ufern des Ob Gedanken machen? Nein, es sind nicht Sveta und Anja, welche ab Novosibirsk eine nicht nur optische Bereicherung für unsere Gruppe darstellt und dem ein oder anderen von euch ja vom letzten Jahr bereits bekannt sein dürfte. Wer genau hingeschaut hat, dem ist sicherlich (ja ich weiß, es ist schon nicht einfach, sich auf etwas anderes als Anja und Sveta zu konzentrieren) eine dieser skurrilen (post)sowjetischen Bauruinen aufgefallen – in diesem Fall eine nicht vollendete Brücke.


Trotz dieser für uns nicht nachvollziehbaren Planungspannen haben es die Russen im Laufe der Geschichte nicht nur als erste in den Weltraum geschafft, sondern auch technische Meisterleistungen wie die Trans- sibirische Eisenbahn vollbracht.


Gerade in Novosibirsk befindet sich aktuell die zentrale Verwaltung der gesamten Strecke und auch der Bahnhof stellt sicherlich ein beeindruckendes Exemplar europäischer (auch wenn wir uns bereits seit mehreren Tagen geographisch in Asien befinden) Baukunst dar.


Die Eisenbahnstrecke, welche von Novosibirsk aus in östlicher Richtung unter anderem weiter nach Krasnojarsk und Irkutsk führt, ist neben den LKWs, der endlosen Weite Sibiriens und den Stechmücken unser treuester Begleiter und zugleich eine prima Orientierungshilfe auf dem Weg zum Baikalsee – unserem Traumziel am Ende Russlands.


Bis dahin verabschiede ich mich mit einigen Impressionen von unseren stets charmanten russischen Begleiterinnen und gebe an dieser Stelle zu, dass ich die fehlende Brücke, lieber Manfred und Ulrich, auch erst auf den zweiten Blick gesehen habe…….


Euer Arthur


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