Lachen, Tanzen und Schweigen – Rogoschin und Wolgograd

Liebe Reisefreunde

Alle Jahre wieder trifft im Dörfchen Rogoschin sich eine Reisegruppe auf einer Wiese, die auch als Sportplatz für die hiesige Schule dient, mit den Einheimischen Menschen, die sich das ganze Jahr schon darauf freuen. Stände mit selbstgebastelten Souveniren und Honig wurden aufgebaut.

Schon beim Meeting, bei dem die Fahrt nach Wolgograd geklärt wurde, gab es hektische Betriebsamkeit am Teamfahrzeug.

Frauen und Mädchen in Trachten und Kosaken trafen ein, mit einigen Musikinstrumenten.

Ein großer freundlicher Mann mit Strohhut verteilte Pausenlos ein scharfes Getränk, und duldete kaum Widerspruch. Oleg opferte sich mehrfach heldenhaft.

Es folgten einige Lieder der sogenannten „Dörflichen Mädchen“ …

… bevor wir zu einem deftigen und reichlichen Imbiss geladen wurden.

Dann legten die Wolgakosaken los. Es wurde gesungen, getanzt und gelacht bis in die Abendstunden. Zur Freude, auch der Dorfbewohner.

So mancher wurde durch ein Trinkritual am Abend noch als Kosak eingemeindet.

Unsere Fahrt ging nach einer angemessenen Ruhepause weiter Richtung Wolgograd. Hier machten wir bei dem kleinen ehemaligen Dörfchen Rossoschka halt, wo einige große eindrucksvolle Soldatenfriedhöfe liegen.

Unsere Führerin Galina, die selbst schon für die deutsche Kriegsgräberfürsorge gearbeitet hatte, erläutert uns, wie hier versucht wird, dem Andenken der Gefallenen beider Seiten gerecht zu werden. Schweigend legen wir an Friedhöfen beider Seiten einen Strauß Nelken nieder.

Die unzählig vielen Namen, auf Stein graviert, lassen nicht annähernd erahnen, wie viele Menschen hier bei Stalingrad sinnlos ihr Leben lassen mussten.

Am nächsten Tag bekommen wir am großen Denkmal für die Schlacht um Stalingrad ein Begriff davon, welches Leid der Krieg über die Menschen gebracht hat.

Natürlich erzählt das Denkmal vor allem auch vom Heldentum der sowjetischen Verteidiger.

Das Andenken daran wird mit einer Ehrenwache an der ewigen Flamme im inneren einer Kuppel bewahrt. Wir wohnen einer Wachablösung bei.

Von dem damals viel umkämpften, heute grünen Hügel auf dem die über 80 Meter hohe Statue von Mutter Heimat steht, hat man einen weiten Blick auf die Stadt, die sich weit über 50 km entlang der Wolga erstreckt.

Man erkennt das Wasserkraftwerk stromaufwärts und die vielen, heute leider nicht mehr rentabel arbeitenden Betriebe der Schwerindustrie.

Wir stehen an einem Sporthotel am Wolgastrand, aber zum Schwimmen im Fluss war das Wasser uns doch zu trüb.

Die Stadt selbst bietet aufgrund der Zerstörungen kaum attraktive Höhepunkte, wenn man nicht gerade Militärhistoriker ist.

Auch hier werden allerdings Kathedralen nach historischem Vorbild wiederaufgebaut. Man kann sich beteiligen, indem man in einem Büdchen einen Backstein kauft.

Die Glocken für die Kirche sind allerdings schon gestiftet.

Wir entfliehen der Hitze der Stadt auf die Wolga.

Hinter der halbfertigen Wolgabrücke kommt das neue Fußballstadion in Sicht. Die Weltmeisterschaft hat auch hier segensreiche infrastrukturelle Verbesserungen gebracht – man merkt es an den doch recht guten Straßen. Es wurden auch neue gebaut.

Auf einer dieser recht guten Straßen verlassen wir Wolgograd, aber zuerst müssen wir durch die ganze lange Stadt mit ihrem hektischen Verkehr.

Entlang der Wolga fahren wir nach Astrachan, aber den Fluss bekommen wir nur selten zu sehen. Dafür manche Baustelle. An einem Aussichtspunkt lohnt es sich anzuhalten, und – (warum nicht) die Stühle herauszustellen und Kaffee zu trinken. Das ist die Reisefreiheit bei AbenteuerOsten!

In Astrachan: Wieder einen schönen Stellplatz an einem Hotel direkt an der Wolga!

Die Strandpromenade lädt zum Spazieren ein.

Am Hotel wurde eine Verstärkeranlage aufgebaut, und es gab einige Darbietungen – mit Videodokumentation. Für uns? Nein. Diesmal nicht direkt. Es ist Tag der russischen Staatsflagge!

Den Abend ließen einige von uns ausklingen mit einem guten Essen in einem nahegelegenen Fischrestaurant. Morgen wollen wir hier, am südöstlichsten Punkt unserer Reise die Stadt Astrachan erkunden, das Tor zum kaspischen Meer.

es grüßen aus der Ferne:

Oleg, Vitaly, Anatoli und Holger.

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