Neuland im wilden Osten Europas

Liebe Mitreisende und Freunde des Abenteuerostens!

Jetzt geht es also endlich los! Mit der „Westukraine & Moldawien“-Tour betreten wir erneut Neuland im wilden Osten Europas. Was gab es daheim mal wieder für Bedenken: Per Wohnmobil in die Ukraine? Geht das denn überhaupt?

Ohne vorab zu viel zu verraten: die Antwort lautet natürlich – ja! Sicher steht das Land nach wie vor großen Herausforderungen gegenüber, doch abgesehen vom tatsächlich umkämpften Osten sowie der für uns auf Grund der westlichen Sanktionen – zumindest von ukrainischer Seite – nicht zugänglichen Krim, bieten sich gerade für uns Wohnmobilisten tolle Destinationen und mittlerweile sogar recht gute Straßen.

Der Start dieser Pilotreise erfolgt in Krakau, wo wir uns noch an klassischer Campinginfrastruktur erfreuen können. Gut gelaunt und bei herrlichem Sommerwetter treffen sich 17 Fahrzeugbesatzungen zum ersten Meeting und auch ich bin wieder voll in meinem Element, denn schließlich geht es wieder in den Osten……

Wir verlassen die ehemalige polnische Hauptstadt und legen in Wieliczka einen Zwischenstopp ein, denn die hiesigen Salzbergwerke gehören mittlerweile zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Ausdehnung und die technische Ausgestaltung der Anlagen sind in der Tat beeindruckend, warum uns unsere örtliche Führerin trotz der vorhandenen Fahrstühle jedoch zu Fuß in die Tiefe schickte, bleibt ein Rätsel….

Ob Skulpturen, komplette Räume oder gar unterirdische Kirchen: es gibt scheinbar nichts, was hier nicht hergestellt werden konnte – und das zumeist noch aus purem Salz! Wer es nicht glaubt: einfach daran lecken….

Nach dieser doch sehr sportlichen Betätigung sowie der Fahretappe ins nahe der polnisch-ukrainischen Grenze gelegene Przeworsk steht ein wohlverdientes Abendessen auf dem Programm. Richtig polnisch und der Auftakt unserer Reise stellt zugleich auch schon den Abschied von der EU dar: ab morgen sind wir dann im richtigen Osten unterwegs – na zdrovje!

Nach gerade mal 6 Stunden ist die Ausreise aus Polen sowie die Einreise in die Ukraine erfolgt und für alle Skeptiker sei an dieser Stelle nochmal erwähnt, dass die chaotisch-schurkischen Zeiten der wilden 1990er Jahre definitiv vorbei sind! Zumeist freundliche und durchwegs korrekte Beamten (auf beiden Seiten!) bestimmen das Geschehen und so nimmt alles seinen (zwar immer noch etwas langsamen) Lauf und wir gelangen mit Lviv in unsere erste ukrainische Stadt.

Das inoffizielle Zentrum der westlichen Ukraine stellt nicht nur wegen der berühmten Altstadt ein wahres Highlight dar. Lebhafte Gassen, schier unzählige Cafés und Restaurants sowie eine Mischung verschiedenster Epochen ukrainischer Geschichte bestimmen das beeindruckende Bild der Stadt.

Ob Polen, Russen, Juden, Armenier oder Österreicher: sie alle haben im Laufe der Geschichte zum multikulturellen Charakter der Stadt beigetragen und so genießen wir eine tolle Zeit im einstigen Lemberg.

Der beste Blick auf das heutige Lviv bietet sich jedoch vom Turm des Rathauses aus, welcher für kleines Geld, dafür aber eine weitere sportliche Höchstleistung in Form von knapp 300 Treppenstufen bestiegen werden kann. Über die Brandschutzbestimmungen im engen und zumeist aus Holz gefertigten Treppenhaus denken wir besser mal nicht nach, wir sind ja schließlich nicht mehr daheim….

Und was setzt solch einem schönen Tag noch die Krone auf? Richtig, ein schönes Abendessen! So lassen wir es auf die ukrainische Art richtig krachen mit allem, was dazu gehört: Unmengen an Salaten, Fleisch, Fisch sowie natürlich den Klassikern Borschtsch, Salo und Wodka – za zdarovje!

Jetzt sind wir mitten drin, im vermeintlich „wilden Osten“ und melden uns bald wieder mit frischen Eindrücken aus Kiew – bleibt uns also treu!

Eure Arthur, Petr und Alexander

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