Die Kosaken kommen!!

Liebe Leser, liebe Wagemutige und Unerschrockene,

am Tag 15 unserer Rundreise verlassen wir das vergleichsweise dicht besiedelte Zentralrussland.

Unterwegs bestaunen wir unendlich scheinende Sonnenblumenfelder und einen Regenbogen!

Auf einer großen Weide schlagen wir unser Nachtlager auf – zum Glück im Trockenen.Bei selbst gegrilltem Schaschlik, sonnenverwöhnten Tomaten und Gurken lassen wir es uns gut gehen.

Am nächsten Tag nehmen wir Kurs auf Rogozhin, ein kleines Dorf in der südrussichen Steppe, das tagsüber in der Spätsommerhitze verschlafen wirkt…

… abends aber steppt der Bär – Wir bekommen Besuch: Alexej Iwanowitsch empfängt uns mit einem „kleinen“ Imbissbüfett und einigen flüssigen Kostbarkeiten.

Auch an Musik soll es uns natürlich nicht fehlen, dafür sorgt seine Schwiegertochter Irina mit ihrer Vokaltruppe „Ol’ga“.

Und dann kommen die Kosaken und setzen musikalisch noch einen drauf!

Ein feuchtfröhlicher Abend nimmt seinen Lauf, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zumal einige von uns Bruderschaft trinken und in die Kosakengemeinde eingegliedert.

Am nächsten Tag das Kontrastprogramm: Wir fahren weiter nach Südosten, nach Wolgograd. 35km vor der eigentlichen Stadt empfängt uns unser Guide Galina am Soldatenfriedhof Rossoschka. Erst 50 Jahre nach der Schlacht um Stalingrad konnten sich die russische und die deutsche Regierung darauf verständigen, eine gemeinsame Gedenkstätte und zwei Soldatenfriedhöfe an dem Ort einzuweihen, wo einst erbittert gekämpft wurde.

50.000 Deutsche Soldaten sind hier beigesetzt. Nur knapp 25.000 der Toten konnten identifiziert werden – ihre Namen sind in die Rundmauer des Friedhofs eingraviert.

Große Granitblöcke auf dem Friedhofsgelände erinnern an die Namen der Vermissten, deren Leichname nie gefunden wurden.

Auch wenn der Ausflug uns mitnimmt – man kann der traurigen Realität in Wolgograd nicht entgehen. Das Erinnern an den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“, wie der 2. Weltkrieg in Russland heißt, ist hier allgegenwärtig.

Der Gedenkkomplex Mamaev Kurgan mit der 84m hohen „Mutter Heimat“-Statue, dem Saal des ewigen Soldatenruhmes und den Gräberplatten bedeutender Marschalle zeigt uns, dass Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion und somit der siegreichen Seite ganz andere Formen der Erinnerung kennt als Deutschland.

Nach zwei Nächten am Ufer der Wolga folgen wir ihrem Verlauf bis nach Astrakhan, kurz bevor der Fluss ins Kaspische Meer mündet. Trotz einer halben Million Einwohner versprüht die Stadt eher Kleinstadtcharme, ist sehr aufgeräumt und lädt zur Entdeckung zu Fuß ein.

1558 wurde die vormals tatarische Festung von Ivan dem Schrecklichen niedergebrannt und an ihrer Stelle ein russischer Kreml errichtet. Innerhalb seiner Mauern finden nicht nur Gottesdienste in den beiden großen Kathedralen statt, sondern auch die Feierlichkeiten zur Einschulung der Astrakhaner Erstklässler, deren Proben wir zuschauen können.

Aufgrund der geographischen Lage war Astrachan seit jeher eine lebendige Stadt, in der viele Kulturen nebeneinander lebten. Davon zeugen heute noch Moscheen und auch die armenischen und persischen Kaufhöfe, die an Karawansarayen erinnern.

Von hier aus machen wir uns auf den Weg in eine Gegend Russlands, in die sich selten Touristen wagen – folgt uns weiter auf unseren Abenteuern durch Russland, im nächsten Bericht in die Kalmückensteppe!

Es grüßt euch aus dem Team

Aline

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