Von Heldinnen und Helden

Liebe Mitreisende!

Na endlich. Nun erzähle ich die Geschichte unseres kleinen Heimweges von Peking über die Mongolei und Sibirien zu Ende. Und ich sollte mich beeilen – sonst läuft schon die neue Reise an und ich bin noch beim Schwärmen von der alten Tour. Aber so ist das. Man macht eine Reise und dann erzählt man über sie und dann schreibt man über sie und erlebt so alles gleich dreimal. Die meisten von euch sind zuhause geblieben oder in anderen Ländern unterwegs und erleben sie daher nur einmal. Immerhin besser als nichts und nun… Kostya, komm endlich zur Sache… Ok. Ich war im letzten Bericht beim Jenissei im sibirischen Krasnojarsk stehen geblieben…

…und mache weiter beim alltäglichen Morgenstau in Sibirien. Na, das wäre wohl übertrieben, aber Staus kann es auch auf der Transkontinentalen mitten in Sibirien geben, wenn denn einiges zusammenkommt. Großstadt in der Nähe, Baustelle, Berufsverkehr und Unfall und wir…immerhin 16 Reisemobilbesatzungen auf ihrem Weg durch das weite Russland. Man beachte die ungeduldigen Drängler. Kluge Menschen lassen das Drängeln und kommen dann sicher ans Ziel. Irgendwann…

Eigentlich kommt man relativ unbehelligt durch Russlands Weiten, wenn man sich nur an die Regeln hält. Und die kennen wir gut – das haben wir alles bereits auf der Hinreise geübt und sind fast straffrei hindurchgekommen.

Wenn wir stoppen, geschieht das nicht wegen Polizei, sondern auf eigenen Wunsch wie hier bei Waldkräuterteesamowar, ein typisches russisches Wort. Wer will, kann auch Waldwodka aus Zedernzapfen und noch anderes mit viel Umdrehungen probieren – aber für Fahrer gilt: Bitte nach Fahrtende, sonst droht größerer Ärger mit der Polente und 20 Jahre Sibirien statt 4 Wochen…Nein, das ist übertrieben, aber Alkohol am Steuer in Russland ist kein Kavaliersdelikt.

Stellplätze in der sibirischen Weite sind sibirisch weit und ohne Strom, Wasser und Entsorgung, dafür oft mit 4G-Wifi ausgestattet Dank eines tollen Funknetzes, vom dem manch eine deutsche Großstadt nur träumen kann.

Stellplätze in sibirischen Städten sind oft schick – die Sicht auf die nächtliche Skyline von Jekaterinburg direkt von unserem Stellplatz aus lässt uns nicht schlafen gehen.

Jekaterinburg ist auch am Tage ansehnlich. Schick herausgeputzt ist das Zentrum. Hier wurde die Zarenfamilie ermordet. An der Stelle der Bluttat steht nun die Kirche zum Gedenken an die Romanows.

Gebetsbänder an der Kontinenten Grenze. Wir verlassen Sibirien….

… und wechseln nach Europa. So einen Kontinenten Sprung kann man ziehen.. und den Hänger…

…sowie die halbe Familie noch ein paar Momente in Asien belassen.

Das ist wieder einen Sprung wert. Tut auch weniger weh als es aussehen mag.

Russische Gartenzwerge….

Ich liebe die Russlands Straßendorfdurchfahrten. Nicht alles zerfällt – viele der traditionellen Holzhäuser werden liebevoll gepflegt.

Drachenabendstimmung in Kasan.

Kreml Türme und daneben Moschee sind Wahrzeichen der Stadt Kasan an der Wolga.

Die wunderbare Stadt mit ihrer ansehnlichen Silhouette. Links die meine ich…Ich werde sehr gerne missverstanden…

Auch unsere Kleinsten sind Kletterhelden und ein Hingucker.

Kaviarfrūhstūckszubereitung zu Ehren unseres Hochzeittages. Ich meine Anja und ich. Eine Runde Brote schmieren und dann die Runde schmeißen. Meine Mädels und Xing haben das gemeinsam schnell gemeistert.

Der Goldener Ring ist erreicht. Wir blicken auf die Silhouette von Suzdal, der wohl schönsten altrussischen Stadt.

Zurück im Westen. In Suzdal stehen wir nach über zwei Monaten wieder an einen richtigen Campingplatz mit Ver- und Entsorgung, aber immer noch ohne Empfang für wohnmobilgebundene Satelliten Schüsseln. Also bitte, das brauchen wir doch noch nicht.

Keine 30 Kilometer entfernt die nächste Goldene-Ring-Stadt. Wladimir mit goldenen Kuppeln ist auch ein Besuch wert.

Besonders, wenn man mit chinesisch singenden Zwillingen durch Wladimirs Gassen streift und dabei chinesischen Touristengruppen den Kopf verdreht.

Abschiedsrede von Xing. Es berührt uns alle. Xing, du warst mit uns für 4 Monate auf Achse und einfach ein fester Bestandteil der Gruppe. Du wirst uns fehlen. Den Kleinsten genauso wie uns Großen. Du Heldin! Immer gut gelaunt, immer für uns da.

Ein kleines Dankeschön von uns allen für einen großen Menschen.

Sergeev Posad, eine weitere und echt schöne Stadt des Goldenen Rings. Damit ist es dann aber auch gut… man würde irgendwann einen Kirchenkoller bekommen und weder Türme noch Zwiebeln sehen können, würde man alle Städte des Goldenen Rings abklappern.

Wobei es niemanden gibt, der unsere Goldenen-Ring-Abstecher bereut. Die von uns besuchten Städte lohnen sich wirklich.

Moskau hatten wir schon auf dem Hinweg besichtigt. Nun nutzen wir nur den immer gut frequentierten Autobahnring um die Megametropole, um flott in den Süden zu kommen.

Stopp auf dem Land auf dem Weg zur Ukraine. Ararat, unser Reiseleitungsteammitglied, ist hervorragender Schaschlikgrillmeister. Ich weiß gar nicht, ob er bei Valery oder Valery bei ihm gelernt hat.

Aber die eigentliche Aufgabe von Ararat ist eine andere. Er ist unser technisch versierter Mann für alle Fälle. Und er kriegt alles auch immer irgendwie hin. Der kleine Radlagerschaden ist für ihn eine leichte Übung. 2 Stunden später rollt der Hänger wieder.

Zum Ende der Tour nochmal Pannen, von denen wir bisher verschont geblieben sind.

Wieder ein Radlager – so kaputt und die Werkstatt so weit, dass das Womo auf den Evakuator, wie die Russen einen Abschlepper nennen, muss.

Ararat, der Teufelskerl, ist überall und managt die Reparatur in wenigen Stunden. So ein echter großer Held, ich stelle ihn im nächsten Newsletter vor.

Altes ist in Putins Reich wieder in. Eine Eiscrememarke „DDR oder BRD“ zu nennen, würde sich bei uns nicht verkaufen. Aber in Russland geht das mit CCCP, also der ehemaligen UdSSR natürlich.

Und noch etwas geht neuerdings. Putin verabschiedet persönlich jeden, der mit seinem eigenen Reisemobil durch Sibirien gefahren ist.

Nun, Liebe treue und geduldige Leser, bis auf die letzte Kleinstory stimmt doch alles, was ich euch nachträglich erzählt hebe. Und es soll weiteres folgen, nämlich unsere letzte Woche der Tour, die nun schon ein Viertel Jahre dauert. Ich lasse euch dafür nicht mehr so lange warten!
Großes Araratheldenehrenwort!

Euer Kostya

023 Abschiedsparty in Lemberg
Wort ist Wort. Ohne weitere Wartezeit erzähle ich euch nun…

021 Russland Retour – Baikal, wir kommen!
Noch mal so laaange still? Ja, ich habe es etwas ruhiger…

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