Russland Retour – Baikal, wir kommen!

Liebe Mitreisende!

Noch mal so laaange still? Ja, ich habe es etwas ruhiger angehen lassen, werde aber niemanden der treuen Leser mit meinen Ausführungen zu unserem Weg durch Russland und später die Ukraine verschonen. Im buchstäblichen Sinne sind wir bei der Ausreise aus der Mongolei stehen geblieben. Es dauert gefühlte Ewigkeiten, bis wir schließlich aus- und eingereist sind. Kinder überstehen so etwas auf ihre Art und Weise.

Sie nehmen….

…das Ruder ääh Lenkrad selbst in die Hand.

Oder sie stehen Kopf. Na, ein Bimobil hält auch Druck von innen gut aus…Und wenn ich mir vorstellen würde, dass wir statt in einem Reisemobil in einer Isetta die Nacht zu fünft an der Grenze verbracht hätten, dann… Nein, das will ich mir nicht vorstellen.

Nun, die Grenze ist geknackt und wir haben es irgendwie doch ganz gut überstanden. Jetzt müssen wir nur noch die läppischen 200 Kilometer von der Grenze bis nach Ulan Ude, der Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien, überstehen. Burjaten sind ein mongolisches Volk, die Beschilderung ist ihrem Temperament angepasst. Alle Verbote aufgehoben – man darf jetzt wieder mit 100 durch die Baustelle donnern. Was wir natürlich sofort …nicht gemacht haben.

Brav gewartet haben wir, bis die 60 Kilometer Piste vorüber sind und guter Asphalt anfängt. Wer in Russland fährt, muss in Bezug auf den Straßenbelag mit allem rechnen.

Tanken auf Russisch. Moderne Reisemobile und amerikanische Freightliner können guten Euro-5 Kraftstoff tanken. Eiserne Regel: Niemals an Billigtankstellen tanken. Auch bei den Markentanken liegt der Spritpreis bei gerade mal 55 Eurocent.

Morgenstimmung auf dem russischen Land… Nein, es ist Abendstimmung im Zentrum von Ulan Ude mit Blick auf die alten Holzhaussiedlungen-

Das Baikalgebiet ist erreicht – wir erholen uns in einer sogenannten Tourbasa. Ja, ein bisschen Erholung muss sein, auch wenn wir nur 30 Tage Zeit für die Durchquerung Russlands haben.

Wer sich erholt, wird hungrig. Ich versuche in Valerys große Fußstapfen zu treten und begrille die Gruppe. Es ist Robins Geburtstag – ein guter Ort für das abendliche BBQ am Baikalsee. Baikal? Wo ist er denn, der See? Kann ja nicht so klein sein, dass wir ihn übersehen konnten…

Na, da ist er. Liegt ein paar Fußminuten von unserem Platz entfernt. Runter vom Boot und…

…großes Glück am Ozean Sibiriens. Der größte Süßwasserspeicher unserer Erde liegt vor uns. Wild und schön, kalt und sauber.

Der Beweis für die Caravan-Evolutionstheorie. Früher schwammen Caravans, bevor sie sich langsam an Land trauten und dann schrittweise Räder entwickelten…

Tut der Seele gut. Wir lieben Sonnenuntergänge, weil sie schön sind und so vergänglich.

Bei der Weiterfahrt am Ostufer des Sees treffen wir auf eine Gruppe Chinesen, die mit ihren Reisemobilen in Russland unterwegs sind.

Wärme mich, ich halte dich. Zwillingsglück am Baikalsee.

Die legendäre Transsib verläuft entlang des Ostufers. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass einer der Lokführer seinen Mittelfinger ausgestreckt hat. Sehr wahrscheinlich ein Krampf.

Der Südzipfel des Baikal. Nun verlassen wir den See, besuchen Irkutsk und reisen anschließend entlang der Angar bis nach Listwanka zum Südwestufer des Baikalsees.

Die Straßenmarkierer dürften nicht die nüchternsten gewesen sein, als sie die Linie gezogen haben.

Aber was soll´s, die meiste Zeit ist die Straße zur Angara-Mündung gut.

Die Mündung der Angara, des einzigsten Abflusses des Sees. Ob man hier auch springen kann?

Kann man. Nur für euch, liebe treue uns lang wartenden Leser.

Man(n) und Frau können aber auch schwimmen gehen. Das Wasser ist so unglaublich klar.

Wolkenkino am Baikalsee. Das wollen wir – das macht uns glücklich, deswegen sind wir hier.

Für uns sind es nur 5 Tage Aufenthalt in der Baikalregion – dann geht`s weiter gen Westen. Es insd noch knappe 10.000 Kilometer bis nach Hause. Wir lassen uns so viel Zeit, so viel es geht und reizen das Visum voll aus. Genießt das ländliche Russland.

Mit Liebe bemalte und beschnitzte traditionelle Holzhäuser – wir werden noch viele von ihnen sehen.

Unser Abend- und Nachtplatz am Fluss. Platz ohne Ende – wir zaubern schnell…

einen Grillabend aus dem Hut.

Prost auf das Leben, Prost auf die Reise durch Russland.

Besuch ist da. Rund und kugelig und nett. Der kräftige Bursche ist Feuerwehrmann und hat seinen Durst bereits gelöscht…

Ein Blick fast wie in der Mongolei.

Walderdbeeren sind reif. Wir kaufen eine Schüssel voll für ca. 6 Euro. Nicht billig, aber bei uns gibt es solche Erdbeeren gar nicht im Verkauf.

Die Kwasswagen von einst sind wieder da. Kwass ist ein Brotgetränk minimal vergoren und ich finde maximal lecker.

Hingucker auf dem Weg nach Krasnojarsk.

Unser Stellplatz bei Krasnojarsk liegt an der Uferpromenade.

Mit der Abendstimmung am Jenessei werde ich mich von euch verabschieden. Aber nur bis zum nächsten Bericht. Ihr habt schon jetzt gesehen, dass Reisen in Russland kein Problem ist. Lasst euch nicht verrückt machen und folgt am besten unserer weiteren Fahrt immer gen Westen durch das größte Land der Welt.

Euer Russlandbegeisterter Kostya

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