Auf den Spuren Chinggis Khaans!

Liebe Mitreisende!

Was war los? So lange stille um uns? Ist uns das Reisepulver ausgegangen? Oder mir das Schreibpulver? Ich kann euch beruhigen. Weder das ein noch das andere trifft zu. Wir sind schon eine ganze Ecke weitergefahren, haben die Mongolei durchquert und sind in der Mitte Russlands angekommen. Nun erzähle ich euch erst einmal über unsere Erlebnisse in der Mongolei. Wo haben wir im letzten Bericht aufgehört? Ja, genau bei der Grenzpassage und den wilden UAZ-Geländewagen, die hier an der Grenze als Transportfahrzeuge benutzt werden. Sie fahren jeden Tag ein bis zweimal leer nach China rein und kloppen dann gnadenlos ihre Fahrzeuge voll mit chinesischen Waren.

Da ist sie, die Warteschlange für morgen. Sie stellen ihr Fahrzeug so ab, dass eins das andere berührt. So etwas gibt es sonst nur in Bangladesch. Morgen früh kommen die Fahrer und werden über die Grenze fahren, vollpacken, dann wieder zurückkommen und…

…ihre Ladung auf LKW umpacken, welche die Waren meist nach Ulan Bator bringen.

Willkommen in der Mongolei, wo Menschen ähnlich wie in China in allen nur erdenklichen Positionen schlafen können.

Gas tanken – wir machen das immer in Saynshand, sind an dieser Gastankstelle schon Stammkunden. Sowohl Festtanks als auch Gasflaschen füllen wir hier auf. Während es bei den Gasflaschen ein sogenannter Disch-Adapter tut, haben wir uns für die Befüllung der Gasflaschen einen eigenen Adapter gebaut. Äh .. 3 Adapter – es sind in diesem Jahr drei Gruppen in der Mongolei unterwegs.

Das hatten wir zuletzt recht wenig. Ruhige Nächte in weiter Natur. Es sinddie Plätze mit nichts Infrastrukturellem, aber allem Glücksgefühl. Viel Platz zur Seite und nach oben!

Manfreds Morgenentdeckung…

…ist eine Zwergagame.

Wer sagt denn, es gebe in der Wüste Gobi keine Berge? Da liegen vier behaarte Matterhörner direkt nebeneinander.

Sie gehören einer Gruppe Kamele, wobei ich noch einmal ausdrücklich festhalten will, dass die vordere Gruppe gemeint ist.

Soso, die vordere Gruppe also! Nein, ich meine die hintere Gruppe.

Und jetzt sind die auch noch beleidigt. Das frech schauende Kamel ist schlecht drauf und hätte mich beinahe aufgefressen oder zumindest gerne getreten und gebissen. Ich habe mich revangiert, bin ins Wohnmobil gestiegen und habe mit der GoPro gefilmt, wie ich die Kamele vor mir hertreibe. Liebe Tierschützer und Kamelfreunde! Ich habe das gaaanz laaangasaaam gemacht. Und nur ganz lurz-

Juchhee! Sie haben weitere Zebrastreifen mitten in der Wüste Gobi angelegt. Es gibt aber weder Zebras noch andere Wesen, die diese Stellen nutzen würden… halt, ein Kamel hat hier eben angehalten und macht Fotos … äääh ich meine, ein toller Hecht ist gerade ausgestiegen und hat den Überweg ausprobiert.

Straße durch die Gobi im Tigermuster. Es ist gut zu fahren. Vor wenigen Jahren mussten wir uns noch auf Pisten durch die Halbwüste Gobi arbeiten. Heute ist die durchasphaltiert.

So war es vor wenigen Jahren immer wieder mal. Jetzt ist es nur die Anfahrt…

…auf einen Hügel im Terelj-Nationalpark, südlich von Ulan Bator gelegen.

Der Platz bietet eine herrliche Aussicht, deswegen kommen auch gerne Brautpaare hier rauf zum Fotoshooting.

Da stehen wir nun alle mit einer Aussicht, wie sie sich nur schwer beschreiben lässt. Es ist der bisher schönste Naturplatz unserer Reise. Das ist zumindest meine eigene ganz persönliche und damit total objektive Meinung… Sicher ist außerdem, dass wir diesen Platz einfach nur genießen. Mit allen Sinnen.

Jeder genießt auf seine Art und Weise. Tiefenentspannt, wie ihr deutlich sehen könnt, fliege ich im mongolischen Seitgalopp durch die Lüfte…

Zusammenkunft im mystischen Abendlicht. In der Nacht wird ein wilder Gewittersturm über uns hinwegziehen und wir uns diebisch freuen, dass wir das Reiseformat Wohnmobil und nicht Zelt gewählt haben.

Der berühmte Schildkrötenfelsen im Tereljpark. Endlich mal ein Felsen, der seinem Namen alle Ehre macht. Was man bei den 12 Aposteln in Südaustralien nicht gerade sagen kann, zumal es nicht mal mehr 12 sind…

Auf dem Weg in die mongolische Hauptstadt. Es sind wilde Fahrer unterwegs. Ein Pferd pro Mann reichte, um die halbe Welt zu erobern. Aber 150 Pferde unter der Haube … da müssen die Reiter der Neuzeit mechanisch ausgebremst werden.

Fußgänger stehen in der Pyramide der Rechte im Verkehr ganz unten. Bisher erfüllt der Zebrastreifen rein dekorative Zwecke.

Der Eingang zum Chinggiskhaan-Denkmal, das sogar normale Menschen erklimmen können.

Da steht er vor uns – einer der größten Eroberer der Geschichte. Über ihn zu springen ist nicht leicht. Aber ich werde nun alle Kräfte sammeln, kräftig über und am Ende könnte es sogar klappen.

Unser drei Tage dauernder Abstecher nach Westen führt uns durch die Weiten der Mongolei. Da denke ich eifersüchtig an Valerys Gruppe, welche die gesamte Westmongolei durchqueren wird.

Mongo Els, die nördlichsten Sanddünen des Landes, sind erreicht. Auch dieser Stellplatz ist ein Augenschmaus.

Die Rückansicht. Tierisch schön.

Vorne die Dünen und Kamele.

Unvergessliche Momente. Ihr seht, ich bin nun mit meiner Familie unterwegs – bis auf meinen Sohn sind alle da. Schulferien machen es möglich. Gemeinsam werden wir nun nach Hause fahren. Läppische 11.000 Kilometer sind geblieben…

Das lieben wir alle. Die Weite, die klare Luft. Der Zauber der Mongolei. Kein Hotel kann das ersetzen.

Morgendliche Begegnung mit einem Kamel. Es ist noch fast ein Baby und wäre beinahe von Hans-Ulrich adoptiert worden.

Schaukampf in Karakorum. Hier startete einst der gewaltige Eroberungszug der Goldenen Horde.

Beim Gedanken an die Geister und Wächter Karakorums bekomme ich ehrfürchtige Gänsehaut…

Traditionelle Festkleidung der Mongolen ist einfach äußerst fotogen. Natürlich sollte man in solcher Festkleidung nur in Räumen feiern, die 20 Zentimeter höher sind, als normale Räume…

Im Nationalpark Karakorum stehen wir – wieder mal traumhaft schön am heiligen Fluss.

Abends bekommen wir Besuch von mongolischen Akrobaten und Künstlern. Mit ihrem herrlichen Instrumentenspiel und ihren Gesängen haben sie unser Gehör beglückt und verzaubert.

Danke euch – das war wunderbar!

Regenbogenzauber

Entsteht so ein mongolischer Regenbogen? Direkt in einer Jurte?

Er entsteht so, wie Wolken und Sonne und wir stehen. Einfach ein weiteres kleines großes Wunder. Mongolische Glücksmomente.

Es könnte fast Australien mit seinen Dämmerungsfarbenspielen sein. Wir stehen im Khustain-Nationalpark und haben einen Ausflug zu den Przewalski-Wildpferden gemacht. Mehr dazu erzähle ich im Traumtourenkino auf dem Caravan-Salon.

Unsere mongolischen Abende und Nächte sind ein Traum. Sterneflüstern im Land der Goldenen Horde.

In diesem wunderbaren Ambiente sind zwei Fernreisegruppen zusammengekommen und stellen mir nichts dir nichts eine riesige Brunch-Tafel auf die Beine. 36 Fahrzeuge aus zwei Gruppen – es ist der wohl längste Fernreisemobilistengruppenbrunchtisch in der Geschichte der Reisemobilistik. Für uns heißt es nach dem stimmungsvollen Zusammenkommen Abschied nehmen. Abschied von unseren Reisekollegen aus der Seidenstraßengruppe und Abschied von der Mongolei, die wir fest in unsere Herzen geschlossen haben.

Chinggis Khaan ist der Größte. An ihm kam keiner vorbei. Also, den kann ich zum Abschluss meines Mongoleiberichtes doch nicht einfach so überspringen?

Nun, ich kann üben. Stupas überspringen? Geht

Den Schildkrötenfelsen? Geht auch! Also probiere ich den großen …

…..Chingiiiiiss Khaaaaan. Ja, geht doch. Wer sagt es denn. Ihr liebe Leser, solltet euch die Mongolei einmal ganz oben auf der „To do with mobilehome – Liste“ einordnen. Noch ist sie kaum touristisch erschlossen und damit so urtümlich. Tut es, springt über euren Schatten und reist ins Land der Goldenen Horde. Ihr werdet es lieben. Wir reisen weiter in das größte Land der Welt. Aber Russland und sein Baikalsee und Sibirien – das ist schon wieder eine neue Geschichte, die es bald auch hier geben wird.

Bis bald

021 Russland Retour – Baikal, wir kommen!
Noch mal so laaange still? Ja, ich habe es etwas ruhiger…

019 Fangen wir an mit dem Rückweg
Ja, es gibt uns noch und ja, ich mache weiter mit dem Bericht. Einmal…

Nach Oben - professionelll geführte Wohnmobilreisen in die GUS, China und Iran - Abenteuer Osten