Reisemobiloioniere bei der Arbeit! Von Hyderabad bis Hampi!

Liebe Freunde, liebe Mitreisenden!

Dass ihr das noch erleben dürft. Einen Bericht von Kostya, während er gerade in Kalkutta sitzt und eine absurde Geschichte um Zoll und Kurierdienst durchgemacht hat. Getriebe kaputtgegangen, bei Mercedes neues in Deutschland bestellt und dann hat der Kurierdienst – ja ich werde nicht sagen, dass es UPS war – und der Zoll alle Register gezogen. Gelogen, gestohlen und – was habe ich im letzten Bericht geschrieben – Mag kommen was will – die letzten Asphahltcowboys auf einem legendären weg nach Australien kann keiner aufhalten nicht mal ein Kurierdienst …Ooops … soll ich ja nicht nennen… So, kurzum, die Ersatzeile sind aus dem Zoll und auf dem Weg zum derzeit ausgebremsten Fahrzeug in Assam. Es ist doch klar, dass auf so einer Reise nicht alles glattgeht – wobei ich ganz offen sagen muss, dass es mir schon etwas viel Abenteuer auf einmal ist. Tröstlich – es sind unglaubliche Geschichten für das Leben – es ist, meine lieben Leser, eine einmalige Tour mit Abenteuer volle Kanne. Und es ist trotz aller Hürden einfach intensiv wunderbar.

Ich erzähle heute ab Hyderabad, davor sind wir durch Manipur, Nagaland und Assam sowie Bengalen gefahren. Neben Indochina bin ich euch auch noch das schuldig. Ihr könnt eure Geduld an dieser Internetberichterstattung testen. Seid ihr genervt, dann ist diese Reise auch in echt nichts für euch. Seht ihr es aber locker und könnt genießen, dann .. ja dann genießt nun Indien Zentral auf dem Weg nach Goa.

Fotos? Hey, ich habe gesagt, dass Geduld gefragt ist. Wenn ihr so drängelt, schreibe ich noch weiter…

Hyderabad haben wir Mitte Januar erreicht – ich bin geraden von einem kleinen Aufenthalt wieder eingeflogen. Beim gemeinsamen Ankommen am Stellplatz außerhalb der Stadt staune ich nicht schlecht.

Das Resortmanagement lässt fegen. Damit es … nicht mehr so staubt…

Da stehen wir auf einem Cricketfield – das aber unter der Woche nur von Reisemobilgruppen bespielt wird. Statistisch betrachtet kommen in den letzten Jahren mehr und mehr Wohnmobile hier her. Stimmt, seit Christi Geburt sind wir die ersten…

Das hat gutgetan. Wässerchen geleert! Wären wir in Sibirien, wäre es Wodka gewesen. So ist es nur sauberes Wasser, dass wir immer dann bestellen, wenn es kein klares Wasser gibt.

Ausflug zur Festung Golkunda in Hyderabad. Ach sind die Reisenden denn noch nicht müde nach fast fünf Monaten Ritt?

Nein, sind wir nicht. Und wir haben noch Luft nach oben. Zumindest den blauen Himmel und angenehme trockene 29 Grad.

Da lächeln sogar die Steine, in die diese Festung hineingearbeitet wurde.

Oben angekommen, entdecken wir einen Tempel.

Die Göttin Kali wäre durchaus geeignet, Reiseleiter bei uns zu sein. Aber wir haben sie nicht überreden können.

Grabmäler des Nizam von Hyderabad – touristisch noch nicht erschlossen – das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Wir finden es so gerade richtig. Urtümlich und nicht verdorben.

Von weitem haben wir die Millionenmetropole gesehen. Nun stürzen wir uns ins Getümmel.

Der Verkehr ist Hammer. Krass fett, Alter! Oder wie soll ich das treffender beschreiben?

Der Torbau Charminar. Orient und Hinduismus verschmelzen hier auf engstem Raum. In diesen Vierteln rund um die Torbögen leben mehrheitlich Moslems.

Messerschleifen heißt, in die Pedale treten. Sie sind hier alle so freundlich – an einem Reiseziel wie Charminar hätte ich mehr westliche Nasen erwartet. Aber wir haben die Stadt praktisch für uns allein. Eingeschlossen der wenigen 7 Millionen Einwohner Hyderabads.

“Verdammt, wenn ich doch noch wüsste, welche Leitung ich das letzte Mal angezapft hatte.“

Auf geht’s, on the road again. Schon das Autobahnfahren ist unterhaltsam.

Wie würde die Strafanklage lauten? „Telefonieren während des Führens eines Ochsenkarrens.“ Und wem es heute zu langsam ging, würde sagen: “Heute hatte ich wieder mal so einen Hornochsen vor mir…“ Neues stößt an Altes. Ich finde das spannend. Wohin geht die Reise auf unserem Planeten? Ochse und Smartphone – wo führt das hin?

Immer was los – man fließt ein bisschen langsamer als die Zweiräder – dann passiert nichts. Meistens.

Hallelujah, war das ein Nachtplatz. An einer katholischen Kirchengemeinde haben sie es knallen lassen. Prediger haben eingeheizt, dass unsere Rapper ganz schwach dagegen aussehen. Ich werde euch im Traumtourenkino des Caravansalons einen akustischen Schmaus verpassen, der sich gewaschen hat. Bis in den Abend hinein hat ein Prediger sich in einen Rausch gerappt und es seine Umgebung miterleben lassen. Und uns, wir standen ca. 2 Millimeter neben den Lautsprechern. So fühlte es sich zumindest an. Und wenn du dann am nächsten Morgen um fünf mit einem Hallelujah, das ihr eigentlich auch zuhause noch hören hättet müssen, geweckt wirst, vergisst du diesen Platz nicht. Die großen Kochgefäße, die ihr hier seht, sind für die eigentliche Feier – wir haben nur die Probe erlebt.

Bahnübergänge sind einfach incredible indisch. Kommt ein Zug, werden beide Seiten auf voller Fahrbahnbreite zugestellt. Das war so und das wird immer so bleiben. Das Gewurschtel danach ist ein Teil der indischen Realität. Don’t worry, just drive.

Indien ist einfach ein Ritt der Sonderklasse. Einmal im Leben müsst ihr euch das geben. Das sage ich aus Überzeugung. Ihr müsst es nicht lieben, aber ihr müsst das mal gesehen haben. Am intensivsten geht das mit dem eigenen Reisemobil – kein Zweifel.

Alles sicher verstaut? Klar, sieht man doch!

Extrabreit.

Typische Verkehrsszene bei den häufigen Ortsdurchfahrten.

Nun, wir vermissen den Karneval gar nicht so sehr. Auch hier fahren Prunkwagen und haben ihre Zuschauer. Ach, endlich im Mittelpunkt. Daheim muss ich die Kamellen mir erbetteln und sammeln, hier wollen sie einmal meine Hand schütteln.

Wieder so ein Bahnübergang. Kaum Verkehr hier, deswegen geht es flott. Verhältnismäßig flott.

Nahe den Flussläufen wird auch in der Trockenzeit Reis angebaut.

Haben wir etwa schon Australien erreicht? Sind wir am Stuart Highway und sehen die Devils Marbels? Nein, so ungenau ist unser Roadbook nun auch nicht. Wir erreichen Hampi, das einstige Königreich Vijayanagar.

Und hier hat es westliche Touristen, die sich gerade fragen. Ob das stimmt was oder wen sie da erblicken. Tja, wir sind das und sie stauen nicht schlecht. Das sind schöne Momente, lässt den Kamm schwellen und im schlimmsten Fall sogar platzen. Letzteres habe ich aber noch nicht erlebt. Könnte aber gleich passieren…

Aufstieg zum Tempelplateau, um es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu schaffen. Bewegung tut gut – wir sind dabei.

Toller Blick auf tollen Parkplatz, der uns von der lokalen Agentur genehmigt wurde.

Immer höher hinauf, die Sonne taucht die Felsen in goldenes Licht.

Was für eine Aussicht auf das einstige Königreich. Reiche kommen und gehen…

…Wir gehen und kommen gut voran.

Gipfelstürmerfernreisemobilistenabendglücksgefühlsmomente. Oder kürzer: Voll toll!

Da spring ich mal locker weg.

Wer überstrahlt alle? Suraj, gerade im Newsletter vorgestellt, kann auch fliegen. Er ist übrigens nicht hineingefotoshoppt (neues Verb, von mir erfunden und ab heute gültig…) worden. Nur bei dem Licht haben die IT-Götter ein bisschen nachgeholfen…

So ein toller Abend und dann das. Die Polizei verjagt uns vom Platz. Angeblich kämen Leoparden von den Bergen und würden uns samt Haaren und Reifen der Mobile verschlucken. Wie auch immer, verhandeln ist zwecklos, wir müssen umparken und kommen erst 4 Kilometer später zum Stehen. Auch dort ist es kein schlechter Platz, aber echt ärgerlich war das schon. Normalerweise verhandeln wir so etwas weg. Diesmal hat es nicht geklappt. Pech. Unser Pech. Unser kleines Pech. Großes Pech wäre es gewesen, wenn wir diesen tollen Sonnenuntergang nicht erleben hätten können. So haben wir ihn in unseren Sinnen- Sozusagen unwegnehmbar.

AbenteuerOsten/SeaBridge-Tours geht auf Tour. Bei uns sind es 2-3 pro Tuk Tuk, …

…bei anderen 6 – 8…

Wir durchstreifen weiträumige Tempelanlagen des einstigen großen Königreichs Vijayanagar.

Schnitzereien in rote Sandstein, der aufgrund des meist trockenen Klimas nicht verwittert.

Es war eine Hochkultur mit aufwendigen Wassersystemen und vielen heiligen Stätten.

Wer in Indien unterwegs ist, wird feststellen, wie bunt und farbenfroh dieses Land ist. Das liegt insbesondere an den Frauen mit ihren wunderschönen Kleidern. Gerne lasse ich sie ins Bild laufen.

Tempelsäulen, auf denen man spielen kann. Der Klang war früher weit zu hören.

Schon damals hatten sie wohl den Wunsch nach einem Wohnanhänger – ist das der erste Caravan der Menschheitsgeschichte? Und ausgerechnet wir haben ihn entdeckt? Nanana, werter Herr Berichtschreiber. Sie übertreiben! Stimmt, wir blicken auf einen der für die Region typischen Prozessionswagen. Kunstvoll aus Sandstein geschnitzt.

Was könnte ein besseres Motiv sein, als dieser Wagen. Das Rad hat die Weltgeschichte verändert. Es hat unser Reisen möglich gemacht. Wir verneigen uns vor all den großen Pioniergeistern dieser Welt, ohne die wir selbst nicht Reisemobilpioniere sein könnten. Sommerliche Grüße aus Hampi wünschen wir euch treuen und geduldigen Lesern

Euer Kostya

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005 Pioniere in der Bergwelt Myanmars
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